32 | Aus eigener Kraft?

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32 | Aus eigener Kraft?

Bild: Ein Mann klettert an einer sonnenbeschienenen Felswand hoch. (Quelle: pixabay)


Gehören Sie auch zu jenen Menschen, die nach der Maxime leben, dass man durch persönlichen Einsatz alles erreichen kann, was man möchte? Die Geschichte ist voll von Beispielen dafür, wie sich Frauen und Männer mutig den Widrigkeiten des Lebens gestellt und herausragende Leistungen vollbracht haben. Oft wird von ihnen oder von ihren Biografen dann auch davon gesprochen, dass sie trotz aller Schwierigkeiten es ganz allein geschafft haben, ohne dass ihnen jemand geholfen hätte. In diesem Zusammenhang stellt sich mir allerdings immer wieder die Frage: Geht das überhaupt? Kann irgendjemand von uns irgendetwas zu Stande bringen ohne dabei aus verschiedenen Richtungen - vielleicht gar von der „Gesamtheit des Lebens“ - unterstützt zu werden?

Start einer Karriere

Häufig genannte Beispiele für Menschen, die es aus eigener Kraft geschafft haben sind Joanne K. Rowling, Abraham Lincoln oder Maria Callas. Die Liste ließe sich wohl endlos fortsetzen. Greifen wir einmal Joanne K. Rowling heraus. Ich bin nämlich – zugegebener Maßen – ein großer Fan ihrer Harry-Potter-Bücher. Ich finde die Vielfalt ihrer Ideen großartig. So etwas muss einem schon einmal einfallen!

Vielleicht haben Sie ja bei Gelegenheit das eine oder andere über den Anfang ihrer Karriere als Autorin gehört oder gelesen? Dieser Anfang war alles andere als leicht. Rowling hatte zu Beginn der 1990er Jahre einige Zeit in Portugal gelebt und dort geheiratet. Nach einer sehr stürmischen Beziehung und vielen Auseinandersetzungen mit ihrem portugiesischen Ehemann ging sie mit ihrer kleinen Tochter zurück nach Großbritannien. Dort lebte Sie dann eine Zeit lang in Edinburgh als allein erziehende Mutter von Sozialhilfe. Sie schrieb während dieser Zeit in verschiedenen Kaffeehäusern an einem Buch, das sie schon in Portugal begonnen hatte - „Harry Potter und der Stein der Weisen“ – dem ersten Band der Harry Potter Reihe.

Als das Manuskript zu guter Letzt unter erheblichen Schwierigkeiten fertiggestellt war, fand sie zunächst keinen Verlag. Schließlich entschied sich „Bloomsbury Publishing“ das Manuskript dieser unbekannten Autorin zu verlegen. Der Rest ist Geschichte! J. K. Rowling wurde weltberühmt und nebenbei auch sehr reich. Mit ihrem erworbenen Vermögen war sie stets sehr freigiebig und spendete viel für diverse caritative Projekte und Institutionen. Ich finde ihren Werdegang sehr bemerkenswert und gönne ihr ihren Erfolg von Herzen.

Woher kommen unsere Fähigkeiten?

Das Spannende ist, wenn man es etwas genauer hinterfragt, folgendes: Woher kommen J. K. Rowlings Einfallsreichtum und ihre Kreativität? Warum hatte sie diesen unglaublichen Erfolg? Sind die Talente, die wir in dieses Leben mitbringen, unsere selbst erworbenen Verdienste, oder Gaben, die uns das Universum einfach so mitgegeben hat, quasi nach dem Zufallsprinzip? Oder steckt dahinter vielleicht ein Körnchen Wahrheit von beidem? Könnte es vielleicht sein, dass wir als Seelen die Freiheit haben, uns nach unseren Interessen in die eine oder eine andere Richtung zu orientieren und zu entwickeln

Unlängst habe ich eine Kurzbiografie über J. K. Rowling* gelesen, der ich auch die oben geschilderten Details entnommen habe. Darin wird folgende – sehr interessante – Aussage von ihr darüber zitiert, wie die Romanfigur Harry Potter entstanden ist. Auf einer Zugfahrt nach London im Jahr 1990 hatte sie eine Eingebung, die sie in einem Interview für die Zeitung „The Scotsman“** folgendermaßen beschrieb:

„All of a sudden the idea for Harry just appeared in my mind’s eye. I can’t tell you why or what triggered it. But I saw the idea of Harry and the wizard school very plainly.” („Ganz plötzlich erschien die Idee für Harry vor meinem geistigen Auge. Ich kann Ihnen nicht sagen, warum, oder was der Auslöser war, aber ich sah sehr klar die Idee von Harry und der Zaubererschule.“).

Die Idee zu den Harry Potter Romanen beruht also auf Inspiration – man könnte vielleicht auch „Intuition“ dazu sagen. Also einer von J. K. Rowling nicht direkt beeinflussten, sondern einfach spontan aufgetretenen Eingebung. Eine ähnliche Begebenheit steht übrigens auch hinter der Entstehung des Google-Such-Algorithmus. Die Inspiration für den Vorläufer des so genannten „Page Rank“ – dem Herzstück des späteren Google-Such-Algorithmus, kam Google Gründer Larry Page in einem Traum. Nach dem Aufwachen schrieb er das Geträumte auf. Die Grundlage für den weltweiten Erfolg der Google Suchmaschine war gelegt.

Im Lichte des oben Gesagten scheint es so zu sein, dass wir von irgendwo her Eingebungen, Gedanken und Inspirationen bekommen, die uns bei der Umsetzung unserer Ziele unterstützen.

Unser eigener Beitrag

„Schön und gut“, denken Sie sich jetzt vielleicht, „aber wenn eine Sportlerin oder ein Sportler jahrelang hart trainiert und dann herausragende und außergewöhnliche Leistungen vollbringt, dann hat sie oder er das ja wohl ganz allein und aus eigener Kraft erreicht, oder?“. Ja, das hat schon etwas für sich. Allerdings stellt sich zunächst schon einmal die Frage danach, ob es das eigene Verdienst der Sportlerin oder des Sportlers war, von der Natur einen so gesunden und leistungsfähigen Körper zu erhalten, ganz abgesehen von den sozialen Rahmenbedingungen wie der Familie, Freunden, Trainern, Betreuern, etc., die am Erfolg indirekt mitwirken.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte die sehr beachtlichen Leistungen einzelner Menschen nicht klein reden, sie sind allerdings – jedenfalls nach meinem Dafürhalten – in einen sehr großen, für unseren Verstand nicht unmittelbar fassbaren Zusammenhang eingebettet. Natürlich haben wir mit Hilfe unseres Einsatzes und unserer Willenskraft einen Einfluss darauf, wie sich die Dinge entwickeln. Es ist meiner Ansicht nach nicht egal, was wir tun und ob wir überhaupt etwas tun. Aber die Verbindung zu allen Bereichen des Lebens ist da. Ohne sie könnten wir wohl keine paar Minuten überleben, schon allein weil unsere Körper Luft zum Atmen und Nahrung und Wasser zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen benötigen.

Das Leben ist ein großes Geheimnis. Gehen wir ihm auf den Grund! Was werden wir dort finden? Vermutlich Vieles, vielleicht Alles – oder Nichts? Vielleicht ein Nichts, das alles enthält? Vielleicht uns selbst?

Wie sehen Sie das? Wenn Sie möchten, dann hinterlassen Sie mir sehr gerne unten einen Kommentar.

* Michelle Bowen: „J. K. Rowling – From Welfare to Billionäire – A biography“ (ISBN-13: 978-1718695665) – auch als Hörbuch erhältlich

** siehe https://www.scotsman.com/arts-and-culture/books/the-jk-rowling-story-1-652114 - ein interessanter Artikel!

*** Thomas Schulz: „Was Google wirklich will - Wie der einflussreichste Konzern der welt unsere Zukunft verändert, Kapitel 1 – die Grundlagen (ISBN-13: 978-3421047106)

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31 | Mit dem Unerwarteten rechnen

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31 | Mit dem Unerwarteten rechnen

Bild: Ein Wanderweg schlängelt sich durch einen sonnendurchfluteten Wald und gerät schließlich außer Sicht. Der Waldboden links und rechts ist moosbewachsen. (Quelle: pixabay)


Ein neuer Tag …

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht - im Lichte der unerwarteten politischen Entwicklungen bei uns in Österreich im Laufe der letzten Wochen hatte ich wieder einmal den Eindruck, dass wir tatsächlich nicht wissen können, was am nächsten Tag, nächste Woche geschweige denn im kommenden Jahr sein wird.

Nicht nur menschliche Handlungen und Entwicklungen sind überraschend, auch zum Beispiel beim Wetter weiß man nie so genau, wie es wird. Hätte ich Ihnen Ende März gesagt, dass es im Mai so viel regnen und so kühl sein würde, dann hätten Sie sich wahrscheinlich gewundert, oder mich ausgelacht. Der Themenbereich Erwartungen, Vorauswissen bzw. unerwartete Entwicklungen beschäftigt mich schon seit einiger Zeit.

Seit ein paar Monaten beginne ich einen neuen Tag oft mit dem Vorsatz: „Ich rechne heute mit dem Unerwarteten“. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass im Grunde ständig Dinge passieren, die wir nicht erwartet haben. Mein neues Motto hilft mir dabei, die Ereignisse gelassener auf mich zukommen zu lassen. Ich gehe ganz selbstverständlich davon aus, dass dieser Tag Dinge mit sich bringen wird, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Wie ist das bei Ihnen? Lassen Sie sich gerne überraschen? Mögen Sie es, wenn etwas Unerwartetes passiert? “Naja“, sagen Sie jetzt vielleicht. Wenn es unerwartet erfreulich ist, dann ist das schon in Ordnung. Ansonsten kann ich gerne darauf verzichten.“ Leider, oder zum Glück – je nachdem wie man das sieht - passieren ständig unerwartete Dinge, und nach meiner Erfahrung gibt es auch kein Mittel, dem zu entgehen. Die Frage ist natürlich auch: Ist es ein Problem, wenn wir nicht alles im Vorhinein wissen oder wissen können? Welcher Teil von uns ist daran interessiert, die Dinge im Vorhinein zu wissen und warum?

Die Wissenschaften und auch die spirituellen Überlieferungen sind sich weitgehend einig darüber, dass dieser Anteil in uns einer ist, den man – je nach Bezeichnung – das Ego, die Persönlichkeit, den menschlichen Geist, oder den Verstand nennen könnte. Es ist jener Anteil in uns, der die Dinge gerne unter Kontrolle hat, und sich mit unerwarteten Entwicklungen nicht so leicht tut. Ich meine, sind wir doch mal ehrlich: Wer fühlt sich gern wie ein Spielball im Ozean, der durchgebeutelt und herum geschüttelt wird und keinen Einfluss auf die Ereignisse hat. Also, gerade hier auf dieser Erde, hat es durchaus seine Berechtigung in manchen Bereichen Kontrolle ausüben zu wollen. Das Leben kann nun mal gefährlich und unsicher sein. Das sieht man zum Beispiel im Straßenverkehr. Andererseits können trotz aller Vorsichtsmaßnahmen unerwartete Dinge passieren. Das zeigt, dass wir letztendlich die Dinge nur bis zu einem gewissen Grad kontrollieren können.

Zwei Möglichkeiten oder Fertigkeiten, mit dieser unsicheren Lage umzugehen, sind meiner Meinung nach einerseits die Schulung unserer Intuition, und andererseits die Entwicklung oder Kultivierung eines gewissen Grundvertrauens in das Leben.

Die Stimme der Intuition

Wie kann uns unsere innere Stimme – die Stimme der Intuition – im Alltagsleben unterstützen? Der Verstand bietet uns generelle Richtlinien und Orientierung. Er greift auf Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück. Das ist sehr nützlich, allerdings wiederholt sich die Vergangenheit nie. Das Leben ist immer neu und etwas anders als zuvor. Hier kommt die Intuition ins Spiel. Sie kann uns für eine ganz konkrete Situation verlässliche Informationen über Zusammenhänge und die Realität geben, die dem Verstand in dieser Form nicht zur Verfügung stehen. Das kann manchmal sehr hilfreich sein!

Beispielsweise wissen wir, dass wir normalerweise eine Straße überqueren können, sobald die Fußgängerampel auf Grün gegangen ist. Es könnte aber eine konkrete Situation an einer ganz konkreten Fußgängerampel geben, bei der wir im Moment, in dem wir den Fuß auf den Zebrastreifen setzen wollen, ein komisches Gefühl haben, dass uns warnt, hier und jetzt gerade nicht weiter zu gehen. Wir nehmen es ernst, betreten den Zebrastreifen nicht – und wenige Augenblicke später rast direkt vor uns ein Auto vorbei, dass bei Rot über die Kreuzung geschossen ist. Glück gehabt!

Natürlich muss nicht gleich eine derartig drastische Situation vorliegen, auch in weniger spektakulären Fällen kann uns unsere Intuition unterstützen. Der Verstand wird dadurch nicht nutzlos ganz im Gegenteil. Beide arbeiten Hand in Hand, so wie wir uns auch am besten vorwärts bewegen können, indem wir unsere beiden Beine verwenden. Aus einem anderen Blickwinkel heraus könnte man vielleicht sagen, dass der Verstand eine Art Statistiker ist, der die bisher gemachten Erfahrungen speichert und auswertet und uns auf dieser Basis Verhaltens- und Lösungsvorschläge für aktuelle Situationen gibt. Die Intuition („Herz“ oder „innere Stimme“) bezieht ihre Informationen demgegenüber durch unmittelbare Wahrnehmung der Realität im Hier und Jetzt. Mein Vorschlag: holen wir die Intuition und den Verstand zusammen ins „Boot“. Benutzen wir sie als Team!

Mehr zum Thema Intuition können Sie auf der gleichnamigen Unterseite meiner Webseite und in einigen weiteren Artikeln in diesem Blog nachlesen, die ich unten verlinkt habe.

Vertrauen in das Leben

Nun zum „Grundvertrauen“: Das mit dem Vertrauen in das Leben ist natürlich so eine Sache. Manchen von uns fällt es von Natur aus leichter, manchen schwerer. Einen Einfluss darauf haben sicher auch die Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Ich sehe Vertrauen als eine Art Fähigkeit, die wir entwickeln und trainieren können. Für mich persönlich ist das ein schwieriges Thema. Aus diesem Grund hatte ich schon viele Gelegenheiten und habe sie weiterhin, daran zu arbeiten und es zu üben. Nach meiner Erfahrung zahlt es sich 100%ig aus.

Es ist so ähnlich, wie beim Fitnesstraining. Wenn man mit den Hanteln übt, dann werden die Muskeln mit der Zeit stärker. Mit dem Vertrauen habe ich eine ähnliche Erfahrung gemacht. Mit dem Vorsatz, mich an einem neuen Tag auf das unerwartete einzulassen bringe ich dem Leben Vertrauen entgegen. Vielleicht möchten Sie ja probeweise auch einmal versuchen, einen neuen Tag mit dem Vorsatz zu beginnen, heute mit dem Unerwarteten zu rechnen.

Ich freue mich jedenfalls immer, Ihr Feedback darüber zu hören, welche Erfahrungen Sie mit meinen kleinen Experimenten gemacht haben. Wenn Sie wollen, dann hinterlassen Sie mir sehr gerne unten einen Kommentar.

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30 | Über die Grenze des Messbaren... 2

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30 | Über die Grenze des Messbaren... 2

Bild: Zu sehen ist ein Eierschneider mit zwei Schnittgittern, einem für parallele Scheiben und einem für Sechstel-Spalten. Daneben steht ein Teller mit einem bunt gestreiften Osterei, einem gescheibten Ei und einem Ei in Spalten. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)


Da ich auf den Artikel „29 | Über die Grenze des Messbaren… 1“ einige sehr interessante und aufschlussreiche Reaktionen bekommen habe - hier jetzt noch eine Fortsetzung.

Gleich zu Beginn hätte ich – wie im vorherigen Artikel - eine Frage an Sie: „Sind Sie verheiratet, verpartnert etc.? Haben Sie Kinder? Also, falls Sie einen Partner/eine Partnerin oder Kinder haben, würden Sie sagen, dass Sie diese lieben?“ Ich will Ihnen natürlich nicht zu nahe treten – worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Sollten Sie nun antworten: „Ja, natürlich liebe ich meine Kinder und meine Partnerin/meinen Partner.“ Dann finde ich das wunderschön und freue mich sehr für Sie! Und diese Liebe – würden Sie sagen, dass sie irgendwie messbar ist?

Wie wäre es mit einem “Love-Meter”?

Vermutlich könnte man überlegen, die Liebe zu unseren Partnern und Kindern zum Beispiel daran zu messen, wie viel Zeit wir mit ihnen verbringen, wie oft wir ihnen etwas schenken, wie teuer diese Geschenke sind, was wir alles für sie tun, etc. Aber das wäre möglicherweise nur eine sehr unvollständige Annäherung, da für den jeweiligen Einzelfall jedes dieser Kriterien – und sogar alle zusammengenommen – meiner Meinung nach überhaupt nichts aussagen. Auch der Umstand, wie oft Sie mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner streiten, bzw. mit Ihren Kindern schimpfen, sagt vermutlich überhaupt nichts darüber aus, wie sehr Sie diese lieben. Ich kenne Paare, die sehr oft streiten, und sich trotzdem sehr, sehr lieben.

Ähnliche Überlegungen könnte man natürlich auch in Bezug auf wechselseitige Abneigung anstellen, aber auch hier würden wir wahrscheinlich rasch an die Grenze des vernünftig Messbaren kommen.

Muss alles messbar sein?

„Schön und gut“, denken Sie sich jetzt vielleicht, „und worauf will er hinaus?“

Mir ist, als ich diese Gedankenspiele für mich selbst durchgegangen bin, bewusst geworden, ein wie großer Teil unserer Realität sich außerhalb eines klar messbaren Rahmens befindet. Dazu zählt wohl vor allem die Welt unserer Gefühle. Ich finde, daran ist auch überhaupt nichts verkehrt. Ich denke, es kann uns nicht schaden, uns wieder einmal bewusst zu machen, dass nicht alle Bereiche unserer Existenz eindeutig messbar, zählbar oder bewertbar sind. Das ist völlig in Ordnung, wenn auch unserem Verstand möglicherweise unheimlich.

Das Bemerkenswerte ist, dass unser tägliches Leben extrem stark vom Verstand dominiert wird. Was macht der Verstand? Er versucht – was teilweise natürlich auch sehr notwendig und positiv ist – die Dinge und Phänomene einzuteilen. Er macht Ordnung, indem er Kategorien und „Schubladen“ bildet. Er legt einen bzw. viele Raster über die Realität. Haben Sie zu Hause vielleicht einen Eierschneider? Unser Verstand funktioniert so ähnlich wie ein Eierschneider. Er nimmt Unterteilungen vor, je nach dem gewünschten Blickwinkel. Und in der Zwischenzeit haben wir mit Hilfe unseres Verstandes auch Maschinen entwickelt – nämlich unsere Computer – durch welche sich dieses Prinzip fortsetzt. Ein herkömmlicher Computer funktioniert nach diesem Prinzip der Unterscheidung, entweder null, oder eins, bzw. „Strom fließt“ oder „Strom fließt nicht“.

Bei alldem müssen wir, glaube ich, nur darauf achten, die Kirche im Dorf beziehungsweise den Verstand dort zu lassen, wo er hingehört und uns auch nützlich ist. Er hilft uns dabei, die materielle Welt zu organisieren, und uns das Leben leichter zu machen. Er ist ein Werkzeug, ein Helfer oder „Diener“, aber nicht der „Herr“.

Meiner Ansicht nach würde es uns sehr gut tun, zu akzeptieren, dass es sehr wohl Bereiche gibt, in welchen uns der Verstand nicht weiterhelfen kann. Zum Glück gibt es dort andere Hilfsmittel, die uns unterstützen können, wie zum Beispiel unsere innere Stimme, die Stimme der Intuition, oder Fähigkeiten wie Achtsamkeit, Empathie und Vertrauen. All diese Fähigkeiten können - so wie der Umgang mit unserem Verstand – erlernt und geschult werden.

Eine Achtsamkeitsübung

Sie können Ihre Achtsamkeit auf vielfältige Art und Weise trainieren.

Jemand räumt achtsam eine Geschirrspülmaschine aus. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)

Jemand räumt achtsam eine Geschirrspülmaschine aus. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)

Im Alltag könnten Sie sich zB. vornehmen, den Geschirrspüler so auszuräumen, dass Sie es ganz bewusst tun - Bewegung für Bewegung und Handgriff für Handgriff. Die Übung besteht darin, mit der Aufmerksamkeit ganz im Hier-und-Jetzt und beim Ausräumen des Geschirrspülers zu sein. Wenn Ihre Gedanken dabei abzuschweifen beginnen, z. B. in Richtung der Ereignisse des vergangenen Tages, oder zum bevorstehenden Abendessen, dann kehren Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit einfach wieder zum Geschirrspüler und der Tätigkeit des Ausräumens zurück. Probieren Sie es doch einfach einmal aus!

Seine Achtsamkeit zu trainieren hat viele Vorteile, unter anderem lässt sich damit auch unser Gedächtnis verbessern. Ich habe gemerkt, dass ich – seit dem ich meine Achtsamkeit mehr und mehr trainiere - zB. viel seltener nach Dingen suchen muss, die ich verlegt habe. Das liegt - denke ich - vor allem daran, dass ich mich nun genauer daran erinnere, was ich in einer konkreten Situation getan, gesagt, oder gedacht habe. Ich finde das sehr praktisch!

Wie sehen Sie das? Ihre Meinung interessiert mich. Wenn Sie möchten, hinterlassen Sie mir sehr gerne unten einen Kommentar.

 

Wenn Sie sich näher für das Thema Achtsamkeit interessieren, kann ich Ihnen den Blog
https://www.fair-achtung.de/ von Kathi Biberich empfehlen. Dort finden Sie auch zahlreiche weitere Anregungen für Achtsamkeitsexperimente im Alltag.

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29 | Über die Grenze des Messbaren… 1


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29 | Über die Grenze des Messbaren... 1

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29 | Über die Grenze des Messbaren... 1

Bild: Kuppel des PAN-STARRS Teleskops des Haleakala Observatoriums auf Hawaii. Im Hintergrund ein Nebelmeer und der offene Himmel bei Dämmerung. (Quelle: Pixabay)


„Wie alt sind Sie?“

Werden Sie auch immer wieder einmal gefragt, wie alt Sie sind? Ich habe mir fix vorgenommen, dass ich das nächste Mal, wenn ich diese Frage gestellt bekomme, antworten werde: “Ich bin uralt und ewig jung.“ Das ist - jedenfalls aus meinem Blickwinkel – die reine Wahrheit. Vermutlich werde ich mit einer solchen Antwort Kopfschütteln hervorrufen. Der Grund für diese Antwort ist, dass ich mich nämlich nicht mit meinem physischen Körper identifiziere, sondern mich als Seele sehe mit einem ewigen und unsterblichen Kern aus lebendigem Bewusstsein. Meiner Meinung nach bin ich hier auf der Erde, weil ich mich dafür entschieden habe, in einem menschlichen Körper Erfahrungen zu machen und Eindrücke zu sammeln.

Wenn ich auf die Frage: “Wie alt sind Sie?“ antworten würde: “Ich bin 42“, dann würde ich mich mit dem Alter meines physischen Körpers identifizieren, bzw. mit seiner Lebensspanne hier auf der Erde.

Natürlich kann ich nicht beweisen, dass es so etwas wie eine Seele gibt. Ich bin zu dieser sehr persönlichen Erkenntnis durch jahrelange Beschäftigung mit religiösen und spirituellen Themen gekommen. Außerdem hat mich meine Intuition dabei unterstützt. Ich verstehe unter Intuition die gefühlsmäßige Wahrnehmung der Realität, so wie sie ist - abseits von Vorstellungen, Glaubenssätzen, Konzepten, Wünschen und Ideen. Selbstverständlich respektiere ich auch Ihre Ansicht, wenn Sie jetzt zu mir sagen: „Das ist alles schön und gut, aber reine Spekulation.“ Ja, in einem klassisch, naturwissenschaftlichen Sinn ist das richtig. Allerdings kann auch niemand beweisen, dass es keine Seele gibt.


Über die Grenze des Messbaren

Was ich im allgemeinen Diskurs derzeit ein wenig irritierend finde, ist, dass seitens mancher Vertreter der Naturwissenschaften anscheinend die Ansicht besteht: „Was wir nicht messen können, das existiert auch nicht.“ Jedenfalls nehme ich das so wahr.

Ich weiß, dass dies ein heikles Thema ist. Ich habe selbst einen sehr wissenschaftlichen Zugang zu den Dingen, vielleicht auch auf Grund meines juristischen Studiums. Meiner Meinung nach sollte man immer versuchen, den Phänomenen soweit wie möglich auf den Grund zu gehen. Allerdings halte ich es nicht für zulässig, pauschal zu behaupten: „Phänomene wie Telepathie, intuitive Wahrnehmung oder eine Seele im spirituellen Sinn kann man nicht messen, deshalb existieren sie auch nicht.“ Das wäre meiner Ansicht nach zu kurz gegriffen.

Betrachten wir beispielsweise Gravitationswellen. Ihre Existenz wurde 1916 von Albert Einstein postuliert*. Ende der 1970er Jahre wurden Sie erstmals indirekt durch die Messungen an einem Doppelsternsystem (PSR B1913+16) bestätigt. Erstmals direkt gemessen wurden Gravitationswellen am 14.9.2015 im „Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory“ (LIGO) in den USA**. Man kann sie nun also nachweisen. Allerdings haben sie auch bereits vorher existiert!

Ein anderes Beispiel: Am 28.2.2019 kam über den ORF die Meldung, dass Forscher herausgefunden haben, dass die Atmosphäre der Erde sich allem Anschein nach viel weiter in den Weltraum erstreckt, als bisher angenommen*** und sogar den Mond einschließt. Auch das war, wenn es so ist und gemessen werden kann, ebenfalls bereits vorher so.

Ich finde, dass sich etablierte Wissenschaften, Parawissenschaften**** und uraltes spirituelles Erfahrungswissen der Menschheit offen und konstruktiv austauschen und auf einander zubewegen sollten. Das ist wie gesagt eine heikle Sache. Natürlich ist das menschliche Ego auch so gestrickt, dass es immer wieder dazu tendiert, unklare Situationen für sich und zu seinem Vorteil auszunutzen. Scharlatanerie, Unehrlichkeit und sonstige von unserem Ego motivierte Verhaltensweisen kommen ohne Zweifel in allen Bereichen unserer Zivilisation vor. Trotzdem muss klar gestellt werden, dass nicht jede Person, die behauptet, Dinge wahrnehmen zu können, die andere nicht wahrnehmen, ein Scharlatan oder ähnliches ist!

Mit der Thematik der Grenzen unserer Wahrnehmung und unseres Verstandes habe ich mich auch schon im Blog-Artikel „21 | Über die Grenze des Schachbretts“ beschäftigt. Im Bereich der Energetik ist dieses Thema natürlich auch allgegenwärtig. Manche Menschen sagen, dass energetische Arbeit nicht nachweisbar und reiner Humbug ist. Ich weise in meinem Aufklärungsbogen für Klienten und auf meiner Website ausdrücklich darauf hin, dass meine energetische Arbeit auf keiner naturwissenschaftlich überprüfbaren Grundlage beruht. Das ist der derzeitige Stand, der sich aber vielleicht eines Tages ändert.


Ein Unentschieden

Nun noch einmal zurück zum Anfang dieses Artikels und zu der Frage, ob es eine Seele geben könnte, die aus einem Bereich jenseits von Raum und Zeit kommt und ein unsterblicher, ewiger Anteil an universellem Bewusstsein ist. Ich kann das nicht beweisen, aber wie schon erwähnt, kann mir auch niemand beweisen, dass es nicht so ist. Fairerweise müsste man hier also sagen: „Wir wissen es alle nicht genau.“ Im Schach würde man von einem „Patt“ sprechen. Es geht mir hier nicht in erster Linie darum, wer recht hat, sondern darum, dass wir uns alle miteinander mit mehr wechselseitiger Toleranz begegnen sollten.

Ein schwarzer und ein weißer König stehen einander auf einem Schachbrett in Patt-Stellung gegenüber. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)

Ein schwarzer und ein weißer König stehen einander auf einem Schachbrett in Patt-Stellung gegenüber. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)

Hier noch ein Buchtipp:

  • Stephen Hawking: „Kurze Antworten auf große Fragen“ (ISBN-13: 978-3608963762) – auch als Hörbuch erhältlich

Das Buch von Herrn Hawking gab mir auch einige wertvolle Impulse für diesen Artikel. Es liefert – finde ich – einen interessanten und aufschlussreichen Einblick in die Denkweise und die Weltsicht eines bemerkenswerten Menschen und Naturwissenschaftlers.

Wie denken Sie über diesen Artikel? Ihre Meinung interessiert mich. Also wenn Sie möchten, hinterlassen Sie mir unten einen Kommentar.

In diesem Sinne: Erforschen wir gemeinsam die Wunder der Schöpfung, jede und jeder auf ihre oder seine Weise.

Herzliche - wohl nur schwer messbare - Grüße!

Clemens P.

Die Fortsetzung dieses Artikels können Sie im Blog-Artikel “30 | Über die Grenze des Messbaren... 2” lesen.

* Siehe:

** Siehe: https://www.mpifr-bonn.mpg.de/4029450/Gravitationswellen.pdf

*** Siehe: https://science.orf.at/stories/2967191

**** Parawissenschaften. (griechisch para- „neben, darüber hinaus“). Der Ausdruck bezeichnet Erkenntnisansprüche am Rande oder außerhalb der akademisch etablierten Wissenschaften. (https://de.wikipedia.org/wiki/Parawissenschaft)



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28 | Eine Frage des Blickwinkels!

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28 | Eine Frage des Blickwinkels!

Bild: Nahaufnahme des Gesichts eines lächelnden, jungen, afrikanischen Mannes. (Quelle: pixabay)


Vor kurzem bin ich zufällig über ein Gedicht gestolpert*, das mich zum Lachen brachte und wieder einmal auf den Gedanken, dass unsere Sicht der Welt so oft eine Frage des Blickwinkels ist.

Es lautet:

Der Schwarze
Von einem unbekannten Dichter aus Südafrika

Der Afrikaner:
Wenn ich zur Welt komme, bin ich schwarz.
Wenn ich aufwachse, bin ich schwarz.
Wenn ich krank bin, bin ich schwarz.
Wenn ich in die Sonne gehe, bin ich schwarz.
Wenn ich friere, bin ich schwarz.
Wenn ich sterbe, bin ich schwarz.

Aber du!

Wenn du zur Welt kommst, bist du rosa.
Wenn du aufwächst, bist du weiß.
Wenn du krank bist, bist du grün.
Wenn du in die Sonne gehst, bist du rot.
Wenn du frierst, bist du blau.
Wenn du stirbst, bist du grau.

Und du wagst es, verdammt noch mal, mich einen Farbigen zu nennen?!

Das ist wohl natürlich auch mit einem Augenzwinkern zu verstehen! Es bereitet mir jedenfalls immer Freude, wenn jemand es schafft, seinen Standpunkt auf humorvolle Weise zu vermitteln. Ich fand den Blickwinkel des anonymen Dichters sehr erfrischend!

Herzliche Grüße, schöne Feiertage und einen harmonischen Jahreswechsel!

Clemens Pistauer


* Gefunden auf https://unikatmuc.de/2014/09/der-schwarze-ein-gedicht-ueber-gerechtigkeit/

Update vom 15.1.2019

Zufällig bin ich durch einen Hinweis auf den mutmaßlichen englischen Originaltext des Gedichts gestoßen. Dabei ist eine interessante, allerdings auch etwas mysteriöse Geschichte zu Tage gekommen:

In der Frühlingsausgabe 2009 der Publikation “TAU-USA” des Franziskanerordens (S. 22)** fand ich diese Variante des Gedichts:

When I born, I black
When I grow up, I black
When I go in Sun, I black
When I scared, I black
When I sick, I black
And when I die, I still black

And you white fellow
When you born, you pink
When you grow up, you white
When you go in sun, you red
When you cold, you blue
When you scared, you yellow
When you sick, you green
And when you die, you gray

And you calling me colored?

Unter dem Gedicht steht der Satz:

“The poem above (from the Internet) was nominated by the UN, as the best poem of 2006. It was written by an African kid.”

(Übersetzung: “Das oben stehende Gedicht (aus dem Internet) wurde von der UN als das beste Gedicht 2006 gekürt. Es wurde von einem afrikanischen Kind geschrieben.”)

Allerdings konnte ich bei meiner Google-Recherche keine Bestätigung dafür finden, weder auf Webseiten der UN noch anderswo, dass es so einen Wettbewerb im Jahr 2006 gegeben hat.


Das oben stehende Gedicht aus der Publikation des Franziskaner Ordens findet sich – teilweise in abgewandelter Form – an mehreren Stellen im Internet***. Bei fast allen Fundstellen befindet sich der oben zitierte Kommentar betreffend die Kür durch die UN - ebenfalls teilweise etwas abgewandelt.

Das deutet für mich darauf hin, dass möglicherweise diese Information im Internet „im Kreis herum“ übernommen wurde. Eine Bestätigung dafür dass es diesen Wettbewerb der UN gegeben hat, konnte ich – wie bereits oben erwähnt – nicht finden. Auch fehlten auf den in der Fußnote *** aufgelisteten Seiten entsprechende Quellenangaben.

 

Einen weiteren Hinweis auf den möglichen Ursprung des Gedichts fand ich schließlich in einem deutschsprachigen Forum****, in welchem es aber auch englische Beiträge gibt. Dort wurde von einem User die Version mit dem Wettbewerb aus 2006 in Frage gestellt. Er gibt das Gedicht mit leichten Abweichungen von der Version des Franziskanerordens wieder und nennt eine andere Fundstelle. Die Sprache dieser Version ist auch noch etwas einfacher:

When I Born, I Black
When I grow up, I Black
When I go in sun, I Black
When I sick, I Black, and
When I die, I still Black

And U White fella,
When u born, u pink
When u grow up, u white
When u go in sun, u red
When u cold, u blue
When u Scared, u yellow
When u sick, u green, and
When u die, u gray

And--------------
You calling me colored??

Als Quelle gibt er folgendes an:

by an Anonymous pupil of King Edward VI School, Birmingham, UK.
Found in The children's book of poems, prayers and meditations ed. Liz Attenborough (Element Books, 1989)*****

(Übersetzung: von einem anonymen Schüler der “König Edward VI Schule”, Birmingham, Vereinigtes Königreich.
Gefunden in “Das Kinderbuch der Gedichte, Gebete und Meditationen hrsg. Liz Attenborough (Element Books, 1989))

Gleichzeitig verlinkt er auf die Seite der „National Poetry Library“ in Groß Britannien, in der man vermutlich das Buch online einsehen kann. Da man britischer Staatsbürger sein muss, um sich dort zu registrieren, konnte ich die Authentizität der Fundstelle in letzter Konsequenz leider nicht überprüfen.

Mir erscheint es durchaus plausibel, dass das die ursprüngliche Version des Gedichtes sein könnte - nicht zuletzt auf Grund des einfachen Schreibstils.


Es ist interessant zu beobachten wie sich die Dinge durch Übertragen und Übersetzen weiterentwickeln. Möglicher Weise wurde so aus einem anonymen Schüler aus Großbritannien schließlich über Umwege ein unbekannter Dichter aus Südafrika.

So viel zum Thema Legendenbildung! Wer weiß, vielleicht kann man in 10 Jahren irgendwo lesen, dass es der kleine Nelson Mandela geschrieben hatte.


** https://www.nafra-sfo.org/tau-usa/articles/Spring09/Issue_Num_62_spr_09.pdf

*** https://www.groundreport.com/nominated-by-un-as-the-best-poem-of-2006-written-by-an-african-kid/
https://www.qatarliving.com/forum/qatar-living-lounge/posts/african-kid-best-poem-judged-un-2006
https://www.citehr.com/66314-nominated-un-best-poem-2006-african-kid.html
http://moui.net/blog/2010/10/nominated-by-un-as-the-best-poem-of-2006-written-by-an-african-kid/
http://latestupdatesofincometax.blogspot.com/2009/06/best-poem-of-2006-this-poem-was.html
https://groups.google.com/forum/#!topic/medicos98tvm/4okOY7leAgA
https://www.thelocal.se/discuss/index.php?showtopic=20252&mode=linear?showtopic=20252&mode=linear

**** http://www.sb-innovation.de/f49/best-poem-2006-written-african-kid-27627/

***** https://www.amazon.com/Childrens-Book-Poems-Prayers-Meditations/dp/1901881857


Unterschiedliche Blickwinkel und Standpunkte sind auch in diesen Artikeln aus meinem Blog ein Thema:
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27 | Fehlende Köpfe und fliegende Teppiche – wie sich Energetik anfühlen kann

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27 | Fehlende Köpfe und fliegende Teppiche – wie sich Energetik anfühlen kann

Bild: Bequeme Liege mit weichem Schaffell in der Praxis von Clemens Pistauer. (Quelle: Clemens Pistauer/Erwin Sovkov)


Heute möchte ich versuchen, Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, wie sich eine energetische Sitzung in der Praxis anfühlen kann*. Für diesen Artikel habe ich mir einerseits angeschaut welche Gemeinsamkeiten es im subjektiven Erleben meiner Klientinnen und Klienten während und nach einer Sitzung gibt. Andererseits fließen meine langjährigen persönlichen Erfahrungen bei der Selbstanwendung von „Quantenheilung“ und „Matrix Energetics“ ein - in gewisser Weise bin ich nämlich mein häufigster Klient.

Die meisten meiner Klienten berichten, dass sie in einen Zustand körperlicher und geistiger Ruhe kommen, manchmal begleitet von Empfindungen wie Leichtigkeit, innerer Weite oder Helligkeit. Auch über ein Gefühl von Prickeln oder Wärme in manchen Regionen des Körpers wird mir immer wieder erzählt. Eine Klientin berichtete mir sogar, dass sie kurioserweise bei den Aktivierungen – unabhängig vom konkreten Thema – stets Muskelzuckungen im Bereich des Nackens verspürt und gleichzeitig ein „starkes Magnetfeld“ rund um sich wahrnimmt.

Manche Menschen schlafen oder nicken während einer Sitzung ein. Das liegt vermutlich auch an dem bequemen Sessel in meiner Praxis. Im Zusammenhang mit dem Gefühl von Leichtigkeit, über welches meine Klienten immer wieder berichten, fällt mir die Aussage einer Dame ein, die meinte, dass sie sich „wie auf einem fliegenden Teppich“ gefühlt habe. Ich selbst verspüre bei der Durchführung von Sitzungen für meine Klienten ein Gefühl von Ausdehnung und Weite, oft auch von innerer Freude.

Ähnlich, nur intensiver erlebe ich es, wenn ich „Quantenheilung“ bzw. „Matrix Energetics“ bei mir selbst anwende. Dabei empfinde ich ein Gefühl innerer Ausdehnung. Mein Körper spürt sich dann leichter, weiter und „heller“ an. Das führt zu Entspannung und Wärme, begleitet von der Empfindung, in ein Feld aus schützender und stärkender Energie eingehüllt zu sein. Körperliche und geistige Anspannungen können sich lösen, unwillkürlich stellt sich ein Lächeln ein.

Der Vollständigkeit halber möchte ich allerdings erwähnen, dass es auch ab und zu vorkommt, dass jemand bei einer Sitzung nichts spürt und auch danach keine Wirkungen zu verzeichnen sind – sich also nichts tut.

Am anderen Ende des Spektrums gibt es demgegenüber die eher außergewöhnlichen Erfahrungen. Beispielsweise schreibt Michael P., ein Klient in seinem Erfahrungsbericht: „Die Gedanken beruhigten sich auf einmal, ich wurde ganz ruhig und friedvoll. Das klingt jetzt auch vielleicht seltsam, aber so erlebte ich es: Eine helle und warme Energie durchströmte mich von allen Seiten. Es prickelte im ganzen Körper. Mein Atem wurde langsamer, bewusster. Alles war klar, hell, ich sah alles in einem orangen Schimmer. Ich merkte, es gibt nichts, wovor man sich fürchten muss. Ich erkannte und erkenne es noch, welche wunderschöne und helle Lebensenergie in allen Lebewesen, auch in uns Menschen steckt.“ Den vollständigen Bericht dieses Klienten können Sie hier in den Erfahrungsberichten nachlesen.

Ein weiteres Beispiel: Eine Klientin erzählte mir, dass sie sich am Ende der Aktivierung so gefühlt habe, wie wenn sie „keinen Kopf“ hätte. Diese Aussage verwirrte mich zunächst. Sie erklärte mir, dass in der Zeit vor unserer Sitzung ihr Kopf ständig voller Gedanken gewesen sei, und sie es als extrem angenehm empfinde, dass dort nun Ruhe und Leichtigkeit herrsche.

Zu guter Letzt möchte ich noch ein interessantes Phänomen erwähnen, dass ich immer wieder beobachte: Je aufgeschlossener und offener meine Klientinnen und Klienten zu den Aktivierungen kommen, desto besser und intensiver wirkt meine Arbeit mitunter. Ich kann das nicht ganz erklären. Es dürfte so sein, dass Zweifel oder Skepsis manchmal eine Art Barriere bilden, die die Wirkung der Sitzungen abschwächen oder ganz verhindern können. Es ist natürlich, dass wir manchmal skeptisch sind, wenn wir einer neuen Situation oder Erfahrung gegenüber stehen. Das können wir oft auch gar nicht bewusst beeinflussen. Wichtig ist nur, mit einer geistig offenen, neugierigen und aufgeschlossenen Haltung in eine Sitzung zu gehen. Es ist eine neue Erfahrung…

* Es gibt unzählige energetische Arbeitsmethoden. Seriöser Weise kann ich nur Aussagen darüber treffen, wie sich die Anwendung der von mir ausgeübten Methoden “Quantenheilung” und “Matrix Energetics” nach Berichten meiner Klienten und nach meiner persönlichen Wahrnehmung als Ausübender und Selbst-Anwender anfühlen.

Möglicherweise sind in diesem Zusammenhang auch diese Artikel für sie von Interesse:
10 | Was macht ein Energetiker eigentlich?
12 | Quantenheilung und das 3-Ebenen Modell der Energetik
13 | So nah und doch so weit... - energetische Arbeit aus der Ferne
16 | Eine Übung für leichtes Einschlafen
23 | Aus dem Nichts?
29 | Über die Grenze des Messbaren… 1


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26 | Momo - Buchtipps für den Urlaub 3

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26 | Momo - Buchtipps für den Urlaub 3

Bild: Eine Landschildkröte bewegt sich über eine Wiese mit weißem Klee. Auf ihrem Panzer steht in weiß-bläulichen Buchstaben das Wort "LESE-ZEIT". (Quelle des Originalfotos: Pixabay; Bearbeitung: Clemens Pistauer/Erwin Sovkov)


Nun noch ein weiterer Buchtipp: „Momo“ von Michael Ende. Dieses Buch ist zwar offiziell ein Kinder- bzw. Jugendbuch, aber meiner Meinung nach auch sehr lesenswert für Erwachsene. Ich kam damit schon früh in Kontakt. Meine Eltern kauften mir – nachdem ich ja schon als Kind nicht gut sah- immer viele Hörkassetten, unter anderem auch ein dreiteiliges Hörspiel über Momo. Dieses Hörspiel hat mir damals sehr gut gefallen.

Als Erwachsener habe ich nun das vollständige Buch gelesen und dabei festgestellt, dass es viele Aspekte an der Geschichte gibt, die für Kinder möglicherweise nicht so verständlich sind. „Momo“ ist ein sehr spirituelles Buch. Es ist ein modernes Märchen, das in einer großen Stadt irgendwo im Süden Europas spielt. In den Ruinen eines alten Amphitheaters lebt ein kleines Mädchen namens Momo. Die Menschen aus der Umgebung kümmern sich um sie, versorgen Sie mit Essen und den wichtigsten Haushaltsgegenständen und ihre Kinder kommen ins alte Amphitheater, um mit Momo zu spielen und sich untereinander Geschichten zu erzählen.

Die herausragendste Eigenschaft an Momo ist, dass sie zuhören kann. Sie kann den Menschen so zuhören, dass diese dabei von selbst erkennen, was für sie wichtig ist, oder eine Eingebung haben zu einem Thema, das sie gerade beschäftigt. Auch kann sie so zuhören, dass Ratlose oder unentschlossene Menschen plötzlich wissen, was sie wollen.

In dieser großen Stadt tauchen nun rätselhafte graue Herren auf. Sie fahren graue Autos, haben graue Aktentaschen und paffen an kleinen grauen Zigarren. Es stellt sich heraus, dass sie von der „Zeitsparkasse“ kommen. Sie suchen die Menschen auf und überreden sie dazu, Zeit einzusparen und bei ihnen auf ein Konto einzuzahlen. Sie versprechen ihnen, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt dann extrem viel Zeit haben werden und auf dieses Konto zugreifen können. In Wirklichkeit verschwindet die Zeit, die sie einsparen auf rätselhafte Weise. Momo und ihre Freunde kommen den Zeitdieben auf die Spur und versuchen, etwas gegen sie zu unternehmen. Das stellt sich allerdings als sehr schwierig heraus, da die grauen Herren sehr gut organisiert sind und schon tief in der Gesellschaft Fuß gefasst haben.

Im Laufe ihrer Abenteuer findet Momo mit Hilfe einer Schildkröte namens Kassiopeia, die durch Sprachnachrichten auf ihrem Panzer mit ihr kommuniziert, den Weg in das „Nirgendhaus“ in der „Niemalsgasse“. Dort lebt der Verwalter der Zeit, Meister Hora. Meister Hora lässt Momo einen sehr schönen Ort betreten, an welchem ihre persönliche Lebenszeit aus der Tiefe ihres Herzens aufsteigt. Danach schläft sie ein. Während sie schläft, vergeht draußen in der Welt ein ganzes Jahr. Als sie dann wieder in die Welt zurückkehrt, haben es die grauen Herren fertiggebracht, ihr durch Verlockungen, Einschüchterungen und subtile Zwangsmaßnahmen alle ihre Freunde zu entziehen. Diese sind jetzt für sie nicht mehr greifbar.

Wie sie es mit Hilfe von Meister Hora und dessen Schildkröte Kassiopeia schließlich doch schafft, den grauen Herren das Handwerk zu legen, wird hier natürlich noch nicht verraten.

Wie schon bereits oben erwähnt hat das Buch sehr viele hoch spirituelle Aspekte. Außerdem hat das von Herrn Ende gezeichnete Szenario sich als prophetisch erwiesen. „Momo“ erschien 1973 und anscheinend war schon damals absehbar, dass sich die Gesellschaft in eine Richtung entwickeln würde, in der die Menschen immer weniger Zeit haben. Dieser Trend hat sich seither noch um ein Vielfaches beschleunigt, und setzt sich weiter fort. Der Roman zeigt auf teilweise bestürzend direkte, teilweise sehr humorvolle und anschauliche Weise die Mechanismen auf, die in unserer Zeitnotgesellschaft herrschen. Die gute Nachricht ist: Wir haben selbst auch die Möglichkeit etwas zu verändern, so jedenfalls die Botschaft des Buches, die ich teile.

Hier auch noch ein witziges Detail am Rande: Die Schildkröte Kassiopeia kommuniziert mit Momo durch kurze Sprachnachrichten auf ihrem Panzer. Hier hat Herr Ende vielleicht unbewusst die Kommunikation durch SMS vorweggenommen.

Eine sehr nachhaltige Buch-Empfehlung für alle, die hinter die Oberfläche der Dinge schauen möchten.

 

Mehr Buchtipps finden Sie in den Artikeln:

08 | Die Katze des Dalai Lama - Buchtipp
14 | Buchtipps für den Urlaub 1
24 | Stein und Flöte - Buchtipps für den Urlaub 2

Zur Thematik von "Momo" passende Artikel, die sie interessieren könnten:

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09 | Werden, Vergehen und Ewigkeit
12 | Quantenheilung und das 3-Ebenen Modell der Energetik
20 | Das Leben lässt sich in keine Schublade stecken
23 | Aus dem Nichts?


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25 | Ein Filmtipp zu Papst Franziskus

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25 | Ein Filmtipp zu Papst Franziskus

Bild: Auf zwei offene, aneinandergelegte Handflächen ist die Weltkarte gemalt. Im Hintergrund der blaue Himmel mit Wolken. (Quelle: Pixabay)


Aus aktuellem Anlass gibt es heute einen Gastbeitrag meiner guten Freundin Charlotte Karas:

 

Neulich im klimatisierten Kino

Seit 14. Juni 2018 läuft der Film "Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes" in den österreichischen Kinos. Er hat mich sehr angenehm berührt und mich bekräftigt meinen Prinzipien treuzubleiben. Hierzu einige Gedanken aus dem Film bzw. ein ausschnittartiger Umriss aus dem Inhalt:

In dem Film nimmt uns der Papst mit auf eine Reise um die Welt. Er teilt seine Gedanken zu den schicksalshaften Ereignissen und Situationen auf unserem Erdball mit und gibt auch Statements zu unterschiedlichen Lebensumständen ab. So konfrontiert er den Zuseher gleich zu Beginn des Films mit der Frage „Können wir nicht alle etwas ärmer werden?“
Er erklärt, dass wer sein Brot nicht verdienen kann, an Würde verliert. An dieser Stelle erläutert er die 3 T (im italienischen) des Lebens: Arbeit – Land – Dach.

Der Film stellt auch eine Verbindung zu Franz von Assisi her, welcher vor ca. 800 Jahren lebte und als Apostel des Ohres gilt. Zuhören und dem anderen in die Augen schauen, empfinden wir heute womöglich bereits als Herausforderung oder erleben wir als Seltenheit.
Im Mai 2015 veröffentlichte der Papst die „Enzyklika laudato si“ zur Umweltsituation der Erde, nur wenige Tage vor dem Klimagipfel in Paris.
Während des Films verweist er auf den
Sonnengesang von Franz von Assisi, der schon damals mit diesem Gedicht die Natur ehrte. So sollten auch wir die Mutter Erde - unser (zu)Hause (be)schützen.

Eine weitere Beschreibung aus dem Film: Leben bedeutet die Füße auf dem Weg des Lebens staubig zu machen.
Im Laufe der Reise sehen wir Bilder und Aufnahmen zu Armut, Krankheit, Umweltkatastrophen, Waffenhandel und Kriegen. Der Papst spricht zu den Themen Familie, Leben, Homosexualität, Gleichstellung der Geschlechter, pädophile Priester, Umweltverschmutzung, die Natur und Mutter Erde, sowie die Flüchtlingssituation.
Wir dürfen das Leid der anderen nie als normal ansehen und uns daran gewöhnen, ermahnt uns der Papst folglich.
Auch dem Aspekt Tod in unserem Dasein schenkt er einige Worte.
Weiters erzählt er vom interreligiösen Weltfriedensgebet in Assisi, welches 2016 zum fünften Mal abgehalten wurde.

Zum Abschluss schenkt er uns ein Lächeln und ermuntert uns den Sinn für Humor nicht zu verlieren - so zumindest seine tägliche "Lebensübung".

Eine nachhaltige Filmempfehlung für jeden Menschen.

 

Vielen Dank, Charlotte!

 

Hier noch eine kurze Anmerkung von mir: Im Blog-Artikel "06 | Der Berg und die Dörfer" habe ich meinen Blickwinkel auf das Thema „Das Leben und die Religionen“ beschrieben. Ich persönlich gehöre keiner bestimmten Religionsgemeinschaft an, habe aber an allen Religionen und spirituellen Traditionen ein aufgeschlossenes, allerdings auch kritisches, Interesse. Ich finde, man sollte alles hinterfragen dürfen.

Ein anderer empfehlenswerter Film ist:

04 | "Innsaei" - Ein Filmtipp zum Thema Intuition

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24 | Stein und Flöte - Buchtipps für den Urlaub 2


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24 | Stein und Flöte - Buchtipps für den Urlaub 2

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24 | Stein und Flöte - Buchtipps für den Urlaub 2

Bild: Ein Amethyst und eine Blockflöte liegen auf einem Stein, umrahmt von Efeu- und Erdbeerblättern. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)


Vor einiger Zeit fragte ich meinen persönlichen Assistenten* Erwin: „Kannst du mir vielleicht ein Buch empfehlen?“ Er dachte kurz nach und nannte mir „Momo“ von Michael Ende und „Stein und Flöte“ von Hans Bemmann. Das klang interessant und ich beschloss zunächst, mir “Stein und Flöte” als Hörbuch zu besorgen. Mittlerweile habe ich es ganz angehört – es ist nämlich ein sehr langes Buch – und kann es empfehlen.

Der vollständige Titel lautet: „Stein und Flöte und das ist noch nicht alles“. Es handelt sich um einen Märchenroman, der sich aber eher an Erwachsene richtet. Er spielt in einer archaischen, magischen Welt. Vom Erzählstil her fühlte ich mich teilweise an den Herrn der Ringe erinnert. Es gibt zwar in der Welt von „Stein und Flöte“ keine Elben, Orks oder Hobbits, dafür aber Werwölfe, Wassernixen, sprechende Tiere und natürlich auch magische Gegenstände.

Das Buch erzählt die wechselvolle Lebensgeschichte eines jungen Mannes namens Lauscher, der durch gewisse Umstände in den Besitz eines heiltätigen Steines und einer silbernen Flöte kommt, der er die betörendsten Melodien entlocken kann. Er kann der Versuchung nicht widerstehen, diese Flöte dafür einzusetzen, Menschen und Tiere in manipulativer Weise zu beeinflussen und gerät dadurch in diverse Verstrickungen. Speziell mit Frauen hat er auch immer wieder seine liebe Not, wobei er gegen Ende der Geschichte seine große Liebe auf sehr eigenartige Weise findet. Das ist aber noch lange nicht alles, wie auch der vollständige Buchtitel schon andeutet. Wir begleiten ihn auf seinem langen Lebensweg, auf dem ihm viele Menschen und allerhand sonderbare Wesen begegnen und er eine bemerkenswerte Entwicklung durchmacht. Er hat viele Abenteuer und Einsichten, erleidet aber auch immer wieder Rückschläge und fällt in fatale Verhaltensmuster zurück.

Was ich an dem Roman sehr spannend finde, ist die bewusstseinsmäßige Entwicklung des Hauptcharakters. Immer wieder dachte ich mir beim Lesen: „Jetzt sagen ihm eh schon alle, dass er aufpassen muss, damit er nicht in die Falle tappt, und er hat noch immer nicht verstanden …“ Allerdings erinnere ich mich dann immer wieder an mein bisheriges Leben und meine eigene Entwicklung und denke mir: „Naja, manches hätte ich im Rückblick ja auf jeden Fall auch anders gemacht.“ Ich finde, ich habe schon ziemlich viel dazu gelernt, in diesem Leben, aber vieles auch noch immer nicht verstanden. In viele Fallen tapse ich trotz meines Wissens immer noch und immer wieder hinein. Mir ist beim Lesen dieses Buches so richtig bewusst geworden, dass es nichts nützt, wenn dir jemand etwas sagt, was klug wäre für dich, oder du sogar selbst erkennst, dass dieses oder jenes einer Korrektur bedarf. Die Einsicht muss dann noch konkret umgesetzt werden. 

Das Buch vermittelt viel Lebens- und Herzensweisheit. Es werden auch gesellschaftliche Mechanismen, wie zum Beispiel Manipulation, Missbrauch unserer Talente zur Lenkung von anderen, das Thema „freier Wille“ und noch vieles mehr behandelt. Sehr charmant finde ich persönlich, dass all das in eine fantastische Welt eingebettet ist, wo Verwandlungen von Menschen in Tiere stattfinden, und wo sich dann allerdings auch zeigt, dass die „Magie des Herzens“ wohl letztendlich immer stärker ist, als alle manipulative „Magie“, die wir so anwenden können.

“Stein und Flöte” könnte, glaube ich, eine sehr gute Lektüre für einen Urlaub am Strand oder an einem anderen Ort sein, an dem Sie viel Zeit und Muße haben. Es hat nämlich über 800 Seiten, ist also sehr dick. Man braucht auch etwas Geduld beim Lesen. Manchmal schweift die Handlung etwas ab, indem in der Geschichte eine weitere Geschichte erzählt wird. Für all diejenigen unter ihnen, die Geschichten lieben, ist das Buch sicher eine Fundgrube. Wenn Sie Action, wilde Schlachten und Kämpfe suchen, dann sind Sie eher nicht richtig. Der Schwerpunkt liegt mehr  auf der inneren Entwicklung und der Erweiterung des Bewusstseins des Hauptcharakters Lauscher. Sehr ansprechend fand ich auch die liebevollen Schilderungen der Natur und der Verbundenheit von Pflanzen, Tieren und Menschen.

 

Viel Freude beim Lesen und einen schönen restlichen Sommer!

 

* Bedingt durch meine starke Sehbeeinträchtigung brauche ich in einigen Bereichen Unterstützung und nehme daher persönliche Assistenz am Arbeitsplatz in Anspruch. Diese wird vom Staat finanziert und dient der Unterstützung von Menschen mit Behinderung bei ihrer Berufsausübung. Ich finde es persönlich sehr erfreulich, dass es diese Möglichkeit gibt. Beispielsweise unterstützen meine Assistenten mich dabei, die Fotos für diesen Blog im Internet zu finden oder ein Foto, wie das für diesen Artikel, zu machen.

Weitere Lesetipps:

08 | Die Katze des Dalai Lama - Buchtipp
14 | Buchtipps für den Urlaub 1
26 | Momo - Buchtipps für den Urlaub 3

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23 | Aus dem Nichts?

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23 | Aus dem Nichts?

Bild: Indigoblauer Sternenhimmel. Horizontal über das Bild erstreckt sich ein Spiralarm unserer Milchstrasse. (Quelle: Pixabay)


Heute wieder einmal ein Gedicht. Ich habe versucht, darin "Ahnungen" festzuhalten, die unlängst in mir aufgestiegen sind. Nachdem ich nichts davon mit Gewissheit sagen kann, habe ich es in Form von Fragen formuliert. Mögen Sie Ihre eigenen Antworten finden ... .

Aus dem Nichts?

Da ist eine Quelle -
Sie sprudelt aus dem Nichts.

Aus dem Nichts entsteht ein neues Universum.
Und nicht nur das …
… Wesen aller Art bevölkern es.
Woher kommen sie? Was belebt sie?

Was ist dieses "Nichts"?
Wer weiss es?

Sind wir alle dieses "Nichts"?
Unheimlich mag das scheinen …
… aus dem Nichts zu kommen.
Oder ganz vertraut ...

Erkennt das Nichts sich selbst?
Wird es sich seiner Selbst bewusst?

Ist es ein Nichts, wenn es alles enthält?

 

Einen wunderschönen Sommer!

Clemens Pistauer

 

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