Bild: Der Mount Everest verdeckt durch Wolken, © H. Sengenberger (www.h-sengenberger.de)


Nachdem bald das Weihnachtsfest gefeiert wird dachte ich mir, ich könnte mit Ihnen / euch einige Gedanken teilen, die mir zum Thema Religionen und „Gott“ gekommen sind.

Vor einigen Jahren ist das folgende bildhafte Gleichnis vor meinem geistigen Auge aufgetaucht:
Ich sehe einen sehr sehr großen Berg, und rund um diesen Berg liegen in größeren Abständen voneinander verschiedene Dörfer. Der Berg ist in Wolken gehüllt, so dass man seinen Gipfel nicht sehen kann. Ab und an machen sich aus dem einen oder anderen Dorf die eine oder der andere Abenteuerlustige auf, um den Berg zu ersteigen. Alle Dörfer liegen in verschiedenen Klimazonen, das eine Dorf liegt vielleicht an einem Fluss, das andere am Rand der Wüste, ein drittes auf einem Hochplateau auf der ersten Terrasse des Berges. Und je nach der natürlichen Umgebung haben sich die Menschen unterschiedlich entwickelt, haben unterschiedliche Gebräuche, unterschiedliche Sprachen, unterschiedliche Ansichten über die Welt. Und nun machen sich immer wieder einzelne Personen aus diesen Dörfern zum Gipfel auf, und sie kommen dann auch zurück und berichten den BewohnerInnen ihres Dorfes darüber, was sie gesehen haben. Nachdem es etwas Großartiges, Einzigartiges ist, was sie erlebt haben, ist es im Grunde unmöglich in Worte zu fassen. Aber weil sie es ihren Mitmenschen gerne auch zugänglich machen möchten, versuchen Sie, es zu beschreiben. Für ihre Beschreibung bedienen Sie sich der Begriffe und Formulierungen, mit denen die BewohnerInnen ihres Dorfes vertraut sind und etwas anfangen können. Daher unterscheiden sich die Beschreibungen von dem, was auf dem Berg vorgefunden wurde von Dorf zu Dorf voneinander. Von manchen wird dieser, von den anderen ein anderer Aspekt betont. Die Berichte der Wanderer werden manchmal aufgeschrieben oder es entsteht eine mündliche Tradition der Überlieferung.

Schon einige Generationen, nachdem die Wanderer selbst gestorben sind, haben sich gewisse Gebräuche und Traditionen und konkrete Regeln rund um ihre eigentlichen Botschaften gebildet und so werden die Abweichungen der Traditionen in den verschiedenen Dörfern größer. Wenn manchmal Kontakte von einem Dorf zum anderen herrschen, dann erzählen sich die BewohnerInnen der Dörfer gegenseitig von den Berichten der Wanderer und von ihren Traditionen dazu. Oftmals geraten sie dann in Streit darüber, welcher Bericht nun der „wahrste“ ist. Erbitterte Auseinandersetzungen werden manchmal darüber geführt und es soll auch schon zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Dörfern gekommen sein.

Allerdings gibt es auch immer wieder BewohnerInnen der Dörfer, welche den Entschluss fassen, selbst den Berg zu besteigen um herauszufinden, was dort oben ist und was es mit den alten Überlieferungen auf sich hat.

In diesem Gleichnis steht der Berg für das „Leben“ oder „Gott“. Die Dörfer stehen für die verschiedenen Religionen beziehungsweise spirituellen Traditionen, und die BewohnerInnen der Dörfer – naja - die stehen für uns alle. Zum Glück steht es uns allen ohne Ausnahme offen, selbst auf den Berg zu steigen. Der Weg auf den Berg ist nämlich in uns selbst zu finden. Es ist also vielmehr eine Reise nach Innen, und nicht ein Weg nach außen oder nach oben - jedenfalls meiner Meinung nach. Es gibt viele Wege zu einer „höheren“ Wirklichkeit. Vielleicht fühlen sich aber manche auf dem einen Weg wohler, manche gehen lieber einen anderen. Alle Wege treffen sich auf dem Gipfel.

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© 2017, Clemens Pistauer, Human- und Tier-Energetiker in 1190 Wien

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