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30 | Über die Grenze des Messbaren... 2

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30 | Über die Grenze des Messbaren... 2

Bild: Zu sehen ist ein Eierschneider mit zwei Schnittgittern, einem für parallele Scheiben und einem für Sechstel-Spalten. Daneben steht ein Teller mit einem bunt gestreiften Osterei, einem gescheibten Ei und einem Ei in Spalten. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)


Da ich auf den Artikel „29 | Über die Grenze des Messbaren… 1“ einige sehr interessante und aufschlussreiche Reaktionen bekommen habe - hier jetzt noch eine Fortsetzung.

Gleich zu Beginn hätte ich – wie im vorherigen Artikel - eine Frage an Sie: „Sind Sie verheiratet, verpartnert etc.? Haben Sie Kinder? Also, falls Sie einen Partner/eine Partnerin oder Kinder haben, würden Sie sagen, dass Sie diese lieben?“ Ich will Ihnen natürlich nicht zu nahe treten – worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Sollten Sie nun antworten: „Ja, natürlich liebe ich meine Kinder und meine Partnerin/meinen Partner.“ Dann finde ich das wunderschön und freue mich sehr für Sie! Und diese Liebe – würden Sie sagen, dass sie irgendwie messbar ist?

Wie wäre es mit einem “Love-Meter”?

Vermutlich könnte man überlegen, die Liebe zu unseren Partnern und Kindern zum Beispiel daran zu messen, wie viel Zeit wir mit ihnen verbringen, wie oft wir ihnen etwas schenken, wie teuer diese Geschenke sind, was wir alles für sie tun, etc. Aber das wäre möglicherweise nur eine sehr unvollständige Annäherung, da für den jeweiligen Einzelfall jedes dieser Kriterien – und sogar alle zusammengenommen – meiner Meinung nach überhaupt nichts aussagen. Auch der Umstand, wie oft Sie mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner streiten, bzw. mit Ihren Kindern schimpfen, sagt vermutlich überhaupt nichts darüber aus, wie sehr Sie diese lieben. Ich kenne Paare, die sehr oft streiten, und sich trotzdem sehr, sehr lieben.

Ähnliche Überlegungen könnte man natürlich auch in Bezug auf wechselseitige Abneigung anstellen, aber auch hier würden wir wahrscheinlich rasch an die Grenze des vernünftig Messbaren kommen.

Muss alles messbar sein?

„Schön und gut“, denken Sie sich jetzt vielleicht, „und worauf will er hinaus?“

Mir ist, als ich diese Gedankenspiele für mich selbst durchgegangen bin, bewusst geworden, ein wie großer Teil unserer Realität sich außerhalb eines klar messbaren Rahmens befindet. Dazu zählt wohl vor allem die Welt unserer Gefühle. Ich finde, daran ist auch überhaupt nichts verkehrt. Ich denke, es kann uns nicht schaden, uns wieder einmal bewusst zu machen, dass nicht alle Bereiche unserer Existenz eindeutig messbar, zählbar oder bewertbar sind. Das ist völlig in Ordnung, wenn auch unserem Verstand möglicherweise unheimlich.

Das Bemerkenswerte ist, dass unser tägliches Leben extrem stark vom Verstand dominiert wird. Was macht der Verstand? Er versucht – was teilweise natürlich auch sehr notwendig und positiv ist – die Dinge und Phänomene einzuteilen. Er macht Ordnung, indem er Kategorien und „Schubladen“ bildet. Er legt einen bzw. viele Raster über die Realität. Haben Sie zu Hause vielleicht einen Eierschneider? Unser Verstand funktioniert so ähnlich wie ein Eierschneider. Er nimmt Unterteilungen vor, je nach dem gewünschten Blickwinkel. Und in der Zwischenzeit haben wir mit Hilfe unseres Verstandes auch Maschinen entwickelt – nämlich unsere Computer – durch welche sich dieses Prinzip fortsetzt. Ein herkömmlicher Computer funktioniert nach diesem Prinzip der Unterscheidung, entweder null, oder eins, bzw. „Strom fließt“ oder „Strom fließt nicht“.

Bei alldem müssen wir, glaube ich, nur darauf achten, die Kirche im Dorf beziehungsweise den Verstand dort zu lassen, wo er hingehört und uns auch nützlich ist. Er hilft uns dabei, die materielle Welt zu organisieren, und uns das Leben leichter zu machen. Er ist ein Werkzeug, ein Helfer oder „Diener“, aber nicht der „Herr“.

Meiner Ansicht nach würde es uns sehr gut tun, zu akzeptieren, dass es sehr wohl Bereiche gibt, in welchen uns der Verstand nicht weiterhelfen kann. Zum Glück gibt es dort andere Hilfsmittel, die uns unterstützen können, wie zum Beispiel unsere innere Stimme, die Stimme der Intuition, oder Fähigkeiten wie Achtsamkeit, Empathie und Vertrauen. All diese Fähigkeiten können - so wie der Umgang mit unserem Verstand – erlernt und geschult werden.

Eine Achtsamkeitsübung

Sie können Ihre Achtsamkeit auf vielfältige Art und Weise trainieren.

Jemand räumt achtsam eine Geschirrspülmaschine aus.  (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)

Jemand räumt achtsam eine Geschirrspülmaschine aus. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)

Im Alltag könnten Sie sich zB. vornehmen, den Geschirrspüler so auszuräumen, dass Sie es ganz bewusst tun - Bewegung für Bewegung und Handgriff für Handgriff. Die Übung besteht darin, mit der Aufmerksamkeit ganz im Hier-und-Jetzt und beim Ausräumen des Geschirrspülers zu sein. Wenn Ihre Gedanken dabei abzuschweifen beginnen, z. B. in Richtung der Ereignisse des vergangenen Tages, oder zum bevorstehenden Abendessen, dann kehren Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit einfach wieder zum Geschirrspüler und der Tätigkeit des Ausräumens zurück. Probieren Sie es doch einfach einmal aus!

Seine Achtsamkeit zu trainieren hat viele Vorteile, unter anderem lässt sich damit auch unser Gedächtnis verbessern. Ich habe gemerkt, dass ich – seit dem ich meine Achtsamkeit mehr und mehr trainiere - zB. viel seltener nach Dingen suchen muss, die ich verlegt habe. Außerdem erinnere ich mich auch genauer daran, was ich in einer konkreten Situation getan, gesagt, oder gedacht habe. Ich finde das sehr praktisch!

Wie sehen Sie das? Ihre Meinung interessiert mich. Wenn Sie möchten, hinterlassen Sie mir sehr gerne unten einen Kommentar.

 

Wenn Sie sich näher für das Thema Achtsamkeit interessieren, kann ich Ihnen den Blog
https://www.fair-achtung.de/ von Kathi Biberich empfehlen. Dort finden Sie auch zahlreiche weitere Anregungen für Achtsamkeitsexperimente im Alltag.

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01 | Das Ego aus spiritueller Sicht
07 | Auf der Durchreise
08 | Die Katze des Dalai Lama - Buchtipp
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20 | Das Leben lässt sich in keine Schublade stecken
21 | Über die Grenze des Schachbretts


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29 | Über die Grenze des Messbaren... 1

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29 | Über die Grenze des Messbaren... 1

Bild: Kuppel des PAN-STARRS Teleskops des Haleakala Observatoriums auf Hawaii. Im Hintergrund ein Nebelmeer und der offene Himmel bei Dämmerung. (Quelle: Pixabay)


„Wie alt sind Sie?“

Werden Sie auch immer wieder einmal gefragt, wie alt Sie sind? Ich habe mir fix vorgenommen, dass ich das nächste Mal, wenn ich diese Frage gestellt bekomme, antworten werde: “Ich bin uralt und ewig jung.“ Das ist - jedenfalls aus meinem Blickwinkel – die reine Wahrheit. Vermutlich werde ich mit einer solchen Antwort Kopfschütteln hervorrufen. Der Grund für diese Antwort ist, dass ich mich nämlich nicht mit meinem physischen Körper identifiziere, sondern mich als Seele sehe mit einem ewigen und unsterblichen Kern aus lebendigem Bewusstsein. Meiner Meinung nach bin ich hier auf der Erde, weil ich mich dafür entschieden habe, in einem menschlichen Körper Erfahrungen zu machen und Eindrücke zu sammeln.

Wenn ich auf die Frage: “Wie alt sind Sie?“ antworten würde: “Ich bin 42“, dann würde ich mich mit dem Alter meines physischen Körpers identifizieren, bzw. mit seiner Lebensspanne hier auf der Erde.

Natürlich kann ich nicht beweisen, dass es so etwas wie eine Seele gibt. Ich bin zu dieser sehr persönlichen Erkenntnis durch jahrelange Beschäftigung mit religiösen und spirituellen Themen gekommen. Außerdem hat mich meine Intuition dabei unterstützt. Ich verstehe unter Intuition die gefühlsmäßige Wahrnehmung der Realität, so wie sie ist - abseits von Vorstellungen, Glaubenssätzen, Konzepten, Wünschen und Ideen. Selbstverständlich respektiere ich auch Ihre Ansicht, wenn Sie jetzt zu mir sagen: „Das ist alles schön und gut, aber reine Spekulation.“ Ja, in einem klassisch, naturwissenschaftlichen Sinn ist das richtig. Allerdings kann auch niemand beweisen, dass es keine Seele gibt.


Über die Grenze des Messbaren

Was ich im allgemeinen Diskurs derzeit ein wenig irritierend finde, ist, dass seitens mancher Vertreter der Naturwissenschaften anscheinend die Ansicht besteht: „Was wir nicht messen können, das existiert auch nicht.“ Jedenfalls nehme ich das so wahr.

Ich weiß, dass dies ein heikles Thema ist. Ich habe selbst einen sehr wissenschaftlichen Zugang zu den Dingen, vielleicht auch auf Grund meines juristischen Studiums. Meiner Meinung nach sollte man immer versuchen, den Phänomenen soweit wie möglich auf den Grund zu gehen. Allerdings halte ich es nicht für zulässig, pauschal zu behaupten: „Phänomene wie Telepathie, intuitive Wahrnehmung oder eine Seele im spirituellen Sinn kann man nicht messen, deshalb existieren sie auch nicht.“ Das wäre meiner Ansicht nach zu kurz gegriffen.

Betrachten wir beispielsweise Gravitationswellen. Ihre Existenz wurde 1916 von Albert Einstein postuliert*. Ende der 1970er Jahre wurden Sie erstmals indirekt durch die Messungen an einem Doppelsternsystem (PSR B1913+16) bestätigt. Erstmals direkt gemessen wurden Gravitationswellen am 14.9.2015 im „Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory“ (LIGO) in den USA**. Man kann sie nun also nachweisen. Allerdings haben sie auch bereits vorher existiert!

Ein anderes Beispiel: Am 28.2.2019 kam über den ORF die Meldung, dass Forscher herausgefunden haben, dass die Atmosphäre der Erde sich allem Anschein nach viel weiter in den Weltraum erstreckt, als bisher angenommen*** und sogar den Mond einschließt. Auch das war, wenn es so ist und gemessen werden kann, ebenfalls bereits vorher so.

Ich finde, dass sich etablierte Wissenschaften, Parawissenschaften**** und uraltes spirituelles Erfahrungswissen der Menschheit offen und konstruktiv austauschen und auf einander zubewegen sollten. Das ist wie gesagt eine heikle Sache. Natürlich ist das menschliche Ego auch so gestrickt, dass es immer wieder dazu tendiert, unklare Situationen für sich und zu seinem Vorteil auszunutzen. Scharlatanerie, Unehrlichkeit und sonstige von unserem Ego motivierte Verhaltensweisen kommen ohne Zweifel in allen Bereichen unserer Zivilisation vor. Trotzdem muss klar gestellt werden, dass nicht jede Person, die behauptet, Dinge wahrnehmen zu können, die andere nicht wahrnehmen, ein Scharlatan oder ähnliches ist!

Mit der Thematik der Grenzen unserer Wahrnehmung und unseres Verstandes habe ich mich auch schon im Blog-Artikel „21 | Über die Grenze des Schachbretts“ beschäftigt. Im Bereich der Energetik ist dieses Thema natürlich auch allgegenwärtig. Manche Menschen sagen, dass energetische Arbeit nicht nachweisbar und reiner Humbug ist. Ich weise in meinem Aufklärungsbogen für Klienten und auf meiner Website ausdrücklich darauf hin, dass meine energetische Arbeit auf keiner naturwissenschaftlich überprüfbaren Grundlage beruht. Das ist der derzeitige Stand, der sich aber vielleicht eines Tages ändert.


Ein Unentschieden

Nun noch einmal zurück zum Anfang dieses Artikels und zu der Frage, ob es eine Seele geben könnte, die aus einem Bereich jenseits von Raum und Zeit kommt und ein unsterblicher, ewiger Anteil an universellem Bewusstsein ist. Ich kann das nicht beweisen, aber wie schon erwähnt, kann mir auch niemand beweisen, dass es nicht so ist. Fairerweise müsste man hier also sagen: „Wir wissen es alle nicht genau.“ Im Schach würde man von einem „Patt“ sprechen. Es geht mir hier nicht in erster Linie darum, wer recht hat, sondern darum, dass wir uns alle miteinander mit mehr wechselseitiger Toleranz begegnen sollten.

Ein schwarzer und ein weißer König stehen einander auf einem Schachbrett in Patt-Stellung gegenüber. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)

Ein schwarzer und ein weißer König stehen einander auf einem Schachbrett in Patt-Stellung gegenüber. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)

Hier noch ein Buchtipp:

  • Stephen Hawking: „Kurze Antworten auf große Fragen“ (ISBN-13: 978-3608963762) – auch als Hörbuch erhältlich

Das Buch von Herrn Hawking gab mir auch einige wertvolle Impulse für diesen Artikel. Es liefert – finde ich – einen interessanten und aufschlussreichen Einblick in die Denkweise und die Weltsicht eines bemerkenswerten Menschen und Naturwissenschaftlers.

Wie denken Sie über diesen Artikel? Ihre Meinung interessiert mich. Also wenn Sie möchten, hinterlassen Sie mir unten einen Kommentar.

In diesem Sinne: Erforschen wir gemeinsam die Wunder der Schöpfung, jede und jeder auf ihre oder seine Weise.

Herzliche - nicht messbare - Grüße!

Clemens P.

Die Fortsetzung dieses Artikels können Sie im Blog-Artikel “30 | Über die Grenze des Messbaren... 2” lesen.

* Siehe:

** Siehe: https://www.mpifr-bonn.mpg.de/4029450/Gravitationswellen.pdf

*** Siehe: https://science.orf.at/stories/2967191

**** Parawissenschaften. (griechisch para- „neben, darüber hinaus“). Der Ausdruck bezeichnet Erkenntnisansprüche am Rande oder außerhalb der akademisch etablierten Wissenschaften. (https://de.wikipedia.org/wiki/Parawissenschaft)



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01 | Das Ego aus spiritueller Sicht
02 | Geschichte vom Mann, seinem Sohn und dem Pony
09 | Werden, Vergehen und Ewigkeit
11 | Herz und Verstand
23 | Aus dem Nichts?
27 | Fehlende Köpfe und fliegende Teppiche – wie sich Energetik anfühlen kann


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28 | Eine Frage des Blickwinkels!

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28 | Eine Frage des Blickwinkels!

Bild: Nahaufnahme des Gesichts eines lächelnden, jungen, afrikanischen Mannes. (Quelle: pixabay)


Vor kurzem bin ich zufällig über ein Gedicht gestolpert*, das mich zum Lachen brachte und wieder einmal auf den Gedanken, dass unsere Sicht der Welt so oft eine Frage des Blickwinkels ist.

Es lautet:

Der Schwarze
Von einem unbekannten Dichter aus Südafrika

Der Afrikaner:
Wenn ich zur Welt komme, bin ich schwarz.
Wenn ich aufwachse, bin ich schwarz.
Wenn ich krank bin, bin ich schwarz.
Wenn ich in die Sonne gehe, bin ich schwarz.
Wenn ich friere, bin ich schwarz.
Wenn ich sterbe, bin ich schwarz.

Aber du!

Wenn du zur Welt kommst, bist du rosa.
Wenn du aufwächst, bist du weiß.
Wenn du krank bist, bist du grün.
Wenn du in die Sonne gehst, bist du rot.
Wenn du frierst, bist du blau.
Wenn du stirbst, bist du grau.

Und du wagst es, verdammt noch mal, mich einen Farbigen zu nennen?!

Das ist wohl natürlich auch mit einem Augenzwinkern zu verstehen! Es bereitet mir jedenfalls immer Freude, wenn jemand es schafft, seinen Standpunkt auf humorvolle Weise zu vermitteln. Ich fand den Blickwinkel des anonymen Dichters sehr erfrischend!

Herzliche Grüße, schöne Feiertage und einen harmonischen Jahreswechsel!

Clemens Pistauer


* Gefunden auf https://unikatmuc.de/2014/09/der-schwarze-ein-gedicht-ueber-gerechtigkeit/

Update vom 15.1.2019

Zufällig bin ich durch einen Hinweis auf den mutmaßlichen englischen Originaltext des Gedichts gestoßen. Dabei ist eine interessante, allerdings auch etwas mysteriöse Geschichte zu Tage gekommen:

In der Frühlingsausgabe 2009 der Publikation “TAU-USA” des Franziskanerordens (S. 22)** fand ich diese Variante des Gedichts:

When I born, I black
When I grow up, I black
When I go in Sun, I black
When I scared, I black
When I sick, I black
And when I die, I still black

And you white fellow
When you born, you pink
When you grow up, you white
When you go in sun, you red
When you cold, you blue
When you scared, you yellow
When you sick, you green
And when you die, you gray

And you calling me colored?

Unter dem Gedicht steht der Satz:

“The poem above (from the Internet) was nominated by the UN, as the best poem of 2006. It was written by an African kid.”

(Übersetzung: “Das oben stehende Gedicht (aus dem Internet) wurde von der UN als das beste Gedicht 2006 gekürt. Es wurde von einem afrikanischen Kind geschrieben.”)

Allerdings konnte ich bei meiner Google-Recherche keine Bestätigung dafür finden, weder auf Webseiten der UN noch anderswo, dass es so einen Wettbewerb im Jahr 2006 gegeben hat.


Das oben stehende Gedicht aus der Publikation des Franziskaner Ordens findet sich – teilweise in abgewandelter Form – an mehreren Stellen im Internet***. Bei fast allen Fundstellen befindet sich der oben zitierte Kommentar betreffend die Kür durch die UN - ebenfalls teilweise etwas abgewandelt.

Das deutet für mich darauf hin, dass möglicherweise diese Information im Internet „im Kreis herum“ übernommen wurde. Eine Bestätigung dafür dass es diesen Wettbewerb der UN gegeben hat, konnte ich – wie bereits oben erwähnt – nicht finden. Auch fehlten auf den in der Fußnote *** aufgelisteten Seiten entsprechende Quellenangaben.

 

Einen weiteren Hinweis auf den möglichen Ursprung des Gedichts fand ich schließlich in einem deutschsprachigen Forum****, in welchem es aber auch englische Beiträge gibt. Dort wurde von einem User die Version mit dem Wettbewerb aus 2006 in Frage gestellt. Er gibt das Gedicht mit leichten Abweichungen von der Version des Franziskanerordens wieder und nennt eine andere Fundstelle. Die Sprache dieser Version ist auch noch etwas einfacher:

When I Born, I Black
When I grow up, I Black
When I go in sun, I Black
When I sick, I Black, and
When I die, I still Black

And U White fella,
When u born, u pink
When u grow up, u white
When u go in sun, u red
When u cold, u blue
When u Scared, u yellow
When u sick, u green, and
When u die, u gray

And--------------
You calling me colored??

Als Quelle gibt er folgendes an:

by an Anonymous pupil of King Edward VI School, Birmingham, UK.
Found in The children's book of poems, prayers and meditations ed. Liz Attenborough (Element Books, 1989)*****

(Übersetzung: von einem anonymen Schüler der “König Edward VI Schule”, Birmingham, Vereinigtes Königreich.
Gefunden in “Das Kinderbuch der Gedichte, Gebete und Meditationen hrsg. Liz Attenborough (Element Books, 1989))

Gleichzeitig verlinkt er auf die Seite der „National Poetry Library“ in Groß Britannien, in der man vermutlich das Buch online einsehen kann. Da man britischer Staatsbürger sein muss, um sich dort zu registrieren, konnte ich die Authentizität der Fundstelle in letzter Konsequenz leider nicht überprüfen.

Mir erscheint es durchaus plausibel, dass das die ursprüngliche Version des Gedichtes sein könnte - nicht zuletzt auf Grund des einfachen Schreibstils.


Es ist interessant zu beobachten wie sich die Dinge durch Übertragen und Übersetzen weiterentwickeln. Möglicher Weise wurde so aus einem anonymen Schüler aus Großbritannien schließlich über Umwege ein unbekannter Dichter aus Südafrika.

So viel zum Thema Legendenbildung! Wer weiß, vielleicht kann man in 10 Jahren irgendwo lesen, dass es der kleine Nelson Mandela geschrieben hatte.


** https://www.nafra-sfo.org/tau-usa/articles/Spring09/Issue_Num_62_spr_09.pdf

*** https://www.groundreport.com/nominated-by-un-as-the-best-poem-of-2006-written-by-an-african-kid/
https://www.qatarliving.com/forum/qatar-living-lounge/posts/african-kid-best-poem-judged-un-2006
https://www.citehr.com/66314-nominated-un-best-poem-2006-african-kid.html
http://moui.net/blog/2010/10/nominated-by-un-as-the-best-poem-of-2006-written-by-an-african-kid/
http://latestupdatesofincometax.blogspot.com/2009/06/best-poem-of-2006-this-poem-was.html
https://groups.google.com/forum/#!topic/medicos98tvm/4okOY7leAgA
https://www.thelocal.se/discuss/index.php?showtopic=20252&mode=linear?showtopic=20252&mode=linear

**** http://www.sb-innovation.de/f49/best-poem-2006-written-african-kid-27627/

***** https://www.amazon.com/Childrens-Book-Poems-Prayers-Meditations/dp/1901881857


Unterschiedliche Blickwinkel und Standpunkte sind auch in diesen Artikeln aus meinem Blog ein Thema:
02 | Geschichte vom Mann, seinem Sohn und dem Pony
05 | Himmel, Hölle und Humor
06 | Der Berg und die Dörfer
09 | Werden, Vergehen und Ewigkeit
11 | Herz und Verstand
21 | Über die Grenze des Schachbretts


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26 | Momo - Buchtipps für den Urlaub 3

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26 | Momo - Buchtipps für den Urlaub 3

Bild: Eine Landschildkröte bewegt sich über eine Wiese mit weißem Klee. Auf ihrem Panzer steht in weiß-bläulichen Buchstaben das Wort "LESE-ZEIT". (Quelle des Originalfotos: Pixabay; Bearbeitung: Clemens Pistauer/Erwin Sovkov)


Nun noch ein weiterer Buchtipp: „Momo“ von Michael Ende. Dieses Buch ist zwar offiziell ein Kinder- bzw. Jugendbuch, aber meiner Meinung nach auch sehr lesenswert für Erwachsene. Ich kam damit schon früh in Kontakt. Meine Eltern kauften mir – nachdem ich ja schon als Kind nicht gut sah- immer viele Hörkassetten, unter anderem auch ein dreiteiliges Hörspiel über Momo. Dieses Hörspiel hat mir damals sehr gut gefallen.

Als Erwachsener habe ich nun das vollständige Buch gelesen und dabei festgestellt, dass es viele Aspekte an der Geschichte gibt, die für Kinder möglicherweise nicht so verständlich sind. „Momo“ ist ein sehr spirituelles Buch. Es ist ein modernes Märchen, das in einer großen Stadt irgendwo im Süden Europas spielt. In den Ruinen eines alten Amphitheaters lebt ein kleines Mädchen namens Momo. Die Menschen aus der Umgebung kümmern sich um sie, versorgen Sie mit Essen und den wichtigsten Haushaltsgegenständen und ihre Kinder kommen ins alte Amphitheater, um mit Momo zu spielen und sich untereinander Geschichten zu erzählen.

Die herausragendste Eigenschaft an Momo ist, dass sie zuhören kann. Sie kann den Menschen so zuhören, dass diese dabei von selbst erkennen, was für sie wichtig ist, oder eine Eingebung haben zu einem Thema, das sie gerade beschäftigt. Auch kann sie so zuhören, dass Ratlose oder unentschlossene Menschen plötzlich wissen, was sie wollen.

In dieser großen Stadt tauchen nun rätselhafte graue Herren auf. Sie fahren graue Autos, haben graue Aktentaschen und paffen an kleinen grauen Zigarren. Es stellt sich heraus, dass sie von der „Zeitsparkasse“ kommen. Sie suchen die Menschen auf und überreden sie dazu, Zeit einzusparen und bei ihnen auf ein Konto einzuzahlen. Sie versprechen ihnen, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt dann extrem viel Zeit haben werden und auf dieses Konto zugreifen können. In Wirklichkeit verschwindet die Zeit, die sie einsparen auf rätselhafte Weise. Momo und ihre Freunde kommen den Zeitdieben auf die Spur und versuchen, etwas gegen sie zu unternehmen. Das stellt sich allerdings als sehr schwierig heraus, da die grauen Herren sehr gut organisiert sind und schon tief in der Gesellschaft Fuß gefasst haben.

Im Laufe ihrer Abenteuer findet Momo mit Hilfe einer Schildkröte namens Kassiopeia, die durch Sprachnachrichten auf ihrem Panzer mit ihr kommuniziert, den Weg in das „Nirgendhaus“ in der „Niemalsgasse“. Dort lebt der Verwalter der Zeit, Meister Hora. Meister Hora lässt Momo einen sehr schönen Ort betreten, an welchem ihre persönliche Lebenszeit aus der Tiefe ihres Herzens aufsteigt. Danach schläft sie ein. Während sie schläft, vergeht draußen in der Welt ein ganzes Jahr. Als sie dann wieder in die Welt zurückkehrt, haben es die grauen Herren fertiggebracht, ihr durch Verlockungen, Einschüchterungen und subtile Zwangsmaßnahmen alle ihre Freunde zu entziehen. Diese sind jetzt für sie nicht mehr greifbar.

Wie sie es mit Hilfe von Meister Hora und dessen Schildkröte Kassiopeia schließlich doch schafft, den grauen Herren das Handwerk zu legen, wird hier natürlich noch nicht verraten.

Wie schon bereits oben erwähnt hat das Buch sehr viele hoch spirituelle Aspekte. Außerdem hat das von Herrn Ende gezeichnete Szenario sich als prophetisch erwiesen. „Momo“ erschien 1973 und anscheinend war schon damals absehbar, dass sich die Gesellschaft in eine Richtung entwickeln würde, in der die Menschen immer weniger Zeit haben. Dieser Trend hat sich seither noch um ein Vielfaches beschleunigt, und setzt sich weiter fort. Der Roman zeigt auf teilweise bestürzend direkte, teilweise sehr humorvolle und anschauliche Weise die Mechanismen auf, die in unserer Zeitnotgesellschaft herrschen. Die gute Nachricht ist: Wir haben selbst auch die Möglichkeit etwas zu verändern, so jedenfalls die Botschaft des Buches, die ich teile.

Hier auch noch ein witziges Detail am Rande: Die Schildkröte Kassiopeia kommuniziert mit Momo durch kurze Sprachnachrichten auf ihrem Panzer. Hier hat Herr Ende vielleicht unbewusst die Kommunikation durch SMS vorweggenommen.

Eine sehr nachhaltige Buch-Empfehlung für alle, die hinter die Oberfläche der Dinge schauen möchten.

 

Mehr Buchtipps finden Sie in den Artikeln:

08 | Die Katze des Dalai Lama - Buchtipp
14 | Buchtipps für den Urlaub 1
24 | Stein und Flöte - Buchtipps für den Urlaub 2

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23 | Aus dem Nichts?


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25 | Ein Filmtipp zu Papst Franziskus

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25 | Ein Filmtipp zu Papst Franziskus

Bild: Auf zwei offene, aneinandergelegte Handflächen ist die Weltkarte gemalt. Im Hintergrund der blaue Himmel mit Wolken. (Quelle: Pixabay)


Aus aktuellem Anlass gibt es heute einen Gastbeitrag meiner guten Freundin Charlotte Karas:

 

Neulich im klimatisierten Kino

Seit 14. Juni 2018 läuft der Film "Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes" in den österreichischen Kinos. Er hat mich sehr angenehm berührt und mich bekräftigt meinen Prinzipien treuzubleiben. Hierzu einige Gedanken aus dem Film bzw. ein ausschnittartiger Umriss aus dem Inhalt:

In dem Film nimmt uns der Papst mit auf eine Reise um die Welt. Er teilt seine Gedanken zu den schicksalshaften Ereignissen und Situationen auf unserem Erdball mit und gibt auch Statements zu unterschiedlichen Lebensumständen ab. So konfrontiert er den Zuseher gleich zu Beginn des Films mit der Frage „Können wir nicht alle etwas ärmer werden?“
Er erklärt, dass wer sein Brot nicht verdienen kann, an Würde verliert. An dieser Stelle erläutert er die 3 T (im italienischen) des Lebens: Arbeit – Land – Dach.

Der Film stellt auch eine Verbindung zu Franz von Assisi her, welcher vor ca. 800 Jahren lebte und als Apostel des Ohres gilt. Zuhören und dem anderen in die Augen schauen, empfinden wir heute womöglich bereits als Herausforderung oder erleben wir als Seltenheit.
Im Mai 2015 veröffentlichte der Papst die „Enzyklika laudato si“ zur Umweltsituation der Erde, nur wenige Tage vor dem Klimagipfel in Paris.
Während des Films verweist er auf den
Sonnengesang von Franz von Assisi, der schon damals mit diesem Gedicht die Natur ehrte. So sollten auch wir die Mutter Erde - unser (zu)Hause (be)schützen.

Eine weitere Beschreibung aus dem Film: Leben bedeutet die Füße auf dem Weg des Lebens staubig zu machen.
Im Laufe der Reise sehen wir Bilder und Aufnahmen zu Armut, Krankheit, Umweltkatastrophen, Waffenhandel und Kriegen. Der Papst spricht zu den Themen Familie, Leben, Homosexualität, Gleichstellung der Geschlechter, pädophile Priester, Umweltverschmutzung, die Natur und Mutter Erde, sowie die Flüchtlingssituation.
Wir dürfen das Leid der anderen nie als normal ansehen und uns daran gewöhnen, ermahnt uns der Papst folglich.
Auch dem Aspekt Tod in unserem Dasein schenkt er einige Worte.
Weiters erzählt er vom interreligiösen Weltfriedensgebet in Assisi, welches 2016 zum fünften Mal abgehalten wurde.

Zum Abschluss schenkt er uns ein Lächeln und ermuntert uns den Sinn für Humor nicht zu verlieren - so zumindest seine tägliche "Lebensübung".

Eine nachhaltige Filmempfehlung für jeden Menschen.

 

Vielen Dank, Charlotte!

 

Hier noch eine kurze Anmerkung von mir: Im Blog-Artikel "06 | Der Berg und die Dörfer" habe ich meinen Blickwinkel auf das Thema „Das Leben und die Religionen“ beschrieben. Ich persönlich gehöre keiner bestimmten Religionsgemeinschaft an, habe aber an allen Religionen und spirituellen Traditionen ein aufgeschlossenes, allerdings auch kritisches, Interesse. Ich finde, man sollte alles hinterfragen dürfen.

Ein anderer empfehlenswerter Film ist:

04 | "Innsaei" - Ein Filmtipp zum Thema Intuition

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05 | Himmel, Hölle und Humor
08 | Die Katze des Dalai Lama - Buchtipp
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18 | Vom Wert der Geduld
24 | Stein und Flöte - Buchtipps für den Urlaub 2


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24 | Stein und Flöte - Buchtipps für den Urlaub 2

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24 | Stein und Flöte - Buchtipps für den Urlaub 2

Bild: Ein Amethyst und eine Blockflöte liegen auf einem Stein, umrahmt von Efeu- und Erdbeerblättern. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)


Vor einiger Zeit fragte ich meinen persönlichen Assistenten* Erwin: „Kannst du mir vielleicht ein Buch empfehlen?“ Er dachte kurz nach und nannte mir „Momo“ von Michael Ende und „Stein und Flöte“ von Hans Bemmann. Das klang interessant und ich beschloss zunächst, mir “Stein und Flöte” als Hörbuch zu besorgen. Mittlerweile habe ich es ganz angehört – es ist nämlich ein sehr langes Buch – und kann es empfehlen.

Der vollständige Titel lautet: „Stein und Flöte und das ist noch nicht alles“. Es handelt sich um einen Märchenroman, der sich aber eher an Erwachsene richtet. Er spielt in einer archaischen, magischen Welt. Vom Erzählstil her fühlte ich mich teilweise an den Herrn der Ringe erinnert. Es gibt zwar in der Welt von „Stein und Flöte“ keine Elben, Orks oder Hobbits, dafür aber Werwölfe, Wassernixen, sprechende Tiere und natürlich auch magische Gegenstände.

Das Buch erzählt die wechselvolle Lebensgeschichte eines jungen Mannes namens Lauscher, der durch gewisse Umstände in den Besitz eines heiltätigen Steines und einer silbernen Flöte kommt, der er die betörendsten Melodien entlocken kann. Er kann der Versuchung nicht widerstehen, diese Flöte dafür einzusetzen, Menschen und Tiere in manipulativer Weise zu beeinflussen und gerät dadurch in diverse Verstrickungen. Speziell mit Frauen hat er auch immer wieder seine liebe Not, wobei er gegen Ende der Geschichte seine große Liebe auf sehr eigenartige Weise findet. Das ist aber noch lange nicht alles, wie auch der vollständige Buchtitel schon andeutet. Wir begleiten ihn auf seinem langen Lebensweg, auf dem ihm viele Menschen und allerhand sonderbare Wesen begegnen und er eine bemerkenswerte Entwicklung durchmacht. Er hat viele Abenteuer und Einsichten, erleidet aber auch immer wieder Rückschläge und fällt in fatale Verhaltensmuster zurück.

Was ich an dem Roman sehr spannend finde, ist die bewusstseinsmäßige Entwicklung des Hauptcharakters. Immer wieder dachte ich mir beim Lesen: „Jetzt sagen ihm eh schon alle, dass er aufpassen muss, damit er nicht in die Falle tappt, und er hat noch immer nicht verstanden …“ Allerdings erinnere ich mich dann immer wieder an mein bisheriges Leben und meine eigene Entwicklung und denke mir: „Naja, manches hätte ich im Rückblick ja auf jeden Fall auch anders gemacht.“ Ich finde, ich habe schon ziemlich viel dazu gelernt, in diesem Leben, aber vieles auch noch immer nicht verstanden. In viele Fallen tapse ich trotz meines Wissens immer noch und immer wieder hinein. Mir ist beim Lesen dieses Buches so richtig bewusst geworden, dass es nichts nützt, wenn dir jemand etwas sagt, was klug wäre für dich, oder du sogar selbst erkennst, dass dieses oder jenes einer Korrektur bedarf. Die Einsicht muss dann noch konkret umgesetzt werden. 

Das Buch vermittelt viel Lebens- und Herzensweisheit. Es werden auch gesellschaftliche Mechanismen, wie zum Beispiel Manipulation, Missbrauch unserer Talente zur Lenkung von anderen, das Thema „freier Wille“ und noch vieles mehr behandelt. Sehr charmant finde ich persönlich, dass all das in eine fantastische Welt eingebettet ist, wo Verwandlungen von Menschen in Tiere stattfinden, und wo sich dann allerdings auch zeigt, dass die „Magie des Herzens“ wohl letztendlich immer stärker ist, als alle manipulative „Magie“, die wir so anwenden können.

“Stein und Flöte” könnte, glaube ich, eine sehr gute Lektüre für einen Urlaub am Strand oder an einem anderen Ort sein, an dem Sie viel Zeit und Muße haben. Es hat nämlich über 800 Seiten, ist also sehr dick. Man braucht auch etwas Geduld beim Lesen. Manchmal schweift die Handlung etwas ab, indem in der Geschichte eine weitere Geschichte erzählt wird. Für all diejenigen unter ihnen, die Geschichten lieben, ist das Buch sicher eine Fundgrube. Wenn Sie Action, wilde Schlachten und Kämpfe suchen, dann sind Sie eher nicht richtig. Der Schwerpunkt liegt mehr  auf der inneren Entwicklung und der Erweiterung des Bewusstseins des Hauptcharakters Lauscher. Sehr ansprechend fand ich auch die liebevollen Schilderungen der Natur und der Verbundenheit von Pflanzen, Tieren und Menschen.

 

Viel Freude beim Lesen und einen schönen restlichen Sommer!

 

* Bedingt durch meine starke Sehbeeinträchtigung brauche ich in einigen Bereichen Unterstützung und nehme daher persönliche Assistenz am Arbeitsplatz in Anspruch. Diese wird vom Staat finanziert und dient der Unterstützung von Menschen mit Behinderung bei ihrer Berufsausübung. Ich finde es persönlich sehr erfreulich, dass es diese Möglichkeit gibt. Beispielsweise unterstützen meine Assistenten mich dabei, die Fotos für diesen Blog im Internet zu finden oder ein Foto, wie das für diesen Artikel, zu machen.

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23 | Aus dem Nichts?

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23 | Aus dem Nichts?

Bild: Indigoblauer Sternenhimmel. Horizontal über das Bild erstreckt sich ein Spiralarm unserer Milchstrasse. (Quelle: Pixabay)


Heute wieder einmal ein Gedicht. Ich habe versucht, darin "Ahnungen" festzuhalten, die unlängst in mir aufgestiegen sind. Nachdem ich nichts davon mit Gewissheit sagen kann, habe ich es in Form von Fragen formuliert. Mögen Sie Ihre eigenen Antworten finden ... .

Aus dem Nichts?

Da ist eine Quelle -
Sie sprudelt aus dem Nichts.

Aus dem Nichts entsteht ein neues Universum.
Und nicht nur das …
… Wesen aller Art bevölkern es.
Woher kommen sie? Was belebt sie?

Was ist dieses "Nichts"?
Wer weiss es?

Sind wir alle dieses "Nichts"?
Unheimlich mag das scheinen …
… aus dem Nichts zu kommen.
Oder ganz vertraut ...

Erkennt das Nichts sich selbst?
Wird es sich seiner Selbst bewusst?

Ist es ein Nichts, wenn es alles enthält?

 

Einen wunderschönen Sommer!

Clemens Pistauer

 

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22 | Variationen des Lebens

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22 | Variationen des Lebens

Bild: Ein Zweig der Pflanze "Tränendes Herz". Er trägt hintereinander Blüten in nach außen hin abnehmender Größe. Die Blüten sind rosa und weiß, im Hintergrund sieht man grüne Pflanzen.(Quelle: Pixabay)


Die Inspiration zu diesem Artikel lieferte mir eine nächtliche Radiosendung. Vor einiger Zeit war ich spät in der Nacht noch auf. Ich schaltete das Radio ein und hörte ein Stück, das mich faszinierte. Es hatte Passagen, die sehr dynamisch waren, sofort gefolgt von ruhigen Momenten. Soloinstrumente wechselten mit bombastischen Orchesterpartien. An einigen Stellen fühlte ich mich vom Klang her sogar ein wenig an die „Herr der Ringe“-Filme erinnert. Ich war wie gefesselt und nahm mir vor, das Stück unbedingt bis zum Schluss anzuhören, weil ich wissen wollte, von wem es war. Am Ende kam der Titel: „26 Variationen über La Follia di Spagna“, von Antonio Salieri.

Am nächsten Tag hörte ich mir das Stück noch einmal auf YouTube an, um herauszufinden, was mich daran so fasziniert hatte. Unter anderem waren es die wechselnde Dynamik und die unerwarteten Wendungen. Wie bereits oben erwähnt: verspielte Solopartien von Violine oder Harfe wurden von einem gesamten Orchester abgelöst, langsam folgte auf schnell und alles war so unerwartet. Ich dachte mir: „Ja, genau so wie im Leben. Man weiß nie, was als nächstes kommt.“ Zuerst ist es ruhig und friedlich, und von einem Moment auf den andern ändert sich alles, und es kommt  ein „Sturm“. Wenn man dann glaubt, der Sturm kann nicht mehr schlimmer werden, flaut er wie von Zauberhand ab, und es kehrt wieder Ruhe ein.                                                 

Außerdem faszinierte mich, dass sich das Grundthema laufend wiederholte (was natürlich der Sinn einer Variation ist), so ähnlich wie im Leben. Es ist immer neu und anders, aber gewisse Muster tauchen wieder und wieder auf.

Neugierig geworden recherchierte ich ein wenig auf Wikipedia*. Außerdem stolperte ich zufällig über eine Ö1-Radiosendung zum Thema „La Folia“**. Der Begriff bezeichnet sowohl ein melodisch-harmonisches musikalisches Satzmodell als auch Lieder und Tänze aus dem 15. und 16. Jahrhundert aus Spanien und Portugal. Das portugiesische Wort folia könnte man mit „übermütige Ausgelassenheit“ übersetzen. Antonio Salieri schrieb seine 26 Variationen auf das Folia-Thema im Jahr 1815. Da er aus Italien stammte, nannte er sein Werk „La Follia di Spagna“.

Mein Bild von Antonio Salieri war übrigens bisher eher von dem Film Amadeus geprägt, in dem er als der dunkle Gegenspieler von Mozart dargestellt wird. Nach derzeitigem Forschungsstand dürfte dieses Bild aber nicht den Tatsachen entsprechen***.

Gleich unten finden Sie zwei Links auf zwei Interpretationen der 26 Variationen, die mir besonders gut gefallen haben. Ich hoffe, die Länge des Stücks von circa 20 Minuten hält sie nicht davon ab, es sich anzuhören. Ich finde es großartig!

London Mozart Players, Matthias Bamert, sehr schnell und dynamisch
Orchestra Della Filharmonica Nationale Moldavia, Silvano Frontalini, etwas langsamer und getragen

*    Vgl. den Wikipedia-Artikel über “Folia“.
**  “Das ö1 Konzert“, Radiosendung vom 30.4.2018, 14:05 Uhr.
*** Vgl. dazu den Abschnitt „Salieri und Mozart“ im Wikipedia Artikel über Antonio Salieri.

 

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21 | Über die Grenze des Schachbretts

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21 | Über die Grenze des Schachbretts

Bild: Ein Schachbrett in Grundaufstellung steht idyllisch auf einem Bootssteg in einem dunkelgrünen Gewässer. Im Hintergrund wächst Schilf.(Quelle: Pixabay)


Spielen Sie Schach? Wenn ja – ausgezeichnet. Wenn nein, dann wird Sie dieser Artikel vielleicht trotzdem interessieren. Ich beschäftige mich darin nicht mit den Feinheiten des Schachspiels, sondern damit, was uns ein Schachbrett möglicherweise über unseren Verstand mitteilen kann.

Im Allgemeinen wird das Schachspiel ja als ausgezeichnetes Training für den Intellekt betrachtet. Warum ist das so? Was können wir von einem Schachbrett über den Verstand und seine Grenzen lernen?

 Zunächst kann man wohl sagen, dass das Prinzip des Schachspiels auf einer Zweiteilung beruht. Es gibt schwarze und weiße Felder und schwarze und weiße Figuren, die sich auf dem Brett bewegen.

Damit bildet das Schachspiel meiner Ansicht nach ganz wunderbar eine der Funktionen bzw. einen hauptsächlichen „Arbeitsauftrag“ unseres Verstandes ab. Der Verstand ist nämlich ein Experte fürs Unterscheiden. Mit  Hilfe des Verstandes können wir Grenzlinien ziehen, Kategorien bilden und „Schubladen“ schaffen, in welche wir die verschiedenen "Dinge" einordnen können. Der Intellekt hilft uns, Ordnung in die Welt zu bringen, die wir bewohnen. Als Werkzeug könnte man ihn eventuell mit einem Messer vergleichen. Mit einem Messer kann man Sachen zertrennen und zuschneiden, sie aber nicht zusammenfügen. Der Verstand tut sich leicht damit, Unterschiede zu erkennen. Mit Konzepten wie Einheit, Unendlichkeit und Ewigkeit hat er dagegen Probleme. Darum sagen wir ja auch umgangssprachlich: „Das Unendliche kann man sich nicht vorstellen.“

Nun zurück zu unserem Schachbrett: Das Schachbrett mit seinen 64 schwarzen und weißen Feldern bildet ein kleines Universum für sich. Es gibt nahezu unbegrenzte Zugmöglichkeiten. Auf einem Schachbrett herrschen ganz klare Regeln. Das Brett und die Regeln des Spiels bilden ein in sich geschlossenes System, wobei geschlagene Figuren für diesen Vergleich auch noch zum System gehören. Aber es gibt - wie das Foto dieses Artikels deutlich machen soll - auch einen Bereich außerhalb des Bretts und um das Brett herum. So ähnlich ist es auch mit unserem Verstand. Er ist der Herr in seinem eigenen Reich, kann aber keine zuverlässigen Aussagen darüber treffen, was sich außerhalb der Grenzen seines "Reiches" befindet. Nur, weil er über diese Bereiche nichts aussagen kann heißt es aber noch nicht, dass dort nichts ist. Hier nähern wir uns dem Bereich der Intuition. Ich verstehe unter Intuition die unmittelbare Wahrnehmung der Realität, wie sie ist, abseits von Ideen, Wünschen oder Konzepten.

Immer öfter kommt es vor, dass ich etwas weiß, ohne es intellektuell oder durch die Wahrnehmung meiner fünf Sinne begründen zu können. Dann fragt der Verstand sofort: „Woher weißt du das? Wo ist der Beweis dafür?“ Dann kann ich nur antworten: „Ich weiß es einfach.“

Für gewisse Aufgaben ist der Verstand wunderbar geeignet, aber eben nicht für alles kompetent bzw. die alleinige Instanz. Wenn wir ein Schachbrett als Symbol für das „Reich des Verstandes“ ansehen, könnten wir sagen, dass sich die intuitive Wahrnehmung außerhalb des Schachbretts befindet. Sie ist aber dennoch real und gültig. Ich habe das schon so oft erlebt, dass ich das ruhigen Gewissens sagen kann.

Zum Schluss sicherheitshalber noch eine Klarstellung: Ich habe überhaupt nichts gegen den Verstand. Wir brauchen ihn für unser Leben und Überleben hier auf der Erde. Er ist ein sehr nützliches, vielleicht sogar unentbehrliches  Hilfsmittel, aber er ist nicht der „Master of the Universe“, als der er manchmal gesehen wird.  Ohne den beratenden Einfluss der Intuition, die eine direkte Verbindung zu den größeren Zusammenhängen hat, kann er sogar zum „Master of Desaster“ werden. Darum brauchen wir beides – Intuition und Verstand.

Wie sehen Sie das? Waren Sie auch schon manchmal in einer Situation, in der Sie etwas einfach wussten, ohne es mit Ihrem Verstand begründen zu können? Oder hat Ihr Verstand sogar gesagt: „Nein, das kann nicht sein!“? Wenn Sie wollen, dann hinterlassen Sie Ihre Erfahrungen als Kommentar im Anschluss an diesen Artikel.

Dann können alle anderen LeserInnen und auch ich davon profitieren.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Intuition

Passend zu diesem Artikel finden Sie hier weiterführende Informationen:
01 | Das Ego aus spiritueller Sicht
11 | Herz und Verstand
17 | Eindrücke vom 1. Wiener Intuitions-Kongress
28 | Eine Frage des Blickwinkels!
29 | Über die Grenze des Messbaren… 1

Und als Kontrast:
19 | 1 und Vieles


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20 | Das Leben lässt sich in keine Schublade stecken

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20 | Das Leben lässt sich in keine Schublade stecken

Bild: Vor einer Ziegelwand steht ein Kästchen mit drei Schubladen. Aus der untersten heraus, winkt uns die Puppe "Kermit der Frosch" zu. (Quelle: Pixabay)


Unlängst lag ich einmal um 5:00 Uhr morgens wach im Bett. Ich konnte nicht schlafen…, trotz all meiner Bemühungen. Ich hatte bereits meine energetische Übung gemacht, die sonst immer sehr gut funktioniert und auch noch andere Dinge versucht, aber der Schlaf wollte sich nicht einstellen. Da dachte ich bei mir: „Ja, ja, das Leben ist so wie es ist. Es lässt sich in kein Schema pressen. Es gibt letztendlich kein Patentrezept.“ Natürlich können wir uns auf etwas vorbereiten und uns für manches, was uns bevorstehen könnte, wappnen. Und das ist auch gut so. Wenn wir dann allerdings in der konkreten Situation sind, heißt das noch nicht, dass wir sie auf die gedachte Weise lösen können. Wenn wir in einer Sackgasse stecken, und scheinbar gar nichts mehr geht, dann hilft uns, jedenfalls meiner Erfahrung nach, nur mehr loslassen und Vertrauen in das Leben. Das finde ich persönlich extrem schwierig und herausfordernd. Aber Übung macht ja bekanntlich die Meisterin oder den Meister!

Das lustige ist, dass wir, solange das Leben gut läuft sehr leicht Vertrauen haben können. Da ist auch  das Gefühl da, dass wir alles im Griff haben, und sich schon immer eine Lösung für die verschiedenen Dinge ergeben wird. Der Elchtest kommt dann, wenn die Dinge schwierig werden. Oder wie ein spiritueller Lehrer von mir gerne zu sagen pflegt: „Das Problem kommt, wenn das Problem kommt.“ Dann wird vom Leben alles abgeklopft und abgetestet, was wir bisher gelernt haben und wir fühlen uns mitunter durch die Herausforderung überfordert und ihr nicht gewachsen. Dann hilft uns, wie schon oben gesagt, meiner Meinung nach vor allem das Vertrauen in das Leben selbst weiter… und unsere innere Stimme, die Stimme der Intuition. Wenn wir es schaffen, in unruhigen Zeiten und in der Turbulenz ganz schwieriger Situationen trotzdem in uns hinein zu hören, dann kann uns diese Stimme Lösungen aufzeigen oder Trost spenden.

Die Kehrseite dieser ganzen Sache ist, dass das Leben uns durch seine unerwarteten Schwenke auch im Handumdrehen von Problemen befreien kann, ohne dass wir so recht wissen, wie das eigentlich passiert ist. Hindernisse verschwinden einfach und plötzlich ist etwas möglich, was noch vor ganz kurzer Zeit völlig undenkbar schien. Das ist das Wunder des Lebens!

Es lebe hoch!

 

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