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31 | Mit dem Unerwarteten rechnen

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31 | Mit dem Unerwarteten rechnen

Bild: Teich mit zwei weißen Seerosen. (Quelle: pixabay)


Ein neuer Tag …

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht - im Lichte der unerwarteten politischen Entwicklungen bei uns in Österreich im Laufe der letzten Wochen hatte ich wieder einmal den Eindruck, dass wir tatsächlich nicht wissen können, was am nächsten Tag, nächste Woche geschweige denn im kommenden Jahr sein wird.

Nicht nur menschliche Handlungen und Entwicklungen sind überraschend, auch zum Beispiel beim Wetter weiß man nie so genau, wie es wird. Hätte ich Ihnen Ende März gesagt, dass es im Mai so viel regnen und so kühl sein würde, dann hätten Sie sich wahrscheinlich gewundert, oder mich ausgelacht. Der Themenbereich Erwartungen, Vorauswissen bzw. unerwartete Entwicklungen beschäftigt mich schon seit einiger Zeit.

Seit ein paar Monaten beginne ich einen neuen Tag oft mit dem Vorsatz: „Ich rechne heute mit dem Unerwarteten“. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass im Grunde ständig Dinge passieren, die wir nicht erwartet haben. Mein neues Motto hilft mir dabei, die Ereignisse gelassener auf mich zukommen zu lassen. Ich gehe ganz selbstverständlich davon aus, dass dieser Tag Dinge mit sich bringen wird, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Wie ist das bei Ihnen? Lassen Sie sich gerne überraschen? Mögen Sie es, wenn etwas Unerwartetes passiert? “Naja“, sagen Sie jetzt vielleicht. Wenn es unerwartet erfreulich ist, dann ist das schon in Ordnung. Ansonsten kann ich gerne darauf verzichten.“ Leider, oder zum Glück – je nachdem wie man das sieht - passieren ständig unerwartete Dinge, und nach meiner Erfahrung gibt es auch kein Mittel, dem zu entgehen. Die Frage ist natürlich auch: Ist es ein Problem, wenn wir nicht alles im Vorhinein wissen oder wissen können? Welcher Teil von uns ist daran interessiert, die Dinge im Vorhinein zu wissen und warum?

Die Wissenschaften und auch die spirituellen Überlieferungen sind sich weitgehend einig darüber, dass dieser Anteil in uns einer ist, den man – je nach Bezeichnung – das Ego, die Persönlichkeit, den menschlichen Geist, oder den Verstand nennen könnte. Es ist jener Anteil in uns, der die Dinge gerne unter Kontrolle hat, und sich mit unerwarteten Entwicklungen nicht so leicht tut. Ich meine, sind wir doch mal ehrlich: Wer fühlt sich gern wie ein Spielball im Ozean, der durchgebeutelt und herum geschüttelt wird und keinen Einfluss auf die Ereignisse hat. Also, gerade hier auf dieser Erde, hat es durchaus seine Berechtigung in manchen Bereichen Kontrolle ausüben zu wollen. Das Leben kann nun mal gefährlich und unsicher sein. Das sieht man zum Beispiel im Straßenverkehr. Andererseits können trotz aller Vorsichtsmaßnahmen unerwartete Dinge passieren. Das zeigt, dass wir letztendlich die Dinge nur bis zu einem gewissen Grad kontrollieren können.

Zwei Möglichkeiten oder Fertigkeiten, mit dieser unsicheren Lage umzugehen, sind meiner Meinung nach einerseits die Schulung unserer Intuition, und andererseits die Entwicklung oder Kultivierung eines gewissen Grundvertrauens in das Leben.

Die Stimme der Intuition

Wie kann uns unsere innere Stimme – die Stimme der Intuition – im Alltagsleben unterstützen? Der Verstand bietet uns generelle Richtlinien und Orientierung. Er greift auf Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück. Das ist sehr nützlich, allerdings wiederholt sich die Vergangenheit nie. Das Leben ist immer neu und etwas anders als zuvor. Hier kommt die Intuition ins Spiel. Sie kann uns für eine ganz konkrete Situation verlässliche Informationen über Zusammenhänge und die Realität geben, die dem Verstand in dieser Form nicht zur Verfügung stehen. Das kann manchmal sehr hilfreich sein!

Beispielsweise wissen wir, dass wir normalerweise eine Straße überqueren können, sobald die Fußgängerampel auf Grün gegangen ist. Es könnte aber eine konkrete Situation an einer ganz konkreten Fußgängerampel geben, bei der wir im Moment, in dem wir den Fuß auf den Zebrastreifen setzen wollen, ein komisches Gefühl haben, dass uns warnt, hier und jetzt gerade nicht weiter zu gehen. Wir nehmen es ernst, betreten den Zebrastreifen nicht – und wenige Augenblicke später rast direkt vor uns ein Auto vorbei, dass bei Rot über die Kreuzung geschossen ist. Glück gehabt!

Natürlich muss nicht gleich eine derartig drastische Situation vorliegen, auch in weniger spektakulären Fällen kann uns unsere Intuition unterstützen. Der Verstand wird dadurch nicht nutzlos ganz im Gegenteil. Beide arbeiten Hand in Hand, so wie wir uns auch am besten vorwärts bewegen können, indem wir unsere beiden Beine verwenden. Aus einem anderen Blickwinkel heraus könnte man vielleicht sagen, dass der Verstand eine Art Statistiker ist, der die bisher gemachten Erfahrungen speichert und auswertet und uns auf dieser Basis Verhaltens- und Lösungsvorschläge für aktuelle Situationen gibt. Die Intuition („Herz“ oder „innere Stimme“) bezieht ihre Informationen demgegenüber durch unmittelbare Wahrnehmung der Realität im Hier und Jetzt. Mein Vorschlag: holen wir die Intuition und den Verstand zusammen ins „Boot“. Benutzen wir sie als Team!

Mehr zum Thema Intuition können Sie auf der gleichnamigen Unterseite meiner Webseite und in einigen weiteren Artikeln in diesem Blog nachlesen, die ich unten verlinkt habe.

Vertrauen in das Leben

Nun zum „Grundvertrauen“: Das mit dem Vertrauen in das Leben ist natürlich so eine Sache. Manchen von uns fällt es von Natur aus leichter, manchen schwerer. Einen Einfluss darauf haben sicher auch die Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Ich sehe Vertrauen als eine Art Fähigkeit, die wir entwickeln und trainieren können. Für mich persönlich ist das ein schwieriges Thema. Aus diesem Grund hatte ich schon viele Gelegenheiten und habe sie weiterhin, daran zu arbeiten und es zu üben. Nach meiner Erfahrung zahlt es sich 100%ig aus.

Es ist so ähnlich, wie beim Fitnesstraining. Wenn man mit den Hanteln übt, dann werden die Muskeln mit der Zeit stärker. Mit dem Vertrauen habe ich eine ähnliche Erfahrung gemacht. Mit dem Vorsatz, mich an einem neuen Tag auf das unerwartete einzulassen bringe ich dem Leben Vertrauen entgegen. Vielleicht möchten Sie ja probeweise auch einmal versuchen, einen neuen Tag mit dem Vorsatz zu beginnen, heute mit dem Unerwarteten zu rechnen.

Ich freue mich jedenfalls immer, Ihr Feedback darüber zu hören, welche Erfahrungen Sie mit meinen kleinen Experimenten gemacht haben. Wenn Sie wollen, dann hinterlassen Sie mir sehr gerne unten einen Kommentar.

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22 | Variationen des Lebens


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29 | Über die Grenze des Messbaren... 1

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29 | Über die Grenze des Messbaren... 1

Bild: Kuppel des PAN-STARRS Teleskops des Haleakala Observatoriums auf Hawaii. Im Hintergrund ein Nebelmeer und der offene Himmel bei Dämmerung. (Quelle: Pixabay)


„Wie alt sind Sie?“

Werden Sie auch immer wieder einmal gefragt, wie alt Sie sind? Ich habe mir fix vorgenommen, dass ich das nächste Mal, wenn ich diese Frage gestellt bekomme, antworten werde: “Ich bin uralt und ewig jung.“ Das ist - jedenfalls aus meinem Blickwinkel – die reine Wahrheit. Vermutlich werde ich mit einer solchen Antwort Kopfschütteln hervorrufen. Der Grund für diese Antwort ist, dass ich mich nämlich nicht mit meinem physischen Körper identifiziere, sondern mich als Seele sehe mit einem ewigen und unsterblichen Kern aus lebendigem Bewusstsein. Meiner Meinung nach bin ich hier auf der Erde, weil ich mich dafür entschieden habe, in einem menschlichen Körper Erfahrungen zu machen und Eindrücke zu sammeln.

Wenn ich auf die Frage: “Wie alt sind Sie?“ antworten würde: “Ich bin 42“, dann würde ich mich mit dem Alter meines physischen Körpers identifizieren, bzw. mit seiner Lebensspanne hier auf der Erde.

Natürlich kann ich nicht beweisen, dass es so etwas wie eine Seele gibt. Ich bin zu dieser sehr persönlichen Erkenntnis durch jahrelange Beschäftigung mit religiösen und spirituellen Themen gekommen. Außerdem hat mich meine Intuition dabei unterstützt. Ich verstehe unter Intuition die gefühlsmäßige Wahrnehmung der Realität, so wie sie ist - abseits von Vorstellungen, Glaubenssätzen, Konzepten, Wünschen und Ideen. Selbstverständlich respektiere ich auch Ihre Ansicht, wenn Sie jetzt zu mir sagen: „Das ist alles schön und gut, aber reine Spekulation.“ Ja, in einem klassisch, naturwissenschaftlichen Sinn ist das richtig. Allerdings kann auch niemand beweisen, dass es keine Seele gibt.


Über die Grenze des Messbaren

Was ich im allgemeinen Diskurs derzeit ein wenig irritierend finde, ist, dass seitens mancher Vertreter der Naturwissenschaften anscheinend die Ansicht besteht: „Was wir nicht messen können, das existiert auch nicht.“ Jedenfalls nehme ich das so wahr.

Ich weiß, dass dies ein heikles Thema ist. Ich habe selbst einen sehr wissenschaftlichen Zugang zu den Dingen, vielleicht auch auf Grund meines juristischen Studiums. Meiner Meinung nach sollte man immer versuchen, den Phänomenen soweit wie möglich auf den Grund zu gehen. Allerdings halte ich es nicht für zulässig, pauschal zu behaupten: „Phänomene wie Telepathie, intuitive Wahrnehmung oder eine Seele im spirituellen Sinn kann man nicht messen, deshalb existieren sie auch nicht.“ Das wäre meiner Ansicht nach zu kurz gegriffen.

Betrachten wir beispielsweise Gravitationswellen. Ihre Existenz wurde 1916 von Albert Einstein postuliert*. Ende der 1970er Jahre wurden Sie erstmals indirekt durch die Messungen an einem Doppelsternsystem (PSR B1913+16) bestätigt. Erstmals direkt gemessen wurden Gravitationswellen am 14.9.2015 im „Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory“ (LIGO) in den USA**. Man kann sie nun also nachweisen. Allerdings haben sie auch bereits vorher existiert!

Ein anderes Beispiel: Am 28.2.2019 kam über den ORF die Meldung, dass Forscher herausgefunden haben, dass die Atmosphäre der Erde sich allem Anschein nach viel weiter in den Weltraum erstreckt, als bisher angenommen*** und sogar den Mond einschließt. Auch das war, wenn es so ist und gemessen werden kann, ebenfalls bereits vorher so.

Ich finde, dass sich etablierte Wissenschaften, Parawissenschaften**** und uraltes spirituelles Erfahrungswissen der Menschheit offen und konstruktiv austauschen und auf einander zubewegen sollten. Das ist wie gesagt eine heikle Sache. Natürlich ist das menschliche Ego auch so gestrickt, dass es immer wieder dazu tendiert, unklare Situationen für sich und zu seinem Vorteil auszunutzen. Scharlatanerie, Unehrlichkeit und sonstige von unserem Ego motivierte Verhaltensweisen kommen ohne Zweifel in allen Bereichen unserer Zivilisation vor. Trotzdem muss klar gestellt werden, dass nicht jede Person, die behauptet, Dinge wahrnehmen zu können, die andere nicht wahrnehmen, ein Scharlatan oder ähnliches ist!

Mit der Thematik der Grenzen unserer Wahrnehmung und unseres Verstandes habe ich mich auch schon im Blog-Artikel „21 | Über die Grenze des Schachbretts“ beschäftigt. Im Bereich der Energetik ist dieses Thema natürlich auch allgegenwärtig. Manche Menschen sagen, dass energetische Arbeit nicht nachweisbar und reiner Humbug ist. Ich weise in meinem Aufklärungsbogen für Klienten und auf meiner Website ausdrücklich darauf hin, dass meine energetische Arbeit auf keiner naturwissenschaftlich überprüfbaren Grundlage beruht. Das ist der derzeitige Stand, der sich aber vielleicht eines Tages ändert.


Ein Unentschieden

Nun noch einmal zurück zum Anfang dieses Artikels und zu der Frage, ob es eine Seele geben könnte, die aus einem Bereich jenseits von Raum und Zeit kommt und ein unsterblicher, ewiger Anteil an universellem Bewusstsein ist. Ich kann das nicht beweisen, aber wie schon erwähnt, kann mir auch niemand beweisen, dass es nicht so ist. Fairerweise müsste man hier also sagen: „Wir wissen es alle nicht genau.“ Im Schach würde man von einem „Patt“ sprechen. Es geht mir hier nicht in erster Linie darum, wer recht hat, sondern darum, dass wir uns alle miteinander mit mehr wechselseitiger Toleranz begegnen sollten.

Ein schwarzer und ein weißer König stehen einander auf einem Schachbrett in Patt-Stellung gegenüber. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)

Ein schwarzer und ein weißer König stehen einander auf einem Schachbrett in Patt-Stellung gegenüber. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)

Hier noch ein Buchtipp:

  • Stephen Hawking: „Kurze Antworten auf große Fragen“ (ISBN-13: 978-3608963762) – auch als Hörbuch erhältlich

Das Buch von Herrn Hawking gab mir auch einige wertvolle Impulse für diesen Artikel. Es liefert – finde ich – einen interessanten und aufschlussreichen Einblick in die Denkweise und die Weltsicht eines bemerkenswerten Menschen und Naturwissenschaftlers.

Wie denken Sie über diesen Artikel? Ihre Meinung interessiert mich. Also wenn Sie möchten, hinterlassen Sie mir unten einen Kommentar.

In diesem Sinne: Erforschen wir gemeinsam die Wunder der Schöpfung, jede und jeder auf ihre oder seine Weise.

Herzliche - nicht messbare - Grüße!

Clemens P.

Die Fortsetzung dieses Artikels können Sie im Blog-Artikel “30 | Über die Grenze des Messbaren... 2” lesen.

* Siehe:

** Siehe: https://www.mpifr-bonn.mpg.de/4029450/Gravitationswellen.pdf

*** Siehe: https://science.orf.at/stories/2967191

**** Parawissenschaften. (griechisch para- „neben, darüber hinaus“). Der Ausdruck bezeichnet Erkenntnisansprüche am Rande oder außerhalb der akademisch etablierten Wissenschaften. (https://de.wikipedia.org/wiki/Parawissenschaft)



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27 | Fehlende Köpfe und fliegende Teppiche – wie sich Energetik anfühlen kann


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26 | Momo - Buchtipps für den Urlaub 3

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26 | Momo - Buchtipps für den Urlaub 3

Bild: Eine Landschildkröte bewegt sich über eine Wiese mit weißem Klee. Auf ihrem Panzer steht in weiß-bläulichen Buchstaben das Wort "LESE-ZEIT". (Quelle des Originalfotos: Pixabay; Bearbeitung: Clemens Pistauer/Erwin Sovkov)


Nun noch ein weiterer Buchtipp: „Momo“ von Michael Ende. Dieses Buch ist zwar offiziell ein Kinder- bzw. Jugendbuch, aber meiner Meinung nach auch sehr lesenswert für Erwachsene. Ich kam damit schon früh in Kontakt. Meine Eltern kauften mir – nachdem ich ja schon als Kind nicht gut sah- immer viele Hörkassetten, unter anderem auch ein dreiteiliges Hörspiel über Momo. Dieses Hörspiel hat mir damals sehr gut gefallen.

Als Erwachsener habe ich nun das vollständige Buch gelesen und dabei festgestellt, dass es viele Aspekte an der Geschichte gibt, die für Kinder möglicherweise nicht so verständlich sind. „Momo“ ist ein sehr spirituelles Buch. Es ist ein modernes Märchen, das in einer großen Stadt irgendwo im Süden Europas spielt. In den Ruinen eines alten Amphitheaters lebt ein kleines Mädchen namens Momo. Die Menschen aus der Umgebung kümmern sich um sie, versorgen Sie mit Essen und den wichtigsten Haushaltsgegenständen und ihre Kinder kommen ins alte Amphitheater, um mit Momo zu spielen und sich untereinander Geschichten zu erzählen.

Die herausragendste Eigenschaft an Momo ist, dass sie zuhören kann. Sie kann den Menschen so zuhören, dass diese dabei von selbst erkennen, was für sie wichtig ist, oder eine Eingebung haben zu einem Thema, das sie gerade beschäftigt. Auch kann sie so zuhören, dass Ratlose oder unentschlossene Menschen plötzlich wissen, was sie wollen.

In dieser großen Stadt tauchen nun rätselhafte graue Herren auf. Sie fahren graue Autos, haben graue Aktentaschen und paffen an kleinen grauen Zigarren. Es stellt sich heraus, dass sie von der „Zeitsparkasse“ kommen. Sie suchen die Menschen auf und überreden sie dazu, Zeit einzusparen und bei ihnen auf ein Konto einzuzahlen. Sie versprechen ihnen, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt dann extrem viel Zeit haben werden und auf dieses Konto zugreifen können. In Wirklichkeit verschwindet die Zeit, die sie einsparen auf rätselhafte Weise. Momo und ihre Freunde kommen den Zeitdieben auf die Spur und versuchen, etwas gegen sie zu unternehmen. Das stellt sich allerdings als sehr schwierig heraus, da die grauen Herren sehr gut organisiert sind und schon tief in der Gesellschaft Fuß gefasst haben.

Im Laufe ihrer Abenteuer findet Momo mit Hilfe einer Schildkröte namens Kassiopeia, die durch Sprachnachrichten auf ihrem Panzer mit ihr kommuniziert, den Weg in das „Nirgendhaus“ in der „Niemalsgasse“. Dort lebt der Verwalter der Zeit, Meister Hora. Meister Hora lässt Momo einen sehr schönen Ort betreten, an welchem ihre persönliche Lebenszeit aus der Tiefe ihres Herzens aufsteigt. Danach schläft sie ein. Während sie schläft, vergeht draußen in der Welt ein ganzes Jahr. Als sie dann wieder in die Welt zurückkehrt, haben es die grauen Herren fertiggebracht, ihr durch Verlockungen, Einschüchterungen und subtile Zwangsmaßnahmen alle ihre Freunde zu entziehen. Diese sind jetzt für sie nicht mehr greifbar.

Wie sie es mit Hilfe von Meister Hora und dessen Schildkröte Kassiopeia schließlich doch schafft, den grauen Herren das Handwerk zu legen, wird hier natürlich noch nicht verraten.

Wie schon bereits oben erwähnt hat das Buch sehr viele hoch spirituelle Aspekte. Außerdem hat das von Herrn Ende gezeichnete Szenario sich als prophetisch erwiesen. „Momo“ erschien 1973 und anscheinend war schon damals absehbar, dass sich die Gesellschaft in eine Richtung entwickeln würde, in der die Menschen immer weniger Zeit haben. Dieser Trend hat sich seither noch um ein Vielfaches beschleunigt, und setzt sich weiter fort. Der Roman zeigt auf teilweise bestürzend direkte, teilweise sehr humorvolle und anschauliche Weise die Mechanismen auf, die in unserer Zeitnotgesellschaft herrschen. Die gute Nachricht ist: Wir haben selbst auch die Möglichkeit etwas zu verändern, so jedenfalls die Botschaft des Buches, die ich teile.

Hier auch noch ein witziges Detail am Rande: Die Schildkröte Kassiopeia kommuniziert mit Momo durch kurze Sprachnachrichten auf ihrem Panzer. Hier hat Herr Ende vielleicht unbewusst die Kommunikation durch SMS vorweggenommen.

Eine sehr nachhaltige Buch-Empfehlung für alle, die hinter die Oberfläche der Dinge schauen möchten.

 

Mehr Buchtipps finden Sie in den Artikeln:

08 | Die Katze des Dalai Lama - Buchtipp
14 | Buchtipps für den Urlaub 1
24 | Stein und Flöte - Buchtipps für den Urlaub 2

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09 | Werden, Vergehen und Ewigkeit
12 | Quantenheilung und das 3-Ebenen Modell der Energetik
20 | Das Leben lässt sich in keine Schublade stecken
23 | Aus dem Nichts?


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21 | Über die Grenze des Schachbretts

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21 | Über die Grenze des Schachbretts

Bild: Ein Schachbrett in Grundaufstellung steht idyllisch auf einem Bootssteg in einem dunkelgrünen Gewässer. Im Hintergrund wächst Schilf.(Quelle: Pixabay)


Spielen Sie Schach? Wenn ja – ausgezeichnet. Wenn nein, dann wird Sie dieser Artikel vielleicht trotzdem interessieren. Ich beschäftige mich darin nicht mit den Feinheiten des Schachspiels, sondern damit, was uns ein Schachbrett möglicherweise über unseren Verstand mitteilen kann.

Im Allgemeinen wird das Schachspiel ja als ausgezeichnetes Training für den Intellekt betrachtet. Warum ist das so? Was können wir von einem Schachbrett über den Verstand und seine Grenzen lernen?

 Zunächst kann man wohl sagen, dass das Prinzip des Schachspiels auf einer Zweiteilung beruht. Es gibt schwarze und weiße Felder und schwarze und weiße Figuren, die sich auf dem Brett bewegen.

Damit bildet das Schachspiel meiner Ansicht nach ganz wunderbar eine der Funktionen bzw. einen hauptsächlichen „Arbeitsauftrag“ unseres Verstandes ab. Der Verstand ist nämlich ein Experte fürs Unterscheiden. Mit  Hilfe des Verstandes können wir Grenzlinien ziehen, Kategorien bilden und „Schubladen“ schaffen, in welche wir die verschiedenen "Dinge" einordnen können. Der Intellekt hilft uns, Ordnung in die Welt zu bringen, die wir bewohnen. Als Werkzeug könnte man ihn eventuell mit einem Messer vergleichen. Mit einem Messer kann man Sachen zertrennen und zuschneiden, sie aber nicht zusammenfügen. Der Verstand tut sich leicht damit, Unterschiede zu erkennen. Mit Konzepten wie Einheit, Unendlichkeit und Ewigkeit hat er dagegen Probleme. Darum sagen wir ja auch umgangssprachlich: „Das Unendliche kann man sich nicht vorstellen.“

Nun zurück zu unserem Schachbrett: Das Schachbrett mit seinen 64 schwarzen und weißen Feldern bildet ein kleines Universum für sich. Es gibt nahezu unbegrenzte Zugmöglichkeiten. Auf einem Schachbrett herrschen ganz klare Regeln. Das Brett und die Regeln des Spiels bilden ein in sich geschlossenes System, wobei geschlagene Figuren für diesen Vergleich auch noch zum System gehören. Aber es gibt - wie das Foto dieses Artikels deutlich machen soll - auch einen Bereich außerhalb des Bretts und um das Brett herum. So ähnlich ist es auch mit unserem Verstand. Er ist der Herr in seinem eigenen Reich, kann aber keine zuverlässigen Aussagen darüber treffen, was sich außerhalb der Grenzen seines "Reiches" befindet. Nur, weil er über diese Bereiche nichts aussagen kann heißt es aber noch nicht, dass dort nichts ist. Hier nähern wir uns dem Bereich der Intuition. Ich verstehe unter Intuition die unmittelbare Wahrnehmung der Realität, wie sie ist, abseits von Ideen, Wünschen oder Konzepten.

Immer öfter kommt es vor, dass ich etwas weiß, ohne es intellektuell oder durch die Wahrnehmung meiner fünf Sinne begründen zu können. Dann fragt der Verstand sofort: „Woher weißt du das? Wo ist der Beweis dafür?“ Dann kann ich nur antworten: „Ich weiß es einfach.“

Für gewisse Aufgaben ist der Verstand wunderbar geeignet, aber eben nicht für alles kompetent bzw. die alleinige Instanz. Wenn wir ein Schachbrett als Symbol für das „Reich des Verstandes“ ansehen, könnten wir sagen, dass sich die intuitive Wahrnehmung außerhalb des Schachbretts befindet. Sie ist aber dennoch real und gültig. Ich habe das schon so oft erlebt, dass ich das ruhigen Gewissens sagen kann.

Zum Schluss sicherheitshalber noch eine Klarstellung: Ich habe überhaupt nichts gegen den Verstand. Wir brauchen ihn für unser Leben und Überleben hier auf der Erde. Er ist ein sehr nützliches, vielleicht sogar unentbehrliches  Hilfsmittel, aber er ist nicht der „Master of the Universe“, als der er manchmal gesehen wird.  Ohne den beratenden Einfluss der Intuition, die eine direkte Verbindung zu den größeren Zusammenhängen hat, kann er sogar zum „Master of Desaster“ werden. Darum brauchen wir beides – Intuition und Verstand.

Wie sehen Sie das? Waren Sie auch schon manchmal in einer Situation, in der Sie etwas einfach wussten, ohne es mit Ihrem Verstand begründen zu können? Oder hat Ihr Verstand sogar gesagt: „Nein, das kann nicht sein!“? Wenn Sie wollen, dann hinterlassen Sie Ihre Erfahrungen als Kommentar im Anschluss an diesen Artikel.

Dann können alle anderen LeserInnen und auch ich davon profitieren.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Intuition

Passend zu diesem Artikel finden Sie hier weiterführende Informationen:
1 | Herz und Verstand
17 | Eindrücke vom 1. Wiener Intuitions-Kongress
28 | Eine Frage des Blickwinkels!
29 | Über die Grenze des Messbaren… 1
31 | Mit dem Unerwarteten rechnen

Und als Kontrast:
19 | 1 und Vieles


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19 | 1 und Vieles

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19 | 1 und Vieles

Bild: Von einem Zentrum ausgehend breiten sich Wellen kreisförmig in einem Gewässer aus, das in einer winterlichen Landschaft liegt (Quelle: Pixabay)


Dieses Gedicht ist mir in den ersten Tagen dieses neuen Jahres "ein gefallen":

 

1 und Vieles

Da ist 1.
1 bringt aus sich selbst Vieles hervor,
weil es das kann
und weil es das möchte.
1 experimentiert.

In allem was 1 hervorbringt, ist 1.
1 freut sich an seinen Schöpfungen.
1 erfährt sich selbst durch seine Schöpfungen.
Ist die Erfahrung gemacht, verschwindet die Schöpfung  wieder.
Was bleibt ist 1.

1 ist.
Du bist 1, ich bin 1, wir sind 1.

 

Ein gutes und segensreiches Jahr 2018!

Mit einer ähnlichen Thematik beschäftigt sich auch der Blog-Artikel Nummer
"9 | Werden, Vergehen und Ewigkeit".


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01 | Das Ego aus spiritueller Sicht
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07 | Auf der Durchreise
12 | Quantenheilung und das 3-Ebenen Modell der Energetik
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18 | Vom Wert der Geduld

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18 | Vom Wert der Geduld

Bild: Eine kleine Schafherde in einer herbstlich nebeligen Landschaft (Quelle Pixabay)


Ich weiß ja nicht, wie Sie die letzten Wochen empfunden haben. Für mich war der November ein sehr anstrengender und herausfordernder Monat. Ich hatte das Gefühl, phasenweise extrem wenig Energie zu haben (Ja, das kommt auch bei Energetikern vor). Viele Dinge, die ich vorhatte, konnte ich nicht so wie geplant umsetzen – alles zog sich irgendwie in die Länge. Allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass es gar nichts nützen würde, mit mehr Druck an die Sache heranzugehen. Energetisch gesehen herrschte meiner Meinung nach die letzten zwei Wochen „Sturm“. Während dieser Zeit machte ich etwas, dass bei einem Sturm vielleicht ganz klug ist. Ich ging „ins Haus und machte die Fenster und Türen dicht“ und wartete ab.

In dieser Zeit des Rückzugs hatte ich reichlich Gelegenheit, über das Thema Geduld nachzudenken. Ein sehr schwieriges Thema für mich, da ich mich prinzipiell als ungeduldigen Menschen ansehe. Das Titelbild mit den Schafen habe ich übrigens ausgewählt, weil ich Schafe für sehr geduldige und liebenswürdige Tiere halte.

Vielleicht ist die Erde ja gerade der ideale Ort dafür, um Geduld zu lernen. Die Dinge entwickeln sich hier langsam und alles ist schwer und dicht. Die Widerstände sind sehr groß. Wenn es einen guten Ort gibt, an dem man die Fähigkeit der Geduld erlernen kann, dann hier.

Mittlerweile denke ich, dass uns manchmal auch gar nicht viel anderes übrig bleibt, als mit Geduld an die Dinge heranzugehen. Denn in Wirklichkeit können wir – jedenfalls meiner Ansicht nach – ohnehin nichts erzwingen. Wenn man zu viel Druck ausübt, dann kann man höchstens etwas damit zerstören. Dieser „Zwang“ löst dann sehr unerwünschte Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen aus. Diese Wirkungen bekommen nicht nur andere, sondern direkt oder über Umwege auch wir selbst zu spüren. Wir ernten dann also, was wir gesät haben.

In diesem Zusammenhang ist mir dann auch wieder ein Sprichwort aus China eingefallen: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn wir daran ziehen.“ Natürlich heißt das nicht, dass wir alles erdulden, alles aushalten oder uns alles gefallen lassen müssen. Manchmal ist entschlossenes Handeln gefragt. Die Schwierigkeit besteht nur darin, zu unterscheiden, wann es geboten ist zu handeln, und wann es klüger ist abzuwarten. Da hilft uns unsere „innere Stimme“, die Stimme unserer inneren Weisheit, also der Intuition weiter. Sie können sich mit der Stimme Ihrer Intuition in Verbindung setzen, wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das energetisch- spirituelle Zentrum in der Mitte Ihres Körpers auf Höhe des Herzens richten.

Wenn Sie sich einmal in einem geeigneten Augenblick ein paar Minuten ruhig hinsetzen und Ihre Aufmerksamkeit dorthin lenken, dann kommen Sie mit Ihrer „Inneren Weisheit“ und Ihrem „Inneren Wissen“  in Kontakt. Versuchen Sie es einmal bei Gelegenheit – es zahlt sich aus! Sie brauchen nichts weiter zu tun, als sich zum Beispiel entspannt auf einen Stuhl zu setzen und darauf zu achten, dass sie Ihre Fußsohlen gut am Boden spüren – also gut geerdet sind. Dann atmen Sie ein paar Mal tief ein und aus und richten Ihre Aufmerksamkeit ganz sanft auf dieses energetisch-spirituelle Zentrum in der Mitte Ihrer Brust auf Höhe des Herzens. Bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit so lange dort, wie  es Ihnen angenehm ist. Zwei bis fünf Minuten genügen völlig. Falls Gedanken auftreten, die Sie abzulenken beginnen, macht das gar nichts. Das ist ganz natürlich. Kehren Sie dann einfach mit Ihrer Aufmerksamkeit wieder in das energetische Herzzentrum zurück. Wenn Sie spüren, dass es genug ist, dann nehmen Sie wieder ein paar tiefe Atemzüge und schließen die Übung ab. Beobachten Sie dann, ob Sie eine Veränderung im Vergleich zu vor der Übung wahrnehmen. Kontaktieren Sie mich gerne per Email oder telefonisch, wenn Sie Fragen, Anregungen oder Feedback zu dieser Übung oder diesem Artikel haben.

Liebe Grüße und eine schöne, ruhige und besinnliche Weihnachtszeit.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Intuition

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31 | Mit dem Unerwarteten rechnen


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17 | Eindrücke vom 1. Wiener Intuitions-Kongress

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17 | Eindrücke vom 1. Wiener Intuitions-Kongress

Bild: Ein Tropfen fällt von einem Blatt (Quelle: Pixabay)


Heute möchte ich über die Eindrücke berichten, die ich am 29. und  30. September 2017 vom 1. Wiener Intuitions-Kongress mitgenommen habe. Das Thema Intuition  - unter anderem verstanden als unmittelbare Wahrnehmung oder Eingebung – wurde aus vielen verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Zum Auftakt referierte die Psychologin und Psychotherapeutin Dr. Regina Morgenstrahl (ehem. Obermayr–Breitfuß), die sich seit rund 30 Jahren mit Intuition beschäftigt, über das Wesen der intuitiven Wahrnehmung und ihre Erkennungsmerkmale. Frau Morgenstrahl beschäftigt sich aus wissenschaftlicher Sicht mit dem Thema Intuition. Sie hat ihre Doktorarbeit dazu geschrieben und diese auch in Buchform veröffentlicht.

Im Laufe des ersten Tages gab es u.a. Impulsreferate zu so unterschiedlichen Aspekten, wie zum Beispiel über die Rolle der Intuition in der Bauwirtschaft, der Medizin, der Theologie oder im Billard- Sport. Der österreichische Profi-Billardspieler Andreas Efler berichtete hier sehr anschaulich und humorvoll darüber, wie er dadurch Spitzenleistungen vollbringen konnte, indem er sich dem „Flow“ anvertraute, dem intuitiven Wissen und Können seines Körpers. Sinngemäß sagte er, dass in solchen Momenten nicht „er“ spielt, sondern “es“ spielt.

Sehr eindrücklich und berührend fand ich auch die Referate und Darbietungen aus den Bereichen Bildhauerei und Musik. Dabei spielte z.B. die Musiktherapeutin Katharina Flückiger, auf ganz speziellen und einzigartigen Instrumenten, wie einer „Klangharfe“, einem „Lithophon“ (so ähnlich wie ein Xylophon, nur aus Stein), oder einem speziellen Streichinstrument (Streichpsalter), das sie mit 2 Bögen strich. Die Musik ging mir richtig „durch und durch“, und ich hatte das Gefühl, dass meine Seele davon unmittelbar berührt wurde.

Gegen Ende des ersten Tages gab es dann noch eine Vorführung des Zauberers und Mentalisten, Dino Dorado. Dieser zeigte auf sehr unterhaltsame, aber doch sehr beeindruckende Weise seine telepathischen Fähigkeiten. Beispielsweise forderte er an einer Stelle eine Dame aus dem Publikum auf, an ein Land außerhalb Europas zu denken, und dieses verdeckt aufzuschreiben. Kurze Zeit darauf ließ er eine andere Dame eine Person aus dem Publikum auswählen, sie zeigte auf mich. Als ich aufstand, sagte der „Zauberer“ zu mir: “Denke bitte an ein Land außerhalb Europas, und sage uns das erste, das dir in den Sinn kommt.“ Das tat ich und in meinem Bewusstsein tauchte klar das Wort „Argentinien“ auf, das ich laut aussprach. Dann ließ er die Dame von vorhin ihr Kärtchen herzeigen. Und darauf stand – „Argentinien“. Wenn ich es nicht schon vorher gewusst hätte, dann hätte ich seit diesem Abend wohl keinen Zweifel mehr daran, dass Gedankenlesen und Telepathie ganz reale Phänomene sind.

Am Vormittag des zweiten Tages fanden vertiefende Workshops zu diversen Themen statt. Ich hatte mich für den Workshop „Sinn-Suche und Sinn-Erfüllung“ angemeldet. Dabei bekamen wir einen interessanten Einblick in die Weltanschauung und Lehre des Neurologen und Psychiaters Viktor Frankl, des Begründers der Logotherapie. Laut Frankl kann der „Sinn“ in einer konkreten Lebenssituation durch die Herzensweisheit oder das „Gewissen“ intuitiv erfasst werden. Besonders beeindruckte mich die Persönlichkeit von Viktor Frankl, der, obwohl er in der Zeit des zweiten Weltkrieges den Aufenthalt in vier Konzentrationslagern überlebte und seine gesamte Familie verlor, trotzdem niemals aufhörte dem Leben mit einer bejahenden Einstellung gegenüber zu stehen.

Am Nachmittag des 2. Tages kamen schließlich neben weiteren Impulsen zu den Themen Intuition im Bereich Raumpflege und Mediation auch noch einige TeilnehmerInnen des Kongresses zu Wort und berichteten über ihre ganz persönlichen intuitiven Erlebnisse.

Übrigens, der Sender ARD-alpha hat vor einigen Jahren eine 13-teilige Dokumentation mit dem Titel „Auf den Spuren der Intuition“ produziert. Der Gestalter dieser Sendereihe Thomas Gonschior, war ebenfalls als Referent auf dem Kongress.

Die Dokumentation kann in der Mediathek von ARD-alpha online angeschaut werden. Hier der Link:
http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/auf-den-spuren-der-intuition/index.html

Im Rückblick kann ich sagen, dass sich der Besuch des Kongresses hundertprozentig ausgezahlt hat. Die Themen waren interessant und vielfältig, die ReferentInnen hochkarätig. Neben viel Information konnte man sich auch eine gute Portion der harmonischen Stimmung mitnehmen, die an beiden Kongresstagen sehr intensiv spürbar war.

Hier auch noch der Link zur offiziellen Seite des Intuitionskongresses. Dort können Sie alle Details zum Programm, den ReferentInnen und InitiatorInnen nachlesen:
https://kongress-intuition.com/

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04 | "Innsaei" - Ein Filmtipp zum Thema Intuition
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11 | Herz und Verstand

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11 | Herz und Verstand

Bild: Ein grüner und ein blauer Kreis überschneiden einander und bilden in der Mitte eine grün-blaue  Schnittmenge, von Clemens Pistauer


Wir brauchen, um hier auf der Erde harmonisch und in Frieden miteinander leben zu können, meiner Meinung nach sowohl unseren Verstand, als auch unser Herz (das Gefühl, unsere Intuition, innere Stimme, …). Wenn wir versuchen, unsere Probleme nur mit unserem Verstand zu lösen, dann gleichen wir einer Person, die versucht, sich nur mit einem Bein fort zu bewegen. Das ist einseitig und außerdem anstrengend. Es könnte sein, dass wir dabei öfters als nötig auf die Nase fallen.

In letzter Zeit habe ich oft darüber nachgedacht, wozu der Verstand eigentlich da ist. Meiner Ansicht nach hilft er uns, Unterscheidungen zu treffen und uns in dieser komplexen Welt voller (scheinbarer?) Widersprüche zurecht zu finden. Er hilft uns, Gesetzmäßigkeiten und Muster in der Natur und unserer Gesellschaft zu erkennen und auch selbst Strukturen, Muster und Systeme zu schaffen. Kurz gesagt: der Verstand ist „Spezialist“ für die Unterscheidung und das Trennende. Die Trennung allerdings, die der Verstand betont und sichtbar macht, besteht meiner Ansicht nach nur an der Oberfläche. In Wirklichkeit sind alle Dinge, Menschen, Tiere, die Erde und unser Sonnensystem eingebettet in etwas sehr Weites und Großes, das unser Verstand in seinem gewöhnlichen Zustand nicht zu fassen vermag. Das heißt aber noch nicht, dass eine solche Einheit nicht doch vorhanden wäre.

Das Gefühl beziehungsweise das „Herz“ kann uns mit der oben erwähnten  Einheit in Verbindung bringen und uns diese Einheit spüren lassen. Auf physischer Ebene offenbart sich für mich diese Einheit zum Beispiel darin, dass wir keine paar Minuten lang überleben könnten, wenn die Dinge tatsächlich alle getrennt voneinander wären. Die Tatsache, dass wir Luft zum Atmen und Nahrung brauchen zeigt, dass alles ständig interagiert und wechselseitige Beziehungen und Abhängigkeiten bestehen.

Erst Herz und Verstand zusammen geben uns die Möglichkeit, in Balance und ausgewogen zu sein. Wahrnehmung mit Hilfe von beiden ergibt das „ganze Bild“. Sie können dazu ein kleines Experiment machen: Probieren Sie einmal aus, sich abwechselnd das rechte beziehungsweise linke Auge zu zuhalten. Dann sehen Sie jeweils aus der Perspektive eines Auges. Aber erst, wenn Sie mit beiden Augen gleichzeitig schauen ist das Bild einerseits weiter und außerdem viel räumlicher. Das heißt, Sie nehmen die Realität viel mehr in die Tiefe gehend und multidimensionaler war. Das Gleiche passiert, wenn wir im täglichen Leben, z.B. beim Treffen von Entscheidungen, unseren Verstand und unser Gefühl einsetzen. Unser Spielraum erweitert sich und wir kommen zu ausgewogeneren und auch im Gesamtkontext stimmigen Ergebnissen.

Sehen Sie das auch so, oder vielleicht ganz anders? Sie können unten einen Kommentar hinterlassen. Ich freue mich sehr über Ihre Meinung, auch wenn sie von meiner abweicht!

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