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31 | Mit dem Unerwarteten rechnen

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31 | Mit dem Unerwarteten rechnen

Bild: Teich mit zwei weißen Seerosen. (Quelle: pixabay)


Ein neuer Tag …

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht - im Lichte der unerwarteten politischen Entwicklungen bei uns in Österreich im Laufe der letzten Wochen hatte ich wieder einmal den Eindruck, dass wir tatsächlich nicht wissen können, was am nächsten Tag, nächste Woche geschweige denn im kommenden Jahr sein wird.

Nicht nur menschliche Handlungen und Entwicklungen sind überraschend, auch zum Beispiel beim Wetter weiß man nie so genau, wie es wird. Hätte ich Ihnen Ende März gesagt, dass es im Mai so viel regnen und so kühl sein würde, dann hätten Sie sich wahrscheinlich gewundert, oder mich ausgelacht. Der Themenbereich Erwartungen, Vorauswissen bzw. unerwartete Entwicklungen beschäftigt mich schon seit einiger Zeit.

Seit ein paar Monaten beginne ich einen neuen Tag oft mit dem Vorsatz: „Ich rechne heute mit dem Unerwarteten“. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass im Grunde ständig Dinge passieren, die wir nicht erwartet haben. Mein neues Motto hilft mir dabei, die Ereignisse gelassener auf mich zukommen zu lassen. Ich gehe ganz selbstverständlich davon aus, dass dieser Tag Dinge mit sich bringen wird, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Wie ist das bei Ihnen? Lassen Sie sich gerne überraschen? Mögen Sie es, wenn etwas Unerwartetes passiert? “Naja“, sagen Sie jetzt vielleicht. Wenn es unerwartet erfreulich ist, dann ist das schon in Ordnung. Ansonsten kann ich gerne darauf verzichten.“ Leider, oder zum Glück – je nachdem wie man das sieht - passieren ständig unerwartete Dinge, und nach meiner Erfahrung gibt es auch kein Mittel, dem zu entgehen. Die Frage ist natürlich auch: Ist es ein Problem, wenn wir nicht alles im Vorhinein wissen oder wissen können? Welcher Teil von uns ist daran interessiert, die Dinge im Vorhinein zu wissen und warum?

Die Wissenschaften und auch die spirituellen Überlieferungen sind sich weitgehend einig darüber, dass dieser Anteil in uns einer ist, den man – je nach Bezeichnung – das Ego, die Persönlichkeit, den menschlichen Geist, oder den Verstand nennen könnte. Es ist jener Anteil in uns, der die Dinge gerne unter Kontrolle hat, und sich mit unerwarteten Entwicklungen nicht so leicht tut. Ich meine, sind wir doch mal ehrlich: Wer fühlt sich gern wie ein Spielball im Ozean, der durchgebeutelt und herum geschüttelt wird und keinen Einfluss auf die Ereignisse hat. Also, gerade hier auf dieser Erde, hat es durchaus seine Berechtigung in manchen Bereichen Kontrolle ausüben zu wollen. Das Leben kann nun mal gefährlich und unsicher sein. Das sieht man zum Beispiel im Straßenverkehr. Andererseits können trotz aller Vorsichtsmaßnahmen unerwartete Dinge passieren. Das zeigt, dass wir letztendlich die Dinge nur bis zu einem gewissen Grad kontrollieren können.

Zwei Möglichkeiten oder Fertigkeiten, mit dieser unsicheren Lage umzugehen, sind meiner Meinung nach einerseits die Schulung unserer Intuition, und andererseits die Entwicklung oder Kultivierung eines gewissen Grundvertrauens in das Leben.

Die Stimme der Intuition

Wie kann uns unsere innere Stimme – die Stimme der Intuition – im Alltagsleben unterstützen? Der Verstand bietet uns generelle Richtlinien und Orientierung. Er greift auf Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück. Das ist sehr nützlich, allerdings wiederholt sich die Vergangenheit nie. Das Leben ist immer neu und etwas anders als zuvor. Hier kommt die Intuition ins Spiel. Sie kann uns für eine ganz konkrete Situation verlässliche Informationen über Zusammenhänge und die Realität geben, die dem Verstand in dieser Form nicht zur Verfügung stehen. Das kann manchmal sehr hilfreich sein!

Beispielsweise wissen wir, dass wir normalerweise eine Straße überqueren können, sobald die Fußgängerampel auf Grün gegangen ist. Es könnte aber eine konkrete Situation an einer ganz konkreten Fußgängerampel geben, bei der wir im Moment, in dem wir den Fuß auf den Zebrastreifen setzen wollen, ein komisches Gefühl haben, dass uns warnt, hier und jetzt gerade nicht weiter zu gehen. Wir nehmen es ernst, betreten den Zebrastreifen nicht – und wenige Augenblicke später rast direkt vor uns ein Auto vorbei, dass bei Rot über die Kreuzung geschossen ist. Glück gehabt!

Natürlich muss nicht gleich eine derartig drastische Situation vorliegen, auch in weniger spektakulären Fällen kann uns unsere Intuition unterstützen. Der Verstand wird dadurch nicht nutzlos ganz im Gegenteil. Beide arbeiten Hand in Hand, so wie wir uns auch am besten vorwärts bewegen können, indem wir unsere beiden Beine verwenden. Aus einem anderen Blickwinkel heraus könnte man vielleicht sagen, dass der Verstand eine Art Statistiker ist, der die bisher gemachten Erfahrungen speichert und auswertet und uns auf dieser Basis Verhaltens- und Lösungsvorschläge für aktuelle Situationen gibt. Die Intuition („Herz“ oder „innere Stimme“) bezieht ihre Informationen demgegenüber durch unmittelbare Wahrnehmung der Realität im Hier und Jetzt. Mein Vorschlag: holen wir die Intuition und den Verstand zusammen ins „Boot“. Benutzen wir sie als Team!

Mehr zum Thema Intuition können Sie auf der gleichnamigen Unterseite meiner Webseite und in einigen weiteren Artikeln in diesem Blog nachlesen, die ich unten verlinkt habe.

Vertrauen in das Leben

Nun zum „Grundvertrauen“: Das mit dem Vertrauen in das Leben ist natürlich so eine Sache. Manchen von uns fällt es von Natur aus leichter, manchen schwerer. Einen Einfluss darauf haben sicher auch die Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Ich sehe Vertrauen als eine Art Fähigkeit, die wir entwickeln und trainieren können. Für mich persönlich ist das ein schwieriges Thema. Aus diesem Grund hatte ich schon viele Gelegenheiten und habe sie weiterhin, daran zu arbeiten und es zu üben. Nach meiner Erfahrung zahlt es sich 100%ig aus.

Es ist so ähnlich, wie beim Fitnesstraining. Wenn man mit den Hanteln übt, dann werden die Muskeln mit der Zeit stärker. Mit dem Vertrauen habe ich eine ähnliche Erfahrung gemacht. Mit dem Vorsatz, mich an einem neuen Tag auf das unerwartete einzulassen bringe ich dem Leben Vertrauen entgegen. Vielleicht möchten Sie ja probeweise auch einmal versuchen, einen neuen Tag mit dem Vorsatz zu beginnen, heute mit dem Unerwarteten zu rechnen.

Ich freue mich jedenfalls immer, Ihr Feedback darüber zu hören, welche Erfahrungen Sie mit meinen kleinen Experimenten gemacht haben. Wenn Sie wollen, dann hinterlassen Sie mir sehr gerne unten einen Kommentar.

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02 | Geschichte vom Mann, seinem Sohn und dem Pony

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02 | Geschichte vom Mann, seinem Sohn und dem Pony

Bild: Yin-Yang-Symbol in schwarz/weiß. An der Grenzlinie der "Welle" sind abwechselnd nach oben und unten zeigend Fragezeichen aneinandergereiht. (Quelle: pixabay)


Auf meinen vorherigen Eintrag „Das Ego aus spiritueller Sicht“ erhielt ich unter anderem die Rückmeldung, dass meine Ausführungen recht „kompliziert“ und nicht gerade leichte Kost waren. Das kann ich schon nachvollziehen. Daher hier zur Abwechslung und Illustration der Rollen von Seele und Ego (Persönlichkeit) eine kleine Geschichte:

Es war einmal ein Mann, der hatte einen Sohn. Sie besaßen auch ein Pony, das sie sehr liebten. Eines Tages lief das Pony weg und war nicht mehr auffindbar. Der Nachbar des Mannes kam herbei und rief aus: „Das ist ja schrecklich! Was für ein Verlust.“

Der Mann blieb allerdings ruhig und antwortete: „Es ist noch nicht vorbei.“ 2 Tage später kehrte das Pony unerwartet zurück und brachte auch noch ein wunderschönes weißes Pferd mit. Der Nachbar freute sich und sagte: „Oh, was für ein Glücksfall! Jetzt habt ihr nicht nur ein Pony, sondern auch noch ein schönes weißes Pferd dazu.“ Der Mann blieb aber wieder völlig ruhig und sagte nur: „Es ist noch nicht vorbei.“

Einige Tage darauf versuchte der Sohn des Mannes auf dem neuen weißen Pferd zu reiten. Er fiel jedoch herunter und brach sich ein Bein. Der Nachbar sah das, kam herüber gelaufen und rief: „Ojeh, was für ein Unglück! Jetzt habt ihr dieses schöne neue Pferd und da muss so etwas passieren. Wer wird dir jetzt bei der Arbeit helfen, wenn dein Sohn verletzt ist?“ Der Mann blieb auch diesmal ruhig und antwortete: „Es ist noch nicht vorbei.“

Tags darauf kam die Armee ins Dorf, um alle wehrfähigen jungen Männer für den Kriegsdienst einzuziehen. Als die Soldaten jedoch das gebrochene Bein des jungen Mannes sahen, ließen sie ihn zurück. Der Nachbar jubelte: „Was für ein Riesenglück, dass dein Sohn sich gestern das Bein gebrochen hat, sonst hätten sie ihn mitgenommen. Du musst überglücklich sein!“ Doch der Mann blieb wie immer ruhig und meinte nur: „Es ist nie vorbei.“*

In dieser Geschichte steht der Mann für unsere Seele, der aufgeregte Nachbar für unser Ego. Es lässt sich sehr stark von den momentanen Umständen beeindrucken. Die Seele nimmt die „Aufs“ und „Abs“ des Lebens viel gelassener, weil sie weiß, dass es in erster Linie um die Erfahrung geht und dass man nie genau wissen kann, wozu ein Ereignis gut ist.

Wenn wir es schaffen ruhig zu bleiben und in uns hineinspüren, können wir auch beim Auftreten unerwarteter Umstände oder in Zeiten von Ungewissheit oder Unsicherheit intuitiv feststellen, wie die Lage gerade ist. Die Kunst besteht nur darin, in der konkreten stressigen oder überraschenden Situation daran zu denken und es zu tun, wie ich aus eigener Erfahrung nur allzu gut weiß (nämlich anhand aller Situationen, in denen ich dann doch wieder ganz darauf vergessen habe).
Erfahren Sie hier mehr zum Thema Intuition

*Diese Geschichte habe ich leicht abgewandelt übernommen aus dem Buch „Feuer im Herzen“ von Deepak Chopra.

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01 | Das Ego aus spiritueller Sicht

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01 | Das Ego aus spiritueller Sicht

Bild: Eine russische Matroschka aus 5 Puppen vor einem Seidentuch mit vielfarbigen Mustern, Figuren und einer Spirale im Zentrum. 4 Puppen stehen links, die kleinste steht rechts - ihr Gesicht ist den anderen zugewandt. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)


Dieser Artikel enthält meine persönlichen Vorstellungen zum Thema Körper, Seele und Geist. Ich erhebe nicht den Anspruch, damit recht zu haben.

Wovon reden wir, wenn wir vom „Ego“ aus einem spirituellen Blickwinkel reden?

Man könnte das „Ego“ als jenes Phänomen ansehen,  das aus der Verbindung einer Seele mit einem menschlichen Körper entsteht. Das Wort „Seele“ hat hier eine spirituelle Dimension. Ich sehe sie als ein„Fragment“ an unsterblichem und ewigem Bewusstsein, das aus dem "Großen Leben" (man könnte auch „Gott“ sagen) hervorgegangen ist und irgendwann, bereichert mit zahlreichen Erfahrungen wieder dorthin zurückkehrt.

Seele, Ego und Körper

Obwohl die Seele aus dem Großen Leben hervorgegangen ist, ist sie doch nicht von diesem getrennt. Das Große Leben bildet die Substanz seiner gesamten „Schöpfung“, belebt sie und erfüllt sie. Das Ego macht es uns möglich, in einem menschlichen Körper Erfahrungen zu machen und zu wirken. Es entsteht, wenn der menschliche Geist sich selbst in einem Körper wahrnimmt und z.B. sagt: „Ich bin Clemens Pistauer“.

Das Ego bzw. die menschliche Persönlichkeit geht also aus der Identifikation des Geistes mit dem physischen Körper, sowie mit seinen Gedanken und Emotionen hervor. Der Geist ist eine Art „Behälter“ unserer Gedanken, Gefühle, Überzeugungen, gespeicherten Eindrücke und Erfahrungen. Er fluktuiert und verändert sich laufend. Man könnte ihn auch mit einem Ball vergleichen, der sich ausdehnt oder zusammenzieht, je nachdem, wie weit unser Bewusstsein gerade ist. Je mehr Bewusstheit bzw. geistige „Weite“ sich gerade in dem „Ball“ befindet, desto größer ist er.

Wer sind wir?

Vielleicht ist das Große Leben ja sehr kreativ und experimentierfreudig und hat sich aus purer Freude am Schaffen entschieden, unser Universum, unser Sonnensystem und darin auch den Planeten Erde hervorzubringen. Die Seelen, die wir sind,  haben einen unsterblichen, ewigen Kern, vielleicht vergleichbar einem Funken aus dem Feuer des Großen Lebens. Rund um diesen Kern entfaltet sich die Seele, die mit freiem Willen ausgestattet ist und durch die sich das Große Leben selbst schöpferisch betätigt und manifestiert. Das Große Leben „spürt“ sich selbst durch seine Schöpfung.

Erfahrungen auf der Erde

Eine von wahrscheinlich unzähligen Möglichkeiten von Seelen sich zu entwickeln und Erfahrungen zu machen ist das „Schlüpfen“ in einen irdischen Körper, z.B. den Körper eines Menschen auf dem Planeten Erde. Und vielleicht bekommen wir auch so eine Art Warnhinweis, bevor wir hier her kommen: „Vorsicht, es kann dort teilweise auch sehr mühsam, anstrengend und phasenweise äußerst unangenehm sein. Das ist Teil der Erfahrung.“ Vielleicht ist das vergleichbar den Hinweisen, die man bekommt, wenn man einen risikoreichen Sport wie z.B. Paragleiten ausüben möchte. Da wir allerdings in Wirklichkeit unsterbliche Seelen mit einem ewigen Anteil am Großen Leben sind und wissen, dass letztendlich nichts passieren kann, lassen wir uns auf das Abenteuer ein, so nach dem Motto: „Das wird eine interessante Erfahrung“.

Speziell interessant und „authentisch“ wird die Erfahrung auch dadurch, dass wir die bewusste Erinnerung an unsere Unsterblichkeit verlieren, wenn wir auf der Erde in einem physischen Körper geboren werden. Ziel unserer Entwicklung hier dürfte neben den reichhaltigen Erfahrungen auch das Wieder-Erinnern an unsere ewige Natur sein.

Ich persönlich finde ja die aus dem russischen Kulturkreis kommenden Matroschka/Babuschka Puppen in gewisser Weise faszinierend. Wenn man die Größte der Puppen öffnet, dann kommt in ihr die Nächste zum Vorschein, in dieser wieder eine kleinere, usw. So ähnlich kann man es sich auch vorstellen, dass unsere Seele unseren physischen Körper "bewohnt". Man sieht sie nicht, aber sie ist trotzdem da.

Wofür haben wir den Geist?

Der Geist (in diesem konkreten Zusammenhang könnte man auch Verstand sagen) ist ein Instrument, das es uns als Seelen erlaubt, uns in der Welt der körperlichen Sinne zurechtzufinden. Dadurch, dass die Dinge und Lebewesen alle scheinbar getrennt voneinander sind, ist es sehr hilfreich ein Werkzeug zu haben, um diese getrennte Welt erfassen, verwalten, erforschen und kategorisieren zu können. Der Geist (Verstand) ist das Instrument der Unterscheidung. Er sagt uns: „Das ist ein Baum, das andere dort ist kein Baum, das sieht nämlich anders aus, fühlt sich anders an und ist aus anderem Material.“

Der Geist gibt allen Dingen ihre Namen, beschreibt sie und teilt sie ein. Er kann auch gut zählen, messen und rechnen. Er hat allerdings den „Nachteil“, dass er sich nur innerhalb seiner eigenen Grenzen bewegen kann. In unserem Beispiel mit dem Ball würde das bedeuten: Der Geist kennt sich innerhalb des „Balls“, also seines eigenen Bewusstseins aus und kann über alles darin Aussagen treffen. Da er aber auf seine eigene Reichweite beschränkt ist, kann er keine Aussagen darüber treffen, ob sich etwas außerhalb des Balls befindet und wenn ja, was. Wenn unser Geist sehr weit wird, z.B. In der Stille oder in Meditation, kann er im universellen Geist des Großen Lebens aufgehen – ein Moment der „Erleuchtung“.
Wenn Sie dieses Thema näher interessiert, können Sie im Blogatikel “21 | Über die Grenze des Schachbretts” mehr dazu lesen, wobei ich dort einen anderen Blickwinkel gewählt habe.

Die Intuition

Eine Möglichkeit, auch im Alltagsleben über die Grenzen unseres geistigen Balls hinaus zu schauen ist unsere Intuition. Sie ist die direkte Verbindung zu diesem unsterblichen ewigen „Kern“ in uns allen. Da dieser ewige Kern allwissend ist, können wir durch die Intuition Dinge erfahren, die außerhalb der Reichweite unseres Geistes sind. Wir wissen dann, dass die Dinge genau so sind wie sie in einer konkreten Situation eben sind, obwohl der Geist bzw. Verstand dafür keine „rationale“ Erklärung hat. Ich schule meine Intuition schon seit mehreren Jahren und versuche auch immer, meine Wahrnehmungen konkret zu überprüfen. Der Vorteil beim Einbeziehen der Intuition im Zuge einer Entscheidung ist, dass wir oft Dinge ahnen oder wissen, die uns der Geist bzw. Verstand nicht sagen kann und wir so eine zusätzliche Stütze haben.

Wie trifft unser Geist Entscheidungen?

Einerseits nützt er die fünf körperlichen Sinne Sehen, Hören, usw. als Grundlage. Zusätzlich geht er ins „Archiv“, das heißt er sucht im Gedächtnis nach ähnlichen oder vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit. Wir überlegen dann: „Aha, damals war das so, da habe ich es so gemacht. Ist die Situation, wie sie damals war, mit meiner jetzigen Lage vergleichbar?“ Er vergleicht und wägt ab. Daran ist nichts verkehrt und oft kommen wir so auch zu stimmigen Ergebnissen. Die Sache ist nur, dass das Leben niemals völlig gleich ist. Jeder Augenblick ist neu und auf seine Art einzigartig. Es gibt nicht zwei Momente oder Situationen, in denen alles identisch ist. So wie der griechische Philosoph Heraklit bemerkte: „Man kann nicht zwei Mal in denselben Fluss steigen.“

Wenn jede Situation etwas anders ist als alle anderen, passen vielleicht die Lösungen, die mir einmal gut gedient haben, in meiner jetzigen Lage nicht mehr. Hier kann mir die Intuition helfen. Sie ist unmittelbare Wahrnehmung der Realität im Hier und Jetzt.
Erfahren Sie hier mehr zum Thema Intuition.

Das Ego und der Kampf

Da das Ego sich in den meisten Fällen getrennt von allen anderen Wesen und Dingen und auch vom Großen Leben glaubt, ist es der Meinung, kämpfen und sich behaupten zu müssen. Aufgrund der schwierigen Bedingungen auf der Erde ist ein gewisses Maß an Kampf ums Überleben unausweichlich und vom Großen Leben wohl auch eingeplant worden. Was mir allerdings nicht nötig zu sein scheint ist der exzessive Kampf der Menschen untereinander. Viele von uns identifizieren sich sehr stark mit ihrem Körper. Wenn ich glaube, dass ich mein Körper bin, kommt mir bald eine Erkenntnis: „Mein Körper wird irgendwann sterben. Das lässt sich rund um mich beobachten: Und daraus schließe ich: „Ojeh – ICH werde sterben!“ Wenn das aber nun gar nicht stimmen sollte? Wie wäre es, wenn wir, die wir das Leben selbst sind, eine interessante Erfahrung hier auf der Erde machen. Wenn diese Erfahrung zu Ende ist, gehen wir weiter und machen andere Erfahrungen.

Die Illusion des Getrennt-Seins bringt uns dazu, uns in einen Kampfmodus zu begeben. Der Geist fördert das, weil er ja der Spezialist fürs Unterscheiden ist. Wir sehen z.B., dass ein anderer Mensch stärker ist als wir und mehr Gewichte heben, schneller auf Brettern einen Abhang hinunterfahren oder Dank ihres/seines schärferen Verstandes vorteilhaftere Geschäfte abschließen kann. Wir nehmen diese Unterschiede wahr und beginnen daraus Wertungen zu machen. „Der kann besser Skifahren als ich“, oder „die ist gescheiter als ich“.

Gut und böse

Auch Gut und Böse sind zwei Begriffe, die unser Geist hervorgebracht hat. Je mehr uns bewusst ist, dass wir alle Teil eines großen Ganzen sind, desto weniger sind wir anfällig dafür, sogenannte „böse“ Taten zu begehen. Das ist ein sehr umfangreiches Thema, zu dem ich bei Gelegenheit noch gerne mehr sagen würde.

 

Es interessiert mich wie Sie all diese Dinge sehen. Wenn Sie Lust haben, dann hinterlassen Sie mir unten einen Kommentar. Vielleicht beginnt dann ja auch eine inspirierende Diskussion ...

 

Zum Schluss kann ich noch zwei Bücher empfehlen:

  • Dr. Michael Newton: „Die Reisen der Seele“ (ISBN-13: 978-3907029503)

  • Dr. Frank Kinslow: „Suche nichts - finde alles“ (englischer Originaltitel „Beyond Happiness")(ISBN-13: 978-3-86731-073-4)

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