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30 | Über die Grenze des Messbaren... 2

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30 | Über die Grenze des Messbaren... 2

Bild: Zu sehen ist ein Eierschneider mit zwei Schnittgittern, einem für parallele Scheiben und einem für Sechstel-Spalten. Daneben steht ein Teller mit einem bunt gestreiften Osterei, einem gescheibten Ei und einem Ei in Spalten. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)


Da ich auf den Artikel „29 | Über die Grenze des Messbaren… 1“ einige sehr interessante und aufschlussreiche Reaktionen bekommen habe - hier jetzt noch eine Fortsetzung.

Gleich zu Beginn hätte ich – wie im vorherigen Artikel - eine Frage an Sie: „Sind Sie verheiratet, verpartnert etc.? Haben Sie Kinder? Also, falls Sie einen Partner/eine Partnerin oder Kinder haben, würden Sie sagen, dass Sie diese lieben?“ Ich will Ihnen natürlich nicht zu nahe treten – worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Sollten Sie nun antworten: „Ja, natürlich liebe ich meine Kinder und meine Partnerin/meinen Partner.“ Dann finde ich das wunderschön und freue mich sehr für Sie! Und diese Liebe – würden Sie sagen, dass sie irgendwie messbar ist?

Wie wäre es mit einem “Love-Meter”?

Vermutlich könnte man überlegen, die Liebe zu unseren Partnern und Kindern zum Beispiel daran zu messen, wie viel Zeit wir mit ihnen verbringen, wie oft wir ihnen etwas schenken, wie teuer diese Geschenke sind, was wir alles für sie tun, etc. Aber das wäre möglicherweise nur eine sehr unvollständige Annäherung, da für den jeweiligen Einzelfall jedes dieser Kriterien – und sogar alle zusammengenommen – meiner Meinung nach überhaupt nichts aussagen. Auch der Umstand, wie oft Sie mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner streiten, bzw. mit Ihren Kindern schimpfen, sagt vermutlich überhaupt nichts darüber aus, wie sehr Sie diese lieben. Ich kenne Paare, die sehr oft streiten, und sich trotzdem sehr, sehr lieben.

Ähnliche Überlegungen könnte man natürlich auch in Bezug auf wechselseitige Abneigung anstellen, aber auch hier würden wir wahrscheinlich rasch an die Grenze des vernünftig Messbaren kommen.

Muss alles messbar sein?

„Schön und gut“, denken Sie sich jetzt vielleicht, „und worauf will er hinaus?“

Mir ist, als ich diese Gedankenspiele für mich selbst durchgegangen bin, bewusst geworden, ein wie großer Teil unserer Realität sich außerhalb eines klar messbaren Rahmens befindet. Dazu zählt wohl vor allem die Welt unserer Gefühle. Ich finde, daran ist auch überhaupt nichts verkehrt. Ich denke, es kann uns nicht schaden, uns wieder einmal bewusst zu machen, dass nicht alle Bereiche unserer Existenz eindeutig messbar, zählbar oder bewertbar sind. Das ist völlig in Ordnung, wenn auch unserem Verstand möglicherweise unheimlich.

Das Bemerkenswerte ist, dass unser tägliches Leben extrem stark vom Verstand dominiert wird. Was macht der Verstand? Er versucht – was teilweise natürlich auch sehr notwendig und positiv ist – die Dinge und Phänomene einzuteilen. Er macht Ordnung, indem er Kategorien und „Schubladen“ bildet. Er legt einen bzw. viele Raster über die Realität. Haben Sie zu Hause vielleicht einen Eierschneider? Unser Verstand funktioniert so ähnlich wie ein Eierschneider. Er nimmt Unterteilungen vor, je nach dem gewünschten Blickwinkel. Und in der Zwischenzeit haben wir mit Hilfe unseres Verstandes auch Maschinen entwickelt – nämlich unsere Computer – durch welche sich dieses Prinzip fortsetzt. Ein herkömmlicher Computer funktioniert nach diesem Prinzip der Unterscheidung, entweder null, oder eins, bzw. „Strom fließt“ oder „Strom fließt nicht“.

Bei alldem müssen wir, glaube ich, nur darauf achten, die Kirche im Dorf beziehungsweise den Verstand dort zu lassen, wo er hingehört und uns auch nützlich ist. Er hilft uns dabei, die materielle Welt zu organisieren, und uns das Leben leichter zu machen. Er ist ein Werkzeug, ein Helfer oder „Diener“, aber nicht der „Herr“.

Meiner Ansicht nach würde es uns sehr gut tun, zu akzeptieren, dass es sehr wohl Bereiche gibt, in welchen uns der Verstand nicht weiterhelfen kann. Zum Glück gibt es dort andere Hilfsmittel, die uns unterstützen können, wie zum Beispiel unsere innere Stimme, die Stimme der Intuition, oder Fähigkeiten wie Achtsamkeit, Empathie und Vertrauen. All diese Fähigkeiten können - so wie der Umgang mit unserem Verstand – erlernt und geschult werden.

Eine Achtsamkeitsübung

Sie können Ihre Achtsamkeit auf vielfältige Art und Weise trainieren.

Jemand räumt achtsam eine Geschirrspülmaschine aus.  (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)

Jemand räumt achtsam eine Geschirrspülmaschine aus. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)

Im Alltag könnten Sie sich zB. vornehmen, den Geschirrspüler so auszuräumen, dass Sie es ganz bewusst tun - Bewegung für Bewegung und Handgriff für Handgriff. Die Übung besteht darin, mit der Aufmerksamkeit ganz im Hier-und-Jetzt und beim Ausräumen des Geschirrspülers zu sein. Wenn Ihre Gedanken dabei abzuschweifen beginnen, z. B. in Richtung der Ereignisse des vergangenen Tages, oder zum bevorstehenden Abendessen, dann kehren Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit einfach wieder zum Geschirrspüler und der Tätigkeit des Ausräumens zurück. Probieren Sie es doch einfach einmal aus!

Seine Achtsamkeit zu trainieren hat viele Vorteile, unter anderem lässt sich damit auch unser Gedächtnis verbessern. Ich habe gemerkt, dass ich – seit dem ich meine Achtsamkeit mehr und mehr trainiere - zB. viel seltener nach Dingen suchen muss, die ich verlegt habe. Außerdem erinnere ich mich auch genauer daran, was ich in einer konkreten Situation getan, gesagt, oder gedacht habe. Ich finde das sehr praktisch!

Wie sehen Sie das? Ihre Meinung interessiert mich. Wenn Sie möchten, hinterlassen Sie mir sehr gerne unten einen Kommentar.

 

Wenn Sie sich näher für das Thema Achtsamkeit interessieren, kann ich Ihnen den Blog
https://www.fair-achtung.de/ von Kathi Biberich empfehlen. Dort finden Sie auch zahlreiche weitere Anregungen für Achtsamkeitsexperimente im Alltag.

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08 | Die Katze des Dalai Lama - Buchtipp
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21 | Über die Grenze des Schachbretts


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13 | So nah und doch so weit... - energetische Arbeit aus der Ferne

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13 | So nah und doch so weit... - energetische Arbeit aus der Ferne

Bild: Satellitenaufnahme der Erdoberfläche. Eine rote Linie zeigt symbolisch den Weg einer Fernanwendung. (Quelle: pixabay)


Heute geht es um ein spannendes und kontroverses Thema: Energetische Anwendungen ohne direkte Berührung, also aus der Ferne.

Wenn ich Menschen davon erzähle, dass ich energetisch auch so arbeite, stoße ich oft auf Skepsis. Das kann ich gut verstehen, wenn ich mich daran erinnere, als ich selbst zum ersten Mal eine energetische Fernsitzung bekam.

Wie kann man sich so etwas erklären? Ich sitze also z.B. in meiner Praxis in 1190 Wien und arbeite energetisch mit einer Person, die sich an einem ganz anderen Ort befindet, sagen wir in Salzburg. Warum spürt diese Person trotzdem etwas?  Meine Erklärung dafür ist: Auf einer gewissen Ebene ist das ganze Universum und die gesamte Schöpfung verbunden. Alles hängt zusammen und beeinflusst sich gegenseitig. Hier liegt auch der Grund dafür, warum manche Menschen spüren, wenn andere an sie denken. Unser Bewusstsein verbindet alles. Unser persönliches „kleines“  Bewusstsein ist in ein großes Ganzes eingebettet. Dieses „Große Ganze“ ist reines Potential, reine Schöpferkraft.

An dieses Potential kann man mit den energetischen Methoden der „Quantenheilung“ und „Matrix Energetics“ andocken. So kann Transformation und Harmonisierung geschehen.

Wie verläuft eine Fernsitzung nun konkret? Ich setze mich an einem ruhigen Ort bequem hin und sorge dafür, dass ich für die Dauer der Sitzung ungestört bin. Vorher habe ich telefonisch mit dem Klienten abgeklärt, dass auch sie/er bereit ist. Dann stelle ich mir die Klientin oder den Klienten als Miniatur ganz klein vor meinem Körper vor, und denke an das konkrete Anliegen der jeweiligen Person. Jetzt platziere ich zwei Finger links und rechts der Miniatur des Klienten – es entsteht ein Energiefeld, in welchem die Transformation stattfindet. Die Miniatur nenne ich übrigens „Repräsentant“, weil sie für den Klienten steht. Der Repräsentant ist mit der wirklichen Person verbunden. Daher gehen alle Impulse, die ich bei dem „Repräsentanten“ setze 1 zu 1 auf die wirkliche Person über und werden von ihr aufgenommen. Es gibt noch weitere Möglichkeiten. Neben der gerade erwähnten Miniatur-Variante verwende ich als Repräsentant  z.B. manchmal auch ein Stofftier. Das funktioniert genauso gut.

Von meinen KlientInnen wird die Fernanwendung sehr gut angenommen. Das hat mich positiv überrascht. Mehr als 50 Prozent meiner Arbeit mache ich über die Ferne. Skepsis herrscht vor allem bei jenen Menschen, die eine Anwendung aus der Ferne noch nicht persönlich erlebt haben. Die tatsächliche Entfernung spielt übrigens keine Rolle und hat auch überhaupt keinen Einfluss auf die Wirksamkeit oder Intensität. Ich habe auch schon Fernsitzungen für meinen Bruder und meine Schwägerin gemacht, die in Neuseeland leben.

Vielleicht sind Sie ja nun neugierig geworden.

Lesen Sie hier einige Erfahrungsberichte über Fernsitzungen

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10 | Was macht ein Energetiker eigentlich?
12 | Quantenheilung und das 3-Ebenen Modell der Energetik
20 | Das Leben lässt sich in keine Schublade stecken
24 | Stein und Flöte - Buchtipps für den Urlaub 2
27 | Fehlende Köpfe und fliegende Teppiche – wie sich Energetik anfühlen kann
29 | Über die Grenze des Messbaren… 1


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11 | Herz und Verstand

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11 | Herz und Verstand

Bild: Ein grüner und ein blauer Kreis überschneiden einander und bilden in der Mitte eine grün-blaue  Schnittmenge, von Clemens Pistauer


Wir brauchen, um hier auf der Erde harmonisch und in Frieden miteinander leben zu können, meiner Meinung nach sowohl unseren Verstand, als auch unser Herz (das Gefühl, unsere Intuition, innere Stimme, …). Wenn wir versuchen, unsere Probleme nur mit unserem Verstand zu lösen, dann gleichen wir einer Person, die versucht, sich nur mit einem Bein fort zu bewegen. Das ist einseitig und außerdem anstrengend. Es könnte sein, dass wir dabei öfters als nötig auf die Nase fallen.

In letzter Zeit habe ich oft darüber nachgedacht, wozu der Verstand eigentlich da ist. Meiner Ansicht nach hilft er uns, Unterscheidungen zu treffen und uns in dieser komplexen Welt voller (scheinbarer?) Widersprüche zurecht zu finden. Er hilft uns, Gesetzmäßigkeiten und Muster in der Natur und unserer Gesellschaft zu erkennen und auch selbst Strukturen, Muster und Systeme zu schaffen. Kurz gesagt: der Verstand ist „Spezialist“ für die Unterscheidung und das Trennende. Die Trennung allerdings, die der Verstand betont und sichtbar macht, besteht meiner Ansicht nach nur an der Oberfläche. In Wirklichkeit sind alle Dinge, Menschen, Tiere, die Erde und unser Sonnensystem eingebettet in etwas sehr Weites und Großes, das unser Verstand in seinem gewöhnlichen Zustand nicht zu fassen vermag. Das heißt aber noch nicht, dass eine solche Einheit nicht doch vorhanden wäre.

Das Gefühl beziehungsweise das „Herz“ kann uns mit der oben erwähnten  Einheit in Verbindung bringen und uns diese Einheit spüren lassen. Auf physischer Ebene offenbart sich für mich diese Einheit zum Beispiel darin, dass wir keine paar Minuten lang überleben könnten, wenn die Dinge tatsächlich alle getrennt voneinander wären. Die Tatsache, dass wir Luft zum Atmen und Nahrung brauchen zeigt, dass alles ständig interagiert und wechselseitige Beziehungen und Abhängigkeiten bestehen.

Erst Herz und Verstand zusammen geben uns die Möglichkeit, in Balance und ausgewogen zu sein. Wahrnehmung mit Hilfe von beiden ergibt das „ganze Bild“. Sie können dazu ein kleines Experiment machen: Probieren Sie einmal aus, sich abwechselnd das rechte beziehungsweise linke Auge zu zuhalten. Dann sehen Sie jeweils aus der Perspektive eines Auges. Aber erst, wenn Sie mit beiden Augen gleichzeitig schauen ist das Bild einerseits weiter und außerdem viel räumlicher. Das heißt, Sie nehmen die Realität viel mehr in die Tiefe gehend und multidimensionaler war. Das Gleiche passiert, wenn wir im täglichen Leben, z.B. beim Treffen von Entscheidungen, unseren Verstand und unser Gefühl einsetzen. Unser Spielraum erweitert sich und wir kommen zu ausgewogeneren und auch im Gesamtkontext stimmigen Ergebnissen.

Sehen Sie das auch so, oder vielleicht ganz anders? Sie können unten einen Kommentar hinterlassen. Ich freue mich sehr über Ihre Meinung, auch wenn sie von meiner abweicht!

Lesen sie hier mehr zum Thema „Herz“ bzw. Intuition

Weitere Artikel zum Thema Intuition in diesem Blog:
01 | Das Ego aus spiritueller Sicht
02 | Geschichte vom Mann, seinem Sohn und dem Pony
04 | "Innsaei" - Ein Filmtipp zum Thema Intuition
17 | Eindrücke vom 1. Wiener Intuitions-Kongress
19 | 1 und Vieles
28 | Eine Frage des Blickwinkels!


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01 | Das Ego aus spiritueller Sicht

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01 | Das Ego aus spiritueller Sicht

Bild: Eine russische Matroschka aus 5 Puppen vor einem Seidentuch mit vielfarbigen Mustern, Figuren und einer Spirale im Zentrum. 4 Puppen stehen links, die kleinste steht rechts - ihr Gesicht ist den anderen zugewandt. (Foto: Clemens Pistauer / Erwin Sovkov)


Dieser Artikel enthält meine persönlichen Vorstellungen zum Thema Körper, Seele und Geist. Ich erhebe nicht den Anspruch, damit recht zu haben.

Wovon reden wir, wenn wir vom „Ego“ aus einem spirituellen Blickwinkel reden?

Man könnte das „Ego“ als jenes Phänomen ansehen,  das aus der Verbindung einer Seele mit einem menschlichen Körper entsteht. Das Wort „Seele“ hat hier eine spirituelle Dimension. Ich sehe sie als ein„Fragment“ an unsterblichem und ewigem Bewusstsein, das aus dem "Großen Leben" (man könnte auch „Gott“ sagen) hervorgegangen ist und irgendwann, bereichert mit zahlreichen Erfahrungen wieder dorthin zurückkehrt.

Seele, Ego und Körper

Obwohl die Seele aus dem Großen Leben hervorgegangen ist, ist sie doch nicht von diesem getrennt. Das Große Leben bildet die Substanz seiner gesamten „Schöpfung“, belebt sie und erfüllt sie. Das Ego macht es uns möglich, in einem menschlichen Körper Erfahrungen zu machen und zu wirken. Es entsteht, wenn der menschliche Geist sich selbst in einem Körper wahrnimmt und z.B. sagt: „Ich bin Clemens Pistauer“.

Das Ego bzw. die menschliche Persönlichkeit geht also aus der Identifikation des Geistes mit dem physischen Körper, sowie mit seinen Gedanken und Emotionen hervor. Der Geist ist eine Art „Behälter“ unserer Gedanken, Gefühle, Überzeugungen, gespeicherten Eindrücke und Erfahrungen. Er fluktuiert und verändert sich laufend. Man könnte ihn auch mit einem Ball vergleichen, der sich ausdehnt oder zusammenzieht, je nachdem, wie weit unser Bewusstsein gerade ist. Je mehr Bewusstheit bzw. geistige „Weite“ sich gerade in dem „Ball“ befindet, desto größer ist er.

Wer sind wir?

Vielleicht ist das Große Leben ja sehr kreativ und experimentierfreudig und hat sich aus purer Freude am Schaffen entschieden, unser Universum, unser Sonnensystem und darin auch den Planeten Erde hervorzubringen. Die Seelen, die wir sind,  haben einen unsterblichen, ewigen Kern, vielleicht vergleichbar einem Funken aus dem Feuer des Großen Lebens. Rund um diesen Kern entfaltet sich die Seele, die mit freiem Willen ausgestattet ist und durch die sich das Große Leben selbst schöpferisch betätigt und manifestiert. Das Große Leben „spürt“ sich selbst durch seine Schöpfung.

Erfahrungen auf der Erde

Eine von wahrscheinlich unzähligen Möglichkeiten von Seelen sich zu entwickeln und Erfahrungen zu machen ist das „Schlüpfen“ in einen irdischen Körper, z.B. den Körper eines Menschen auf dem Planeten Erde. Und vielleicht bekommen wir auch so eine Art Warnhinweis, bevor wir hier her kommen: „Vorsicht, es kann dort teilweise auch sehr mühsam, anstrengend und phasenweise äußerst unangenehm sein. Das ist Teil der Erfahrung.“ Vielleicht ist das vergleichbar den Hinweisen, die man bekommt, wenn man einen risikoreichen Sport wie z.B. Paragleiten ausüben möchte. Da wir allerdings in Wirklichkeit unsterbliche Seelen mit einem ewigen Anteil am Großen Leben sind und wissen, dass letztendlich nichts passieren kann, lassen wir uns auf das Abenteuer ein, so nach dem Motto: „Das wird eine interessante Erfahrung“.

Speziell interessant und „authentisch“ wird die Erfahrung auch dadurch, dass wir die bewusste Erinnerung an unsere Unsterblichkeit verlieren, wenn wir auf der Erde in einem physischen Körper geboren werden. Ziel unserer Entwicklung hier dürfte neben den reichhaltigen Erfahrungen auch das Wieder-Erinnern an unsere ewige Natur sein.

Ich persönlich finde ja die aus dem russischen Kulturkreis kommenden Matroschka/Babuschka Puppen in gewisser Weise faszinierend. Wenn man die Größte der Puppen öffnet, dann kommt in ihr die Nächste zum Vorschein, in dieser wieder eine kleinere, usw. So ähnlich kann man es sich auch vorstellen, dass unsere Seele unseren physischen Körper "bewohnt". Man sieht sie nicht, aber sie ist trotzdem da.

Wofür haben wir den Geist?

Der Geist (in diesem konkreten Zusammenhang könnte man auch Verstand sagen) ist ein Instrument, das es uns als Seelen erlaubt, uns in der Welt der körperlichen Sinne zurechtzufinden. Dadurch, dass die Dinge und Lebewesen alle scheinbar getrennt voneinander sind, ist es sehr hilfreich ein Werkzeug zu haben, um diese getrennte Welt erfassen, verwalten, erforschen und kategorisieren zu können. Der Geist (Verstand) ist das Instrument der Unterscheidung. Er sagt uns: „Das ist ein Baum, das andere dort ist kein Baum, das sieht nämlich anders aus, fühlt sich anders an und ist aus anderem Material.“

Der Geist gibt allen Dingen ihre Namen, beschreibt sie und teilt sie ein. Er kann auch gut zählen, messen und rechnen. Er hat allerdings den „Nachteil“, dass er sich nur innerhalb seiner eigenen Grenzen bewegen kann. In unserem Beispiel mit dem Ball würde das bedeuten: Der Geist kennt sich innerhalb des „Balls“, also seines eigenen Bewusstseins aus und kann über alles darin Aussagen treffen. Da er aber auf seine eigene Reichweite beschränkt ist, kann er keine Aussagen darüber treffen, ob sich etwas außerhalb des Balls befindet und wenn ja, was. Wenn unser Geist sehr weit wird, z.B. In der Stille oder in Meditation, kann er im universellen Geist des Großen Lebens aufgehen – ein Moment der „Erleuchtung“.
Wenn Sie dieses Thema näher interessiert, können Sie im Blogatikel “21 | Über die Grenze des Schachbretts” mehr dazu lesen, wobei ich dort einen anderen Blickwinkel gewählt habe.

Die Intuition

Eine Möglichkeit, auch im Alltagsleben über die Grenzen unseres geistigen Balls hinaus zu schauen ist unsere Intuition. Sie ist die direkte Verbindung zu diesem unsterblichen ewigen „Kern“ in uns allen. Da dieser ewige Kern allwissend ist, können wir durch die Intuition Dinge erfahren, die außerhalb der Reichweite unseres Geistes sind. Wir wissen dann, dass die Dinge genau so sind wie sie in einer konkreten Situation eben sind, obwohl der Geist bzw. Verstand dafür keine „rationale“ Erklärung hat. Ich schule meine Intuition schon seit mehreren Jahren und versuche auch immer, meine Wahrnehmungen konkret zu überprüfen. Der Vorteil beim Einbeziehen der Intuition im Zuge einer Entscheidung ist, dass wir oft Dinge ahnen oder wissen, die uns der Geist bzw. Verstand nicht sagen kann und wir so eine zusätzliche Stütze haben.

Wie trifft unser Geist Entscheidungen?

Einerseits nützt er die fünf körperlichen Sinne Sehen, Hören, usw. als Grundlage. Zusätzlich geht er ins „Archiv“, das heißt er sucht im Gedächtnis nach ähnlichen oder vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit. Wir überlegen dann: „Aha, damals war das so, da habe ich es so gemacht. Ist die Situation, wie sie damals war, mit meiner jetzigen Lage vergleichbar?“ Er vergleicht und wägt ab. Daran ist nichts verkehrt und oft kommen wir so auch zu stimmigen Ergebnissen. Die Sache ist nur, dass das Leben niemals völlig gleich ist. Jeder Augenblick ist neu und auf seine Art einzigartig. Es gibt nicht zwei Momente oder Situationen, in denen alles identisch ist. So wie der griechische Philosoph Heraklit bemerkte: „Man kann nicht zwei Mal in denselben Fluss steigen.“

Wenn jede Situation etwas anders ist als alle anderen, passen vielleicht die Lösungen, die mir einmal gut gedient haben, in meiner jetzigen Lage nicht mehr. Hier kann mir die Intuition helfen. Sie ist unmittelbare Wahrnehmung der Realität im Hier und Jetzt.
Erfahren Sie hier mehr zum Thema Intuition.

Das Ego und der Kampf

Da das Ego sich in den meisten Fällen getrennt von allen anderen Wesen und Dingen und auch vom Großen Leben glaubt, ist es der Meinung, kämpfen und sich behaupten zu müssen. Aufgrund der schwierigen Bedingungen auf der Erde ist ein gewisses Maß an Kampf ums Überleben unausweichlich und vom Großen Leben wohl auch eingeplant worden. Was mir allerdings nicht nötig zu sein scheint ist der exzessive Kampf der Menschen untereinander. Viele von uns identifizieren sich sehr stark mit ihrem Körper. Wenn ich glaube, dass ich mein Körper bin, kommt mir bald eine Erkenntnis: „Mein Körper wird irgendwann sterben. Das lässt sich rund um mich beobachten: Und daraus schließe ich: „Ojeh – ICH werde sterben!“ Wenn das aber nun gar nicht stimmen sollte? Wie wäre es, wenn wir, die wir das Leben selbst sind, eine interessante Erfahrung hier auf der Erde machen. Wenn diese Erfahrung zu Ende ist, gehen wir weiter und machen andere Erfahrungen.

Die Illusion des Getrennt-Seins bringt uns dazu, uns in einen Kampfmodus zu begeben. Der Geist fördert das, weil er ja der Spezialist fürs Unterscheiden ist. Wir sehen z.B., dass ein anderer Mensch stärker ist als wir und mehr Gewichte heben, schneller auf Brettern einen Abhang hinunterfahren oder Dank ihres/seines schärferen Verstandes vorteilhaftere Geschäfte abschließen kann. Wir nehmen diese Unterschiede wahr und beginnen daraus Wertungen zu machen. „Der kann besser Skifahren als ich“, oder „die ist gescheiter als ich“.

Gut und böse

Auch Gut und Böse sind zwei Begriffe, die unser Geist hervorgebracht hat. Je mehr uns bewusst ist, dass wir alle Teil eines großen Ganzen sind, desto weniger sind wir anfällig dafür, sogenannte „böse“ Taten zu begehen. Das ist ein sehr umfangreiches Thema, zu dem ich bei Gelegenheit noch gerne mehr sagen würde.

 

Es interessiert mich wie Sie all diese Dinge sehen. Wenn Sie Lust haben, dann hinterlassen Sie mir unten einen Kommentar. Vielleicht beginnt dann ja auch eine inspirierende Diskussion ...

 

Zum Schluss kann ich noch zwei Bücher empfehlen:

  • Dr. Michael Newton: „Die Reisen der Seele“ (ISBN-13: 978-3907029503)

  • Dr. Frank Kinslow: „Suche nichts - finde alles“ (englischer Originaltitel „Beyond Happiness")(ISBN-13: 978-3-86731-073-4)

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