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26 | Momo - Buchtipps für den Urlaub 3

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26 | Momo - Buchtipps für den Urlaub 3

Bild: Eine Landschildkröte bewegt sich über eine Wiese mit weißem Klee. Auf ihrem Panzer steht in weiß-bläulichen Buchstaben das Wort "LESE-ZEIT". (Quelle des Originalfotos: Pixabay; Bearbeitung: Clemens Pistauer/Erwin Sovkov)


Nun noch ein weiterer Buchtipp: „Momo“ von Michael Ende. Dieses Buch ist zwar offiziell ein Kinder- bzw. Jugendbuch, aber meiner Meinung nach auch sehr lesenswert für Erwachsene. Ich kam damit schon früh in Kontakt. Meine Eltern kauften mir – nachdem ich ja schon als Kind nicht gut sah- immer viele Hörkassetten, unter anderem auch ein dreiteiliges Hörspiel über Momo. Dieses Hörspiel hat mir damals sehr gut gefallen.

Als Erwachsener habe ich nun das vollständige Buch gelesen und dabei festgestellt, dass es viele Aspekte an der Geschichte gibt, die für Kinder möglicherweise nicht so verständlich sind. „Momo“ ist ein sehr spirituelles Buch. Es ist ein modernes Märchen, das in einer großen Stadt irgendwo im Süden Europas spielt. In den Ruinen eines alten Amphitheaters lebt ein kleines Mädchen namens Momo. Die Menschen aus der Umgebung kümmern sich um sie, versorgen Sie mit Essen und den wichtigsten Haushaltsgegenständen und ihre Kinder kommen ins alte Amphitheater, um mit Momo zu spielen und sich untereinander Geschichten zu erzählen.

Die herausragendste Eigenschaft an Momo ist, dass sie zuhören kann. Sie kann den Menschen so zuhören, dass diese dabei von selbst erkennen, was für sie wichtig ist, oder eine Eingebung haben zu einem Thema, das sie gerade beschäftigt. Auch kann sie so zuhören, dass Ratlose oder unentschlossene Menschen plötzlich wissen, was sie wollen.

In dieser großen Stadt tauchen nun rätselhafte graue Herren auf. Sie fahren graue Autos, haben graue Aktentaschen und paffen an kleinen grauen Zigarren. Es stellt sich heraus, dass sie von der „Zeitsparkasse“ kommen. Sie suchen die Menschen auf und überreden sie dazu, Zeit einzusparen und bei ihnen auf ein Konto einzuzahlen. Sie versprechen ihnen, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt dann extrem viel Zeit haben werden und auf dieses Konto zugreifen können. In Wirklichkeit verschwindet die Zeit, die sie einsparen auf rätselhafte Weise. Momo und ihre Freunde kommen den Zeitdieben auf die Spur und versuchen, etwas gegen sie zu unternehmen. Das stellt sich allerdings als sehr schwierig heraus, da die grauen Herren sehr gut organisiert sind und schon tief in der Gesellschaft Fuß gefasst haben.

Im Laufe ihrer Abenteuer findet Momo mit Hilfe einer Schildkröte namens Kassiopeia, die durch Sprachnachrichten auf ihrem Panzer mit ihr kommuniziert, den Weg in das „Nirgendhaus“ in der „Niemalsgasse“. Dort lebt der Verwalter der Zeit, Meister Hora. Meister Hora lässt Momo einen sehr schönen Ort betreten, an welchem ihre persönliche Lebenszeit aus der Tiefe ihres Herzens aufsteigt. Danach schläft sie ein. Während sie schläft, vergeht draußen in der Welt ein ganzes Jahr. Als sie dann wieder in die Welt zurückkehrt, haben es die grauen Herren fertiggebracht, ihr durch Verlockungen, Einschüchterungen und subtile Zwangsmaßnahmen alle ihre Freunde zu entziehen. Diese sind jetzt für sie nicht mehr greifbar.

Wie sie es mit Hilfe von Meister Hora und dessen Schildkröte Kassiopeia schließlich doch schafft, den grauen Herren das Handwerk zu legen, wird hier natürlich noch nicht verraten.

Wie schon bereits oben erwähnt hat das Buch sehr viele hoch spirituelle Aspekte. Außerdem hat das von Herrn Ende gezeichnete Szenario sich als prophetisch erwiesen. „Momo“ erschien 1973 und anscheinend war schon damals absehbar, dass sich die Gesellschaft in eine Richtung entwickeln würde, in der die Menschen immer weniger Zeit haben. Dieser Trend hat sich seither noch um ein Vielfaches beschleunigt, und setzt sich weiter fort. Der Roman zeigt auf teilweise bestürzend direkte, teilweise sehr humorvolle und anschauliche Weise die Mechanismen auf, die in unserer Zeitnotgesellschaft herrschen. Die gute Nachricht ist: Wir haben selbst auch die Möglichkeit etwas zu verändern, so jedenfalls die Botschaft des Buches, die ich teile.

Hier auch noch ein witziges Detail am Rande: Die Schildkröte Kassiopeia kommuniziert mit Momo durch kurze Sprachnachrichten auf ihrem Panzer. Hier hat Herr Ende vielleicht unbewusst die Kommunikation durch SMS vorweggenommen.

Eine sehr nachhaltige Buch-Empfehlung für alle, die hinter die Oberfläche der Dinge schauen möchten.

 

Mehr Buchtipps finden Sie in den Artikeln:

08 | Die Katze des Dalai Lama - Buchtipp
14 | Buchtipps für den Urlaub 1
24 | Stein und Flöte - Buchtipps für den Urlaub 2

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21 | Über die Grenze des Schachbretts

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21 | Über die Grenze des Schachbretts

Bild: Ein Schachbrett in Grundaufstellung steht idyllisch auf einem Bootssteg in einem dunkelgrünen Gewässer. Im Hintergrund wächst Schilf.(Quelle: Pixabay)


Spielen Sie Schach? Wenn ja – ausgezeichnet. Wenn nein, dann wird Sie dieser Artikel vielleicht trotzdem interessieren. Ich beschäftige mich darin nicht mit den Feinheiten des Schachspiels, sondern damit, was uns ein Schachbrett möglicherweise über unseren Verstand mitteilen kann.

Im Allgemeinen wird das Schachspiel ja als ausgezeichnetes Training für den Intellekt betrachtet. Warum ist das so? Was können wir von einem Schachbrett über den Verstand und seine Grenzen lernen?

 Zunächst kann man wohl sagen, dass das Prinzip des Schachspiels auf einer Zweiteilung beruht. Es gibt schwarze und weiße Felder und schwarze und weiße Figuren, die sich auf dem Brett bewegen.

Damit bildet das Schachspiel meiner Ansicht nach ganz wunderbar eine der Funktionen bzw. einen hauptsächlichen „Arbeitsauftrag“ unseres Verstandes ab. Der Verstand ist nämlich ein Experte fürs Unterscheiden. Mit  Hilfe des Verstandes können wir Grenzlinien ziehen, Kategorien bilden und „Schubladen“ schaffen, in welche wir die verschiedenen "Dinge" einordnen können. Der Intellekt hilft uns, Ordnung in die Welt zu bringen, die wir bewohnen. Als Werkzeug könnte man ihn eventuell mit einem Messer vergleichen. Mit einem Messer kann man Sachen zertrennen und zuschneiden, sie aber nicht zusammenfügen. Der Verstand tut sich leicht damit, Unterschiede zu erkennen. Mit Konzepten wie Einheit, Unendlichkeit und Ewigkeit hat er dagegen Probleme. Darum sagen wir ja auch umgangssprachlich: „Das Unendliche kann man sich nicht vorstellen.“

Nun zurück zu unserem Schachbrett: Das Schachbrett mit seinen 64 schwarzen und weißen Feldern bildet ein kleines Universum für sich. Es gibt nahezu unbegrenzte Zugmöglichkeiten. Auf einem Schachbrett herrschen ganz klare Regeln. Das Brett und die Regeln des Spiels bilden ein in sich geschlossenes System, wobei geschlagene Figuren für diesen Vergleich auch noch zum System gehören. Aber es gibt - wie das Foto dieses Artikels deutlich machen soll - auch einen Bereich außerhalb des Bretts und um das Brett herum. So ähnlich ist es auch mit unserem Verstand. Er ist der Herr in seinem eigenen Reich, kann aber keine zuverlässigen Aussagen darüber treffen, was sich außerhalb der Grenzen seines "Reiches" befindet. Nur, weil er über diese Bereiche nichts aussagen kann heißt es aber noch nicht, dass dort nichts ist. Hier nähern wir uns dem Bereich der Intuition. Ich verstehe unter Intuition die unmittelbare Wahrnehmung der Realität, wie sie ist, abseits von Ideen, Wünschen oder Konzepten.

Immer öfter kommt es vor, dass ich etwas weiß, ohne es intellektuell oder durch die Wahrnehmung meiner fünf Sinne begründen zu können. Dann fragt der Verstand sofort: „Woher weißt du das? Wo ist der Beweis dafür?“ Dann kann ich nur antworten: „Ich weiß es einfach.“

Für gewisse Aufgaben ist der Verstand wunderbar geeignet, aber eben nicht für alles kompetent bzw. die alleinige Instanz. Wenn wir ein Schachbrett als Symbol für das „Reich des Verstandes“ ansehen, könnten wir sagen, dass sich die intuitive Wahrnehmung außerhalb des Schachbretts befindet. Sie ist aber dennoch real und gültig. Ich habe das schon so oft erlebt, dass ich das ruhigen Gewissens sagen kann.

Zum Schluss sicherheitshalber noch eine Klarstellung: Ich habe überhaupt nichts gegen den Verstand. Wir brauchen ihn für unser Leben und Überleben hier auf der Erde. Er ist ein sehr nützliches, vielleicht sogar unentbehrliches  Hilfsmittel, aber er ist nicht der „Master of the Universe“, als der er manchmal gesehen wird.  Ohne den beratenden Einfluss der Intuition, die eine direkte Verbindung zu den größeren Zusammenhängen hat, kann er sogar zum „Master of Desaster“ werden. Darum brauchen wir beides – Intuition und Verstand.

Wie sehen Sie das? Waren Sie auch schon manchmal in einer Situation, in der Sie etwas einfach wussten, ohne es mit Ihrem Verstand begründen zu können? Oder hat Ihr Verstand sogar gesagt: „Nein, das kann nicht sein!“? Wenn Sie wollen, dann hinterlassen Sie Ihre Erfahrungen als Kommentar im Anschluss an diesen Artikel.

Dann können alle anderen LeserInnen und auch ich davon profitieren.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Intuition

Passend zu diesem Artikel finden Sie hier weiterführende Informationen:
01 | Das Ego aus spiritueller Sicht
11 | Herz und Verstand
17 | Eindrücke vom 1. Wiener Intuitions-Kongress
28 | Eine Frage des Blickwinkels!
29 | Über die Grenze des Messbaren… 1

Und als Kontrast:
19 | 1 und Vieles


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